Riviera Maya

Von Belize zurück nach Mexiko
21.03.2018

Nach diesem Abschied beginnt für uns eine kleine Odyssee. Wir fahren mit dem Boot zum Festland, was dank größerer Wellen die reinste Achterbahngaudi ist. Immer wieder fliegt das Boot regelrecht und wir jauchzen, was das Zeug hält.

Am Festland angekommen müssen wir eine ganze Weile auf den Bus nach Belize City warten.

Dort schließlich angekommen, werden wir gleich gefragt, ob wir an die Grenze zu Mexiko wollen. Wir haben zwei Optionen: Den Bus zu nehmen, der schon neben unserem steht, und an der Grenze umzusteigen, oder bis abends zu warten und den Nachtbus zu nehmen.
Letzteres wollen wir eigentlich nicht, denn wir haben eine nette Unterkunft in Playa del Carmen gebucht.

Also springen wir direkt in den nächsten Bus, obwohl das bedeutet, dass wir nicht mal kurz aufs Klo gehen können.

So können wir es kaum erwarten, die Grenze zu erreichen.

Nachdem wir das Wichtigste – also den Gang zur Toilette – erledigt haben, reisen wir aus und wechseln noch unsere letzten Belize-Dollar in Mexikanische Peso. Dann heißt es: laufen … – denn die Taxis auf dieser Seite der Grenze wollen unglaubliche 60 Belize-Dollar (fast 25 Euro) für den Transport nach Mexiko.

Dabei sind es nur wenige Kilometer bis zur mexikanischen Grenzstation! Außerdem ist es ja mal ganz interessant, durch eine „Zona libre“ zu spazieren.
Wobei die Häuser, an denen wir vorbeikommen, ziemlich heruntergekommen sind.

„Stell dir mal vor“, sage ich zu Dario „wenn jetzt etwas passieren würde weshalb Deutsche nicht mehr nach Belize oder Mexiko einreisen dürften.“
Dabei denke ich an den Film „Terminal“, in dem ein Mann jahrelang an einem Flughafen festsitzt.

Doch wir können problemlos nach Mexiko einreisen.

Während wir im Taxi zur Fernbusstation der nur wenige Kilometer entfernten Stadt Chetumal sitzen, stellen wir fest, dass wir die Zeitzonen diesmal nicht bedacht haben. Plötzlich verlieren wir eine Stunde. Das bedeutet, wir haben den frühen Bus schon verpasst.

An der Busstation angekommen, kriegen wir gerade noch so den nächsten Bus. Kaum sitzen wir, rufe ich unsere Unterkunft an, um mitzuteilen, dass wir nun leider erst gegen Mitternacht ankommen. Doch diesmal haben wir wirklich Pech: Unser Zimmer wurde schon weitervermietet, weil wir auf die Mails des Anbieters nicht reagiert haben.
Wie auch? Wir haben erst gestern Abend gebucht, und das war das letzte Mal, dass wir Internetzugang hatten. Für Belize hatten wir schließlich keine SIM-Karte.

Nun muss ich also mit booking.com telefonieren. Die wollen jedoch nicht einfach die Buchung stornieren, sondern müssen etwas Neues für uns finden. Leichter gesagt als getan, denn die Verbindung bricht immer wieder ab.
Die erste Alternativunterkunft stellt sich als schon ausgebucht heraus. Die zweite ist es auch, und als wir endlich wieder Verbindung haben und insgesamt mehrere Stunden am Telefon verbracht haben, kommen wir schließlich ohne Buchung in Playa del Carmen an.

Schließlich – endlich – kriegen wir dann ein Hotel zugewiesen, das tatsächlich noch Zimmer frei hat und 24 Stunden Rezeption bietet. Zwar ist es eine herbe Enttäuschung im Vergleich zu allen anderen Unterkünften, die uns bisher angeboten wurden, aber besser als nichts. Und die Preisdifferenz wird uns erstattet.

So kriegen wir wenigstens noch etwas Schlaf, bevor wir morgen früh zum Kochkurs gehen.

 

Kochkurs – wir lernen traditionelle mexikanische Küche!
22.03.2018

Wir frühstücken eine Kleinigkeit und werden kurz darauf vom Shuttle Service der Kochschule abgeholt.

Als wir die vierspurige Straße der an der Südostküste Yukatans entlang fahren, sehe ich plötzlich ein großes Straßenschild, auf dem „Cirque du Soleil“ steht.

