Bangkok (No.2)

CHATUCHAK MARKT BANGKOK – 10.000 STÄNDE ÜBERFORDERUNG
Tag 46 (27.11.2016)

Wir kommen um 06:00 Uhr morgens in Bangkok an und suchen uns erst mal ein Hotel. Nach dem Norden fühlt sich hier alles wahnsinnig teuer an. Wir wählen das Embassy Hotel in der Nähe der Busstation und des Chatuchak Market.

Den besuchen wir dann auch, sind allerdings vollkommen überfordert ob der tausenden kleiner Läden. Preiswert ist es hier nicht, dafür aber umso bunter. Wir lassen uns einfach treiben, landen schließlich auf dem Tiermarkt und kehren irgendwann erschöpft zurück.

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I-PHONE WERD WIEDER HEIL, HEX HEX 🙂
Tag 47 (28.11.2016)

Wir suchen die Innenstadt auf, um in einem der Tower das gebrochene Display unseres I-Phone ersetzen zu lassen. Während wir warten besichtigen wir die Kleidermärkte in der Umgebung. Hier gibt es einfach alles. Auf der einen Seite der Straße sind Hochglanz-Shoppingcenter, auf der anderen Seite Straßenmärkte und ein „sterbendes“ altes Kaufhaus, in dem unglaubliche Faschingskostüme verkauft werden und wir teilweise stehende Rolltreppen hinauf und hinab steigen müssen.

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UND WIEDER VORM PALAST…
Tag 48 (29.11.2016)

Wir finden frustriert heraus, dass der Eintritt in den Palast über 10€ pro Person kostet und fahren stattdessen Flussboot und besuchen den Asiamarkt.

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LETZTE BESORGUNGEN
Tag 49 (30.11.2016)

Wir versuchen noch einige Dinge für Neuseeland mit der MasterCard zu besorgen (gar nicht so einfach in einem Bargeld-Land), da wir kaum noch Cash haben und fahren dann mit dem Zug zum Flughafen. Wichtigster Neuerwerb: Darios kuenftiger Fahrradhelm, der eigentlich ein Mopedhelm ist.

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Dort angekommen gehen wir ganz entspannt zum einchecken. Doch die Airline nimmt unser Gepaeck nicht an. Sie erklaeren uns, wir braeuchten schon jetzt ein Visum fuer Australien. Dabei haben wir uns vorher alles durchgelesen und festgestellt, dass wir noch keines brauchen. Wir wollen erst in Neuseeland entscheiden, ob wir ein Touristen- oder ein Work&Travelvisum fuer Australien beantragen wollen.

Wir vestehen nicht ganz, weshalb wir dieses Visum brauchen. Fuer Australien? Nein, doch als Ausreisenachweis fuer Neuseeland? Die Quantas-Mitarbeiter druecken sich unverstaendlich aus. Doch was eindeutig ist, ist das sie unser Gepaeck nicht annehmen. Sie schicken uns zu einem Internetkaffee wo wir noch versuchen koennen unser kostenloses Visum zu beantragen doch mit der Warnung, dass der Schalter in einer halben Stunde schliesst. Doch es ist viel zu viel auszufuellen und wir bekommen nicht mal fuer einen von uns das Visum. Letztendlich muessen wir fuer umgerechnet fast 100Euro pro Person eines erstellen lassen. Wir regen uns ziemlich auf, jedoch nicht ganz so sehr wie zwei junge Frauen am Nachbarschalter, die ihren Flug verpasst haben. Immerhin das ist uns nicht passiert, haette aber rueckblickend auch passieren koennen, wenn die Mitarbeiter den Schalter einfach etwas frueher geschlossen haetten.

Wir sind heilfroh, als wir schliesslich im Flieger sitzen.

Dieser negative Abschluss haette nicht sein muessen, es war eine wunderbare Zeit.

BIS EIN ANDERMAL, THAILAND!!!

 

Chiang Mai (No.2)

MEDITATION FÜR ANFÄNGER
Tag 40 (21.11.2016)

Pünktlich um 9:00Uhr sind wir zur Meditation am Tempel. Nach einem Vortrag über Budhismus und Meditation vom Gründer des Meditationsprogramms werden wir von dem allseits beliebten KK in die praktische Meditation eingeführt. Während für den Vortrag eine Touristengruppe da war, sind wir für den Meditationsteil nur zu viert. Wir und ein sehr nettes Pärchen aus den USA.