Ich schaue sofort im Internet nach, was es damit auf sich hat. Und tatsächlich hat der berühmte Cirque du Soleil hier ein festes Aufführungshaus. Zudem kann man ein luxuriöses Drei-Gänge-Menü genießen, wenn man etwas mehr bezahlt.
Das hört sich ganz schön verlockend an …

Allerdings wollen wir ja morgen schon wieder weiter. Playa del Carmen ist nicht so unser Ding. Viel zu touristisch.

Die Kochschule liegt zwischen Playa del Carmen und Cancun. Etwas abseits der großen Straße, schon quasi im Dschungel. Das war einer der Gründe, warum Dario sie ausgesucht hat.

Als wir ankommen, sind noch nicht alle Teilnehmer da und wir nutzen die Zeit, um den Zirkus anzusprechen.
„It‘s absolutely great! And you have to take the dinner! It‘s the best I‘ve had in this area of Mexico.”, lässt sich sofort die Kochlehrerin begeistert darüber aus.
Auch eine der Teilnehmerinnen, die schon dort war, stimmt sofort zu.

Nun ist es für uns klar. Wir müssen da heute Abend hin!

Als alle angekommen sind, sind wir insgesamt sieben Kursteilnehmer.
Die Leiterin der Kochschule gibt den Kurs. Ihr assistieren zwei weitere Köche, zudem gibt es eine Spülkraft und eine Maya-Frau, die speziell für die handgemachten Tortillas zuständig ist.
Das macht fünf Arbeitskräfte für sieben Kursteilnehmer!

Entsprechend reibungslos läuft alles.

Der Kurs beginnt mit einem kleinen, gemeinsamen Frühstück. Hauptsächlich süße Teilchen, weshalb wir froh sind, dass wir schon was im Magen haben.

Zu den Backwaren werden traditionelle Getränke serviert:

Einen Kaffee, der mit Orangenschale, Zimt und Nelken gebraut wurde und natürlich Kakao, das rituelle Getränk der Maya.

Obwohl der Kakao wohl ursprünglich aus Südamerika stammt, waren die Mayas die ersten, die Kakao als Getränk benutzten. Allerdings durften ihn lange Zeit nur Adelige und Priester als zeremonielles Getränk zu sich nehmen.

Wobei ich dazusagen muss, dass dieses bittere, mit Wasser angerührte Zeug nicht wirklich unseren Vorstellungen von heutigem „Kakao“ entsprach. Wir haben den „ursprünglichen“ Kakao in San Christobal probiert und fanden ihn ziemlich ungenießbar…

Zum Glück gibt es heute eine neumodische und wesentlich schmackhaftere Variante. Der Kakao ist mit Zimt, Mandeln, und Zucker gewürzt und wird mit Milch zubereitet. Der, den wir hier trinken, stammt von einem Kooperationsbetrieb der Kochschule, der Kakao biologisch anbaut. Es ist der beste, den wir bisher in Mexiko getrunken haben!

Nach diesem genussvollen Beginn besichtigen wir den Garten.

Wir lernen, dass Vanille ursprünglich aus der Region um Papantla kommt und es nur dort die Insekten gibt, die die Vanille natürlich bestäuben (laut Wikipedia gibt es sie in Mexiko und auch anderen Orten in Mittelamerika). An allen anderen Orten muss von Hand bestäubt werden!
Hier im Garten gibt es eine, doch geblüht hat sie bisher noch nicht.

Die wichtigsten Gewürze der mexikanischen Küche sind natürlich auch vertreten: Epazote (Mexikanische Drüsengänsefuß), Cilantro (Koriander) und Oregano.

Zudem viele andere Pflanzen, von Zucchini, über Papaya und Tomatillos (gehört zur Familie der Physalis, wird für grünes Salsa verwendet) bis hin zu Hibiskus.

Chaya ist für uns eine neue Pflanze, sie ist eine traditionelle Heilpflanze der Mayas und wird mit Eiern oder als Tee serviert. Helfen soll sie unter anderem gegen Nierensteine.

Der Gärtner arbeitet nach traditionellen Verfahren und richtet sich beim Aussähen und Umpflanzen nach dem Mond.

Dieses Vorgehen haben sie auch selbst mit der normalen Vorgehensweise verglichen, und die Ergebnisse des Pflanzens nach Mondzyklus waren wesentlich besser.

Die einzigen hier angebauten Pflanzen, die nicht gegessen werden, sind jene gegen Moskitos und Marigold (Ringelblume).

Marigold ist eine der wichtigsten Pflanzen in Mexiko, denn ihre Blütenblätter geleiten am „Dia de los Muertos“ die Verstorbenen ins Reich der Lebenden. Dort erwartet man sie mit lieben Gaben. Jeder bekommt das, was er zu Lebzeiten mochte. Selbst wenn jemand unter Alkoholeinfluss gestorben ist, bekommt er das geliebte Gesöff am Tag der Toten hingestellt.

Nach dem Gartenspaziergang machen wir uns an die Arbeit.

Während sechs Teilnehmer den Anweisungen der Lehrerin folgen, verbringt Dario die meiste Zeit damit, unsere Arbeitsschritte unauffällig zu überwachen und mit der „Meisterin“ zu diskutieren. Die beiden verstehen sich blendend und verlieren sich irgendwann in Ausschweifungen über Küchenatmosphäre und Messer.

Besonders interessant ist die Vorbereitung der Tamales. Das Wort „Tamales“ leitet sich aus einer der alten Sprachen ab, in welcher es so viel wie ‚Umschlag‘ bedeutet. Sehr passend, denn ein Maisblatt fungiert tatsächlich als Umschlag für das Gericht.

Wir streichen den Teig auf das Maisblatt, geben die Füllung darauf und falten den ‚Umschlag‘ zu. Damit er sich während des Kochens nicht öffnet, verschnüren wir ihn anschließend.

Als Snack zwischendurch gibt es Tortillas mit verschiedenen Saucen, sowie Mango, Sellerie und ein dem Rettich ähnliches Gemüse mit Chilipulver bestreut.

Das Dessert will auch rechtzeitig gemacht werden. Es ist ein simpler Reispudding.

Für die Tortillas wird ein Fleischsalat bereit gemacht, und als soweit alles fertig ist, kommt der besonders traditionelle Teil des Kurses: Die nette Maya-Frau zeigt uns, wie Tortillas von Hand gefertigt werden!

Es sieht so leicht aus, dass ich mich optimistisch sofort melde, um es selbst zu versuchen. Teige liegen mir im Allgemeinen recht gut.
Doch der Versuch einen auch nur annähernd so flachen und vor allem runden Fladen herzustellen, wie die rundliche kleine Dame es vormacht, scheitert kläglich.

Ich schüttle nur den Kopf über mich und vergesse sogleich noch, den Tortilla auf der heißen Platte zu wenden. Aber die Dame vergisst es natürlich nicht und rettet meinen Tortilla, während sie schon Dario unterweist.

Nachdem jeder, der möchte, sich an der traditionellen Herstellung der Tortillas versucht hat, setzen wir uns an den schön gedeckten Tisch.

Jetzt heißt es nur noch: Genießen!

Wir schwelgen in den Leckereien und bekommen gar nicht genug. Vor allem die Tortillas mit Fleischsalat sind eine Wonne. Immer und immer wieder nehmen sich alle nach, bis die Schalen leer und die Bäuche voll sind.

Sehr zufrieden verabschieden wir uns und fahren mit dem von zwei anderen Teilnehmern organisierten Taxi zu einem großen Ressort, das praktischerweise genau gegenüber vom Zirkus liegt.

Der Fahrer lässt uns einfach an der Einfahrt des Zirkus raus.

Da uns in Playa del Carmen nichts lockt, sehen wir keinen Grund, dorthin zurück zu kehren.
Stattdessen machen wir es uns in einem der Lokale gemütlich, die dem Zirkushaus vorgelagert sind.

 

Cirque du Soleil – Show & Dinner

Es ist ein fantasievolles Gebäude, das mich mit seiner „Krone“ ein wenig an das Tempodrom in Berlin erinnert. Zwar wirkt es aus der Ferne nicht ganz so elegant, doch ich finde es wesentlich romantischer. Während das Material des Tempodroms Beton ist, ist dieses träumerische Gebäude mit Palmblättern gedeckt. Die darunterliegende Stahlkonstruktion fällt nur bedingt auf.

Von der Kasse aus, an der wir unsere Tickets abholen, sieht man das Gebäude zwar schon, doch der Weg dorthin führt um eine künstliche Cenote herum, in deren Mitte eine Insel mit einem kleinen Baumhain liegt. Entlang des Stegs gibt es zwei Restaurants und einen Souvenirshop.

Wir machen es uns auf einer der Terrassen gemütlich und warten auf den Abend.