Wir meditieren sitzend, stehend, gehend und liegend. Im Sitzen zählen wir zudem die Holzperlen einer Meditationskette.

Auf das Liegen haben wir uns natürlich besonders gefreut und Dario schläft dann auch recht schnell ein. Ich versuche mich zu entspannen und… „bssssss“ kommt eine Stechmücke angeschwirrt um meine Bemühungen zu untergraben. Erfolgreich. Ich halte es nicht aus und versuche gegen alle Regeln des Budhismus sie zu ermorden, während KK draußen an der Rezeption ist. Vergebens. Das Viech fliegt mir sogar in die Haare. Und meine hundert anderen Stiche jucken nun natürlich auch.

Ich bin sehr dankbar als wir schließlich wieder aufstehen können. Wir bedanken uns alle und verabschieden uns herzlich von einander.

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Dann bummeln wir durch die Stadt und mieten sogar wieder ein Moped, weil die Strecken zwischen Tempel und Innenstadt uns einfach zu groß sind.

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MEDITIEREN FUER FORTGESCHRITTENE ANFAENGER
Tag 41 (22.11.2016)

Morgens erkunden wir die Stadt mit dem Moped.

Um 13:00Uhr kehren wir zum Tempel zurück und beginnen die zweitägige Meditation. Wieder gibt es eine kurze Einführung. Zum einen die, die wir zum Teil schon kennen, zum anderen wird ein Filmteam des ARD vorgestellt, das eine Reportage über zwei junge Frauen auf Thailandreise dreht. Na toll. Dario freut sich, während ich nur mäßig begeistert bin. Zur Meditation passen herumrennende Kameraleute nun wirklich nicht so gut. Umso froher bin ich, dass wir nicht Objekt eines solchen Orojektes sind. Die beiden werden ständig interviewed und von der Kamera fast ununterbrochen verfolgt.

Dann fahren wir (ca. 40 – 50 Personen) mit roten Taxibussen zum Meditationszentrum. Es ist extra für diese Touristenkurse von einer Familie gestiftet worden und wir sind ganz unter uns. Je zwei Frauen oder Männer in einem Zimmer. Ich beschließe nicht nach einer Zimmerpartnerin zu suchen, finde aber eine ältere Frau in lockeren Kleidern interessant. Und ich habe Glück, denn genau sie fragt mich schließlich. Sie kommt aus den USA und ist ebenfalls besorgt wegen des Wahlergebnisses. Wir verstehen uns prima, müssen jedoch schon bald mit dem Schweigen beginnen, das bis zur Abreise morgen anhalten soll.

Wir meditieren, essen, meditieren, essen, gehen schlafen. Vor der Meditation wird dem Buddha Respekt gezollt, vor dem Essen rezitiert und irgendwann auch eine Art Gebet gesprochen. Es gefällt mir ausgesprochen gut:

  • May all living Beings
  • Be free from suffering and pain
  • May all living beings
  • Be free from hatred and killing
  • May all living beings
  • Be free from violence and war
  • May all living beings
  • Be happy and secure
  • May all living beings
  • Have well being and peace
  • May peace reveal in our self
  • May peace reveal to the world

Es wird früh geschlafen.

QIGONG IST SCHNELL UND ACTIONREICH – IM VERGLEICH ZUR MEDITATION
Tag 42 (23.11.2016)

Um 5:00Uhr läutet die Glocke und wir wühlen uns aus den Betten. Eine halbe Stunde später sitzen wir bei der Morgenmeditation. Danach kommt eine Qigong Lehrerin und zeigt uns fünf Formen: Drache, Tiger, Schlange, Kranich und eine habe ich wohl vergessen. Mir gefällt es sehr gut und ich würde sie gerne mal besuchen. Sie bietet nämlich an bei ihr im Garten zu campen und eine Woche mit ihr zu trainieren, gemeinsam zu kochen und zu musizieren. Leider bricht ein Mädchen zusammen, wohl weil sie unterzuckert ist, doch zum Glück verletzt sie sich nicht und ist bald wieder wohl auf.

Danach sammelt der Mönch Reis von uns ein, den wir zuvor im Speisesaal abgeholt haben. Wir lernen, dass die Mönche morgens barfuß durch die Gegend wandern und Spenden in jeglicher Form, meist Essen, entgegennehmen. Zum Dank sprechen Sie eine Art Segen für den Spender.

Ich stehe ganz hinten in der Reihe, weil ich mich nicht beeilt habe. Nicht mehr auf dem Platz, sondern schon in Gras. Nachdem der Mönch auch meinen Reis eingesammelt hat, bedeutet er mir auf den Platz zu kommen. Ich verstehe nicht ganz warum und was genau er will, doch schließlich trete ich vor und als er sich umdreht folge ich ihm. Vielleicht geleitet er uns jetzt zum Frühstück? Es stellt sich heraus, dass wir uns hinknien sollen und ich wohl eigentlich nur bis auf den Platz treten sollte, um nicht im Gras knien zu müssen. Tja, nun bin ich aber in der Mitte des Platzes und die Schlange ist mir gefolgt. Ich knie mich also einfach an Ort und Stelle hin. Die anderen tun es mir nach und der Mönch segnet uns alle. Dann gibt es endlich Frühstück.

Bis zur Abfahrt wird die meiste Zeit meditiert. Bei der letzten freien Meditation merkt man allerdings deutlich, dass vielen die Puste ausgeht.

Auf der Rückfahrt stellt sich heraus, dass einer der Teilnehmer am Tag vor uns nach Neuseeland fliegt und danach ebenfalls nach Australien. Ob wir ihn wiedersehen?

Wir verabschieden uns und ziehen wieder unserer Wege.

JONGLIERCONVENTION IN PAI
Tag 43 (24.11.2016)

Wir besuchen einen alten Bekannten von Dario’s Tante Dinah. Er hat außerhalb von Chiang Mai eine kleine Künstlerlodge. Er vermietet Schlafräume, ein Keramikatelier und eine Probebühne. Seine Frau Noy ist viel jünger als er und sie haben eine Tochter namens Lea. Ein aufgewecktes Mädchen die genau wie ihre Mutter perfekt Englisch spricht, zudem Thai und Deutsch versteht sie auch. Abends spielen wir mit ihr Karten und machen Späße mit der Katze. Schlafen dürfen wir unter einem Bambusdach, denn die anderen Schlafmöglichkeiten sind alle gebucht.

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KOCHKURS
Tag 44 (25.11.2016)

Wir stehen früh auf und fahren zurück nach Chiang Mai, denn für heute haben wir einen Kochkurs gebucht. Wir haben Glück, unsere Kursleiterin ist super nett, beantwortet all unsere Fragen, gibt uns gute Adressen zu Voluntierfarmen und nimmt es mit Humor einen „Profi“ im Kurs zu haben.

Der Kurs ist recht simpel, gut aufgebaut und lecker. Ich lerne ein bisschen Kochen und Dario analysiert begeistert den Kurs.

DEN BERG HINAUF UND HINAB
Tag 45 (26.11.2016)

Wir machen noch eine Tour, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Wir fahren auf den Berg von Chiang Mai. Er ist allerdings so touristisch wie erwartet. Und wo immer wir in letzter Zeit sind, es wird immer gefilmt. Heute eine Szene fuer einen Film…

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Wir genießen die Fahrt, finden bei den Tribes schöne Jonglierhosen und treten schließlich die Rückreise per Nachtbus nach Bangkok an.

Pai (No.3)

JONGLIERCONVENTION IN PAI
Tag 38 (19.11.2016)

Wir frühstücken und stellen fest, dass nur Noy da ist. Herzlich verabschieden wir uns und sie packt uns noch ein paar Passionsfrüchte für die Fahrt in eine Tüte.

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Diesmal ist unsere Fahrt nach Pai nicht verregnet, sodass wir (bei dieser dritten! Fahrt) eines der schoensten Blumendaecher bemerken, das wir jeh gesehen haben.

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Wir besuchen kurz Jo und verabreden uns mit ihm für den nächsten Tag. Unserem Gepäck geht es auch gut, aber leider bekommen wir keinen Bungalow im Countryside Resort. Also gehen wir nebenan zu Sabai Garden und mieten ein Lehmhäuschen.