Vor der ersten Vorstellung gesellt sich ein nettes älteres Paar aus England zu uns. Wir unterhalten uns ganz locker mit Ihnen und erfreuen uns wie so oft daran, wie leicht uns das Unterhalten auf Englisch fällt.

Sie erzählen uns, dass sie schon die ganze letzte Woche in die Vorstellung wollten, es aber einfach keine freien Plätze gab. Wir schauen uns an. Da haben wir wohl ganz schön Glück gehabt.

Als ihre Vorstellung beginnt, sind wir froh, dass wir die zweite gebucht haben, denn wir sind immer noch pappsatt. Stattdessen begeben wir uns auf die kleine freie Fläche zwischen den Restaurants und tanzen. Der DJ geht sofort darauf ein und legt passende Musik für unseren Diskofox auf.

Auch die Wartenden freuen sich und schenken uns ihre Anerkennung. Wir sind so schön frei! Es kümmert uns nicht im Geringsten, ob wir alles richtig machen, denn es macht einfach Spaß. Ein- oder zweimal bekommen wir sogar Gesellschaft auf der Tanzfläche.

Als die erste Vorführung zu Ende ist, winkt uns das englische Paar nochmal strahlend zu und bestätigt, was wir ja schon gehört haben: Die Show sei fantastisch.

Knapp eine Stunde später können wir endlich rein. Über den geschwungenen Steg spazieren wir zum Zirkushaus empor. Von der höher gelegenen Terrasse des Eingangsbereichs rauscht ein Wasserfall in die künstliche Cenote.

An der Ticketkontrolle nimmt uns ein Servicemitglied in Empfang und führt uns durch den verglasten Eingangsbereich hinein ins Traumland.
Und das ist es tatsächlich. Das ganze Innere des Gebäudes ist ein einziges, riesiges Bühnenbild. Da hängen grüne Ranken von der Decke und gigantische Bücherregale zieren die Wände. Fantasievolle Kronleuchter, die wie Wesen aus der Tiefsee wirken, ergänzen das mystische Bild.

Ein großer, geschwungener Vorhang verdeckt noch den größten Teil der Bühne.

Der Kellner führt uns die Treppen hinab bis an den Rand der Bühne. Wir haben einen der Tische ganz vorne in der Mitte. Näher geht es nicht.
Wir grinsen uns an und sind richtig aufgeregt

Alsbald wird der erste Gang serviert: Die Menükarte!
Guten Appetit.

Und dann folgt die tatsächliche Vorspeise (ich hoffe, die Übersetzung stimmt ungefähr): Marinierte Wassermelone, Ziegenkäse, geröstete Chiasamen, Iberico-Schinken serviert mit Chaya-Blattsalat, essbaren Blumen und beträufelt mit Vinaigrette. Tatar vom kalt geräucherten Fang des Tages, mit MayaLimettenkugel und Avocado-Püree. Weicher Jicama-Taco (Jicama ist eine Kletterpflanze, deren Knollen man isst) mit Dzik-Krabbensalat und Koriander-Rettich-Salat mit knusprigen blauen Maischips.

In der Mitte des Tellers steht ein Töpfchen mit Rosmarin, in welches der Kellner theatralisch etwas Flüssigstickstoff gießt. Der wabernde weiße Nebel ergießt sich über den Teller.

Es schmeckt fantastisch!

Dazu gibt es vier verschiedene Arten von Brot, von denen zwei baumartige Formen haben, und natürlich den Sekt. Eine ganze Flasche ist im Preis enthalten.

Während wir schmausen, beginnt der große Vorhang sich langsam zu öffnen und offenbart die Bühnenwelt. Solch ein Bühnenbild haben wir wahrhaftig noch nie gesehen! Ein riesiges Portal umgeben von Büchern, Wendeltreppen, die zu kleineren Bühnenbereichen auf drei Ebenen führen, gigantischen Buchrücken, die ebenso hoch wie die Wendeltreppen reichen, und eine Flut von Details wohin das Auge auch blickt.

Während wir noch staunen, kommt ein Amuse-Gueule aus der Küche: Für jeden ein Löffel mit irgendetwas Cremigem, sowie getrockneten Himbeeren und Erdbeeren.
Der Kellner erklärt uns, dies sei der „Drachenatem“ und man solle alles auf einmal essen, um den gewünschten Effekt zu erhalten.

Auf drei schieben wir uns also beide den Löffel in den Mund. Es schmeckt fein, doch was ist nun das Besondere? Als ich jedoch den Mund öffne, um Dario zu fragen, was er davon hält, wallt weißer Nebel heraus! Das ist also der Drachenatem. Wir lachen uns qualmend an.