Dann schauen wir bei der Jonglierconvention vorbei und treffen unerwarteter Weise ein paar richtig gute Jongleure mit Keulen. Wir passen zu viert diverse Muster uns werden ständig von irgendwem gefilmt.

Erst als es zu dunkel wird hören wir auf.img_3641img_3618

PAI LEBE WOHL
Tag 39 (20.11.2016)

Wir verabschieden uns von Om Garden, geben unseren Scouter zurück und gehen jonglieren. Mittags kommt Jo dazu.

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Schließlich verlassen wir Pai mit dem Minivan, natürlich nicht ohne einen letzten Smoothie. Diesmal haben wir einen rasanteren Fahrer und tatsächlich wird uns ein wenig übel auf der Kurvenstrecke. Wir vermissen schon jetzt unseren Scouter.

Trotzdem leihen wir bei unserer Ankunft in Chiang Mai keinen, da wir ihn wegen der drei Tage Meditation für überflüssig erachten. Ein Fehler. Wir lassen uns von einem roten Taxibus zum Tempel bringen und müssen feststellen, dass die Gegend total teuer ist. Wir suchen ewig bis wir eine günstige Unterkunft in der Nähe finden, die nicht total verschimmelt ist. Die Suche wird zur Odyssee als wir zu einem halbwegs günstigen Guesthouse zurücklaufen und dort niemand mehr ist. Doch schließlich finden wir ein nettes Hotel. Mal wieder eines, dass in MapsMe gar nicht verzeichnet ist. Das scheinen die tatsächlich günstigen zu sein.

Tour Chiang Dao

AB DURCH DIE PAMPA
Tag 31 (12.11.2016)

Wir bringen unseren Scouter zum Check und gehen frühstücken. Wir sind allerdings etwas schneller als mit dem Check vereinbart und bekommen daher ein anderes Vehikel. Wir testen es und befinden es für okay.

Als wir dann nach dem Tanken etwas schneller fahren stellt sich jedoch heraus, dass der Lenker etwas ruckelt. Wir überlegen kurz, ob wir umtauschen sollen, entscheiden uns aber dagegen und treten die Fahrt nach Chiang Dao an. Die alte Frau, die neben der netten Dame mit dem hübschen Laden wohnt, in dem ich mein neues Oberteil und den Sarong gekauft habe, hat uns diesen Ort fü Loi Krathong empfohlen.

Wir wollen nicht schon wieder die gleiche Strecke nach Chiang Mai fahren und wählen eine Route durchs Hinterland. Tatsächlich gestaltet sich diese recht abenteuerlich: zuerst wechseln sich noch geteerte Abschnitte mit Dirtroad ab, später geht es durch Schlammlöcher, kleine Flüsse und über Fels. Der Scouter wird auf eine harte Probe gestellt und das Ergebnis ist: Hügel mag er nicht so (immer wieder muss einer laufen, obwohl es gar nicht so steil ist) und die Rückbremse könnte besser sein, tut aber ihren Job.

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Schließlich wieder unter Menschen suchen wir uns erstmal was zu essen. Es ist das günstigste Essen überhaupt bisher: 65Baht (1,72€) zu zweit.

Wir erreichen Chiang Dao als es gerade zu dämmern beginnt. Auf unserer Map finden wir die Hot Springs (laut den beiden Frauen kostenlos) und in deren Umgebung einige Farmstays. Wir fahren einfach dort hin.

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FARMSTAY

Tatsächlich ist einer der Farmstays quasi neben den Hotsprings, doch die Freiraumgestaltung und die Hütten gefallen und nicht übermäßig. Und das zum gleichen Preis wie unser geliebtes Countryside Resort! Trotz der fantastischen Bewertung hören wir auf unser Empfinden und wollen noch weiter schauen. Der nette Mann, dem die Farm gehört zeigt uns ein Schild, dass auf einen weiteren Farmstay verweist. Er meint allerdings, er sei nicht sicher ob wir es dort hin schaffen, da es eine Dirtroad und mit zwei Personen und Backpack doch recht schwierig sein könnte. Wir grinsen, bedanken uns und erobern die Dirtroad. Im Vergleich zu unserer restlichen Tour heute eine gut angelegte Straße.