Dann öffnet sich ein rundes Loch in der Mitte der Bühne und eine munter spielende Band, bestehend aus drei älteren Herren, wird heraufgefahren.

Wir haben je einen der beiden Hauptgänge bestellt.
Darios wird unter einer metallenen Essensglocke serviert, in deren Oberfläche ein Schlüsselloch geschnitten ist, aus welchem es geheimnisvoll rot leuchtet.
Ich hingegen bekomme einfach einen großen Steinbrocken serviert.

Unter Darios Glocke befindet sich geschmorte Querrippe mit geröstetem Knochenmark, ein Joya-Mais-Crisp, frischer Kräutersalat mit lokaler Limette, geräucherter Kürbis, Maya-Asche und Chilisoße.

Mein Fels enthüllt Lachsfilet mit Pomeranzen-Annatto-Samen-Sauce, Koriander-Püree, Ananas-Jicama-Avocado-Salat und zudem Süßkartoffel und Mais.

Zu der Band auf der Bühne gesellen sich abwechselnd verschiedene andere Künstler. Mal ein wilder Geiger, dann wiederum eine Opernsängerin.

Die Nachspeise wird in großen Büchern serviert. Es gibt einen kleinen Schokoladenkuchen, einen tropischen Brotpudding, eine Hibiskusblütenmehl-Crème brûlée und ein yukatanisches Limetten-Crème-Törtchen.

Wir essen so gemütlich, dass wir noch gar nicht fertig sind, als die Band nach gut einer Stunde wieder im Boden verschwindet und die eigentliche Show beginnt.

Doch wir werden nicht gedrängt und schmausen einfach weiter, während das Spektakel beginnt.

Bei der Geschichte sind wir uns nicht ganz einig. Klar ist nur: Ein alter Herr besitzt ein sehr wichtiges Buch, das gestohlen wird. Ein junges Mädchen, vermutlich seine Enkelin, macht sich auf den Weg um es zurück zu holen. Doch soll der alte Mann Gott darstellen und handelt es sich um das Buch der Schöpfung? Oder geht es eigentlich nur um Träume? Darum, wie viel Spannung und Abenteuer ein Kind mit Fantasie in der Bibliothek seines Großvaters finden kann?

Während die Künstler unseren Erwartungen nur gerade so gerecht werden, lässt die Inszenierung nichts zu wünschen übrig. Die ganze Show ist eine fantastische bunte Welt. Jeder Akt ist Teil der Geschichte.

Um nur einige zu nennen: Da sind die Ikarier (ein Artist liegt auf dem Rücken und jongliert den anderen auf seinen Füßen), die als Fallschirmspringer von der Decke herabgelassen werden und sich während ihrer Nummer die ganze Zeit um das gestohlene Buch prügeln. Dann die Piraten, deren Schiff sich aus einem der großen Buchrücken entfaltet. Und schließlich springt unsere Heldin durch das Loch im Boden und taucht ein in die Unterwasserwelt. Sie schwebt schwerelos zusammen mit Meeresgestalten von der Decke herab, als sänke sie im Meer nach unten, während die Bühne wieder von dem transluzenten Vorhang verhüllt wird, hinter dem dann plötzlich, durch Licht sichtbar gemacht, ein riesiges Meeresungetüm auf Jagd geht. Und gegen Ende der Engel am Vertikalseil, der das Buch sicher in die Arme des Mädchens übergibt.

Doch schließlich geht der Traum zu Ende und wir verlassen wie Traumwandler das Zirkushaus.


Cavelands

23.03.2018

Wir folgen Gastons Empfehlung und nehmen ein Colectivo zurück Richtung Tulum. In einem kleinen Dörfchen steigen wir aus und laufen zu „Cavelands“.

Das Stück Land mit mehreren kleinen Höhlen und einer winzigen Cenote gehört einem Freund von Gaston. Der ältere Herr ist ebenfalls Holländer und hat hier vor zwanzig Jahren begonnen, sich ein idyllisches Leben aufzubauen. Einige kleine Hüttchen, mehrere Wohnwagen, ein Tipi, ein paar fest stehende Zelte und Platz zum Campen ermöglichen die Aufnahme recht vieler Gäste.

Allerdings zu nicht ganz günstigen Preisen, weshalb wir uns für eines der Zelte entscheiden.

Das einzige echte Manko sind allerdings die Heerscharen von Moskitos, die am Abend über uns herfallen und uns zu einem Rückzug ins Zelt zwingen.

 

Schnorcheln in einer Höhle
24.03.2018

Wir haben Lust uns zu bewegen und so laufen wir die zehn Kilometer zu den Cenotes Sac Actún.

Als wir ankommen, geht gerade eine Tour los, doch wir wollen erst noch kurz Pause machen. Also setzen wir uns erst mal in den Schatten.

Als eine Gruppe mit Mädels ankommt, beginnen wir alle gemeinsam die Tour, müssen jedoch feststellen, dass wir einfach nur der bereits begonnenen Tour zugeteilt werden und nach der Hälfte einsteigen. Doch der Guide beruhigt uns sofort, indem er uns mitteilt, dass wir den ersten Teil am Ende auch noch alleine machen können.

Mit der Gruppe schnorcheln wir also durchs kalte Wasser, kurz darauf ist die Höhlendecke nur noch kaum einen Meter von unseren Köpfen entfernt und wir müssen aufpassen, damit wir uns nicht den Kopf an den Stalaktiten stoßen.

Dank der Taucherbrillen können wir sehr gut sehen, dass es am Rand der Höhle unter Wasser weitergeht. Das Unterwasserhöhlensystem, zu dem die Cenotes Sac Actún gehören, ist mit 352,9 km Länge und 226 Cenoten das größte bekannte der Welt.

Wir staunen viel, beginnen jedoch auch zu frieren, weshalb wir ganz froh sind, als der geführte Teil zu Ende ist. Nach einem kurzen Sonnenbad machen wir uns zu zweit an die Erkundung der anderen Höhle und genießen die Ruhe. Endlich keine kreischenden Mädels mehr.

Durch Löcher in der Höhlendecke fallen vereinzelte Sonnenstrahlen herab und sorgen für ein geradezu magisches Licht.

Als wir schließlich bibbernd und glücklich an die Erdoberfläche zurückkehren und uns auf den Weg machen, ist es schon recht spät. Doch unterwegs gabelt uns ein Local auf und wir dürfen auf der Ladefläche des Pickup Trucks bis zur großen Straße mitfahren.
Dort dauert es nur ein paar Sekunden, bis wir in einem Colectivo sitzen.

 

Ein letztes Bad
25.03.2018

Zum Abschluss gehen wir in eine kleinere, aber ausgesprochen hübsche Cenote zum Schwimmen. Sie liegt gleich gegenüber von Cavelands, nur wenige Gehminuten von der Straße entfernt.

Sie ist richtig eingewachsen. Wären da nicht all die Menschen, würden wir uns glatt vorkommen wie im tiefsten Dschungel.

Anschließend heißt es leider: Abfahrt nach Cancun!
Dort haben wir ein nettes AirBnB für unsere letzte Nacht in Mexiko gebucht.

 

Auf nach Peru!
26.03.2018

Unser Flug geht erst Abends, doch da unser netter Gastgeber für heute keine Buchung hat, dürfen wir bis zur Abfahrt da bleiben. Ein Bekannter von ihm bringt uns zum Flughafen.

Auf der Fahrt finden wir heraus, dass er eigentlich für UBER fährt, aber das seit fast einem Monat hier vorläufig verboten wurde. Denn auch hier gibt es Schwierigkeiten mit den offiziellen Taxis.
Wieder einmal bekommen wir unschöne Geschichten zu hören.
Unser Fahrer wurde mal von mehreren Taxis angehalten und sein Fahrgast genötigt, in eines der Taxis umzusteigen.

Noch schlimmer, wenn auch mit schwarzem Humor betrachtet geradezu witzig, ist die Geschichte von zwei Fahrern, die mitten auf der Straße aufeinander losgehen wollten. Ein Taxifahrer und ein UBER-Fahrer.
Doch als sie aus ihren Wagen gestiegen waren und aufeinander zuliefen, kam gerade ein großer Lastwagen.
Tja, und das war es dann für die beiden …

Wir wünschen dem sympathischen jungen Mann alles Gute und geben ihm ein nettes Trinkgeld.

Unseren Flug bekommen wir sehr entspannt. In Mexiko Stadt müssen wir während der Nacht umsteigen. Ausnahmsweise haben wir für die Stunden zwischen den Flügen sogar ein Zimmer gebucht.
So gestaltet sich die ganze Reise recht angenehm.

Peru, wir kommen!