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Nach einem Kilometer erreichen wir den „Rai Siwavej Farmstay“. Gleicher Preis, aber sehr schön angelegt und der Fluss verläuft direkt hinter den Hütten. Es gibt einen sehr netten Essbereich und eine kleine Küche zur freien Benutzung. Alles ist ausgesprochen sauber und Dario entscheidet, dass wir bleiben. Frühstück ist inklusive.

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BESSER NOCH ALS GEDACHT
Tag 32 (13.11.2016)

Um 8:00Uhr klingelt unser Wecker, denn zwischen 8:00 und 9:00 gebe es Frühstück, hat der nette Herr gestern gesagt. Das ist ganz schön früh für uns und wir quälen uns aus dem Bett.

Aber es lohnt sich, denn auf uns warten zwei Schüsseln mit Obst und Joghurt. Wir genießen sie, während sich der nette Mann zu uns setzt und beginnt zu erzählen und uns Tips zu geben. Er hat lange Zeit beim Militär gearbeitet und nebenbei begonnen die Farm aufzubauen. In seinen Ferien ist er hergekommen und hat geschuftet. Er ist vorzeitig vom Militär zurückgetreten, um sich ganz der Farm widmen zu können und die Hütten für Gäste zu bauen.

Er erklärt uns, dass auf der Farm alles „for free“ ist, wenn man erst mal bezahlt hat. Als Dario sagt, dass er heute Abend kochen möchte, führt er uns sogar herum und zeigt uns die ganzen Kräuter, Gemüse und Früchte. Sogar ein Huhn bietet er uns an. Wir lehnen dankend ab und beschließen das Fleisch auf dem Markt zu kaufen. Zwar hätten wir nichts gegen ein frisches, glückliches Huhn, aber unser herzlicher Gastgeber besitzt nur 7 und ein paar Küken. Das muss nun nicht sein.

CHIANG DAO CAVE

Auf seine Empfehlung hin schauen wir uns die Chiang Dao Cave an. Sie ist ganz nett, besonders die kleinen Anbetungsstätten. Wir schließen uns einer Touristengruppe mit englischem Guide an.

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BERGTEMPEL

Nur ein kleines Stück weiter liegt der Bergtempel. Ein paar hundert Stufen führen zu ihm hinauf. Der Weg ist gesäumt mit buddhistischen Weisheiten, teils auf Thai und teils auf Englisch. Ein paar Arbeiter auf halber Stecke sind gerade dabei Abdeckplatten für eine Wasserrinne anzupassen.

Oben am Tempel hat man eine tolle Aussicht und wir treffen die Touristengruppe aus der Höhle wieder, deren Guide doch recht überrascht ist uns hier anzutreffen. Der Tempel sei unter Touristen kaum bekannt.

Beim Hinabsteigen sehen wir wieder die Arbeiter, die gerade die Passgenauigkeit der ersten Platte überprüfen. Alle schauen gespannt zu und als sie tatsächlich passt werden überraschte Bekundungen laut.

UND DARIO BEGINNT ZU KOCHEN…

Wir kaufen auf dem lokalen Markt ein und besorgen auch einen Lampion. Auf der Farm kocht Dario Thai-Spaghetti.

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Als es ganz dunkel ist, lassen wir zusammen mit Dem Farmer unseren Lampion steigen. Sozusagen als Testlauf, damit morgen alles klappt.

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LOI KRATHONG – DAS LICHTERFEST
Tag 33 (14.11.2016)

Heute wissen wir, dass es kein Problem ist, wenn wir etwas später aufstehen. Also schlafen wir aus.

In meinem Schuh hat es sich derweil ein Gast bequem gemacht…

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Kaum tauchen wir aus der Hütte auf, ist unser Gastgeber zur Stelle und zaubert aus dem Kühlschrank unser sorgfältig vorbereitetes Frühstück hervor.

Frühstück: Papaya, Drachenfrucht, Banane, Avocado, Mais, Rote Bohnen, schwarzer Sesam, Joghurt. Und separat Passionsfrucht, die wir meist mit in den Obstsalat tun statt sie zu löffeln.

MR. VEJ

Nun stellt er sich unser Gastgeber als Mr. Vej vor. Während wir gemütlich futtern, sagen wir, dass wir heute zum Wasserfall fahren. Eigentlich meinen wir den südlich gelegenen, doch unser Gastgeber geht von dem anderen aus und zeichnet uns eine Karte mit weiteren Tips wie den zweiten heißen Quellen und einem chinesischen Dorf an der Grenze zu Myanmar. Außerdem zeichnet er gleich weiter und erklärt uns noch eine schöne Tour von mehreren hundert Kilometern über das Opiummuseum und Chiang Rai zurück nach Chiang Mai. Vielleicht machen wir die nächstes Mal.

DER GOLDENE FELS

Als wir schließlich starten, ist es schon 12Uhr. Trotzdem machen wir gemütlich, wir wollen nicht hetzen. Unterwegs bewundern wir die Vorbereitungen an den Tempeln für heute Abend. Heute ist Loi Krathong, das Lichterfest.

Auf einem Hügel in der Nähe entdecken wir einen großen Tempel und machen einen Abstecher. Es ist ganz schön voll, denn die Menschen bringen Opfergaben zu den Altären und Spenden für die Mönche. Besonders gut gefaellt uns der goldene Fels, der schier ueber die Kante kippt und den ich in letzter Sekunde noch vor dem Sturz bewahren kann:

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DER KLETTERFALL

Danach fahren wir weiter zu Wasserfall. Er kostet zwar 100Baht (2,60€) pro Person, aber das gönnen wir uns. Wir spazieren den Weg hinunter und kommen zur ersten und schönsten Stufe des Wasserfalls. Ein Schild erklärt, dass ein Teil der königlichen Familie mal an diesem Wasserfall gepicknickt hat. Witzig, denn auch wir haben unser Lunchpaket mit den Resten von gestern dabei. Da wir kein Besteck dabei haben, futtern wir einfach mit den Händen aus der Tüte und beobachten eine thailändische Familie. Die zwei kleinen Mädchen klettern im Wasserfall herum und baden, der Papa macht Fotos und klettert schließlich auch herum. Sie gehen kurz bevor wir mit dem Essen fertig sind und nun haben wir diesen wundervollen Ort ganz für uns alleine.

Wir testen vorsichtig die Griffigkeit des Gesteins und sind überrascht, denn es ist perfekt und überhaupt nicht rutschig. Wir beginnen den Wasserfall zu erklettern und machen Fotos mit unserer Wasserkamera. Es ist wundervoll! Die Sonne scheint durch die Baumwipfel und es ist schön warm. Wie im Traum genießen wir die Schönheit des Ortes und die schimmernden Tropfen.

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Viel später klettern wir wieder zum Ufer und ziehen uns um. Gerade als wir fertig sind kommen wieder Leute den Weg herunter. Ein junges Paar mit kleinen Kind. Wir machen Fotos von ihnen vor dem Wasserfall und sie von uns.

ABSTECHER ZUM CHINESISCHEN DORF

Dann fahren wir weiter. Wir machen noch den Abstecher zum chinesischen Dorf, sind einen Moment lang wohl sogar in Myanmar und fahren zurück zu den heißen Quellen. Mit dem Ticket vom Wasserfall kommen wir auch zu den Quellen. Sie sind nett gemacht und wir stecken die Beine uns heiße Wasser. Lange bleiben wir jedoch nicht, da um 6Uhr die Feierlichkeiten in Chiang Dao beginnen.

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Auf der Rückfahrt singen wir die ganze Zeit und ich begleite uns teilweise mit einem Assalato.

LOI KRATHONG IN CHIANG DAO

In Chiang Dao spazieren wir über den Straßenmarkt und kaufen ein Blumenschiffchen mit Rosen. Es ist wunderschön (20Baht = 50Cent). Am Tempel am Fluss schauen wir ein bisschen den Einheimischen zu, wie sie ihre Gebete mit den Schiffchen auf die Reise schicken. Räucherstäbchen mit den Lasten des vergangenen Jahres und die Kerze mit den guten Wünschen für das kommende. Dann tun wir es Ihnen gleich und setzen unseres gemeinsam auf den dunklen Strom in dem sich bereits viele Flammen spiegeln.

Dann futtern wir uns quer über Straßenmarkt. Wir begegnen nur ein oder zweimal Touristen. Die Menschen sind gut gelaunt. Sogar eine Liveband spielt. Passenderweise ist genau heute der Trauermonat vorbei.

Als wir satt sind fahren wir zu einem Stand etwas außerhalb und kaufen Lampions. Ein paar mehr als beabsichtig und zudem einen Böller, da sie nun super billig sind, das Fest ist ja schon fast vorbei.

Den Böller lassen wir unterwegs los, die Lampions am Tempel in der Nähe der Farm. Nur einen heben wir auf, der ist für Mr. Vej.

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Schließlich machen wir es uns in den heißen Quellen bequem, bauen ein warmes Becken in den Fluss und bestaunen den Vollmond. Erst gegen 1Uhr nachts kehren wir heim.

GEMUETLICH WAEHRT AM LAENGSTEN
Tag 34 (15.11.2016)

Wir schlafen aus und frühstücken dann mit einem neuen Gast, der mit dem Fahrrad um die Welt reist.

Als ich in meine Schuhe steigen will, ist mein Gast wieder da: „Moin Willibald!“

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Wir spielen Poi vor unserer Hütte, allerdings stören die Steine etwas, da wir barfuß sein möchten.

Abends gehen wir in Chiang Dao essen und lernen ein nettes Pärchen kennen. Er ist aus den USA, sie Inderin. Wir geben ihnen ein paar Tips und sie schildern uns ihr Entdetzen über den Wahlausgang in den USA.

UND WIR BLEIBEN NOCH
Tag 35 (16.11.2016)

Wir finden heraus, dass das Lehmprojekt, an dem ich in Pai teilnehmen wollte erst wieder in einigen Tagen beginnt und beschließen stattdessen noch etwas länger hier zu bleiben.

Mr. Vej hat uns einen wundervollen Platz am Fluss freigefegt. Dort ist perfekt glatte Erde und es könnte kaum einen besseren Ort zu Poispielen geben. Schön schattig ist es auch und wenn es doch mal zu warm wird, steigen wir einfach zwei Stufen hinab in den Bach.

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Zwischendurch bringt uns Mr. Vej eine kleine Staerkung.

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Wir vereinbaren heute Abend gemeinsam mit Mr. Vej zu kochen, das hat er uns angeboten. Er schreibt uns eine kleine Einkaufsliste. Nur die Dinge, die er nicht da hat.

Bevor wir einkaufen machen wir noch eine kleine Spritztour mit dem Scouter.

Wir schauen uns einen der Tempel in Chiang Dao an und wundern uns über den schwarzen Dämon und die seltsamen Folterdarstellungen.

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KOCHEN AUF DER FARM

Als wir zurückkommen ist Mr. Vej schon bereit zum Kochen. Wir sollen nur noch kurz warten, bis seine Frau aus dem Ort kommt. Er wohnt hier auf der Farm, sie in Chiang Dao. Es scheint als würden sie sich quasi gegenseitig besuchen. Ganz sicher sind wir natürlich nicht. Auf jeden Fall haben sie zwei erwachsene Kinder.

Heute Abend ist sie jedenfalls gekommen um ihn in der Küche zu unterstützen. Allerdings nur beim Aufräumen. Er kocht. Wir finden heraus, dass er in seiner Zeit bei der Armee der Koch war. Und tatsächlich schmeckt alles ausgezeichnet! Wir machen Tom Kha Gau und Papayasalat.

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Mr. Vej und seine Frau Noy sind beide herzensgute Menschen. Wir haben die beiden schon jetzt ins Herz geschlossen. Gegessen haben sie zu unserer Überraschung schon. Sie setzen sich nur zu uns und erzählen. Mr. Vej sagt, dass er uns morgen auch noch grünes Curry zeigt. Wir freuen uns, bestehen aber darauf, dass er dann diesmal mit uns isst.

Nachdem wir fertig sind, fahren wir zu den heißen Quellen und bleiben lange dort.

DAS GESCHENK DES SOLDATEN
Tag 36 (17.11.2016)

Wir verbringen diesen Tag genau wie den vorigen. Nur in die Quellen schaffen wir es heute nicht – wir sind einfach zu müde.

Das Kochen ist wieder sehr nett und wir schauen mit Mr. Vej sogar ein paar Fotos aus seiner Armeezeit und von den Anfängen der Farm an.

Am Ende fragen wir, ob er vielleicht weiß, wo wir eine Scheide für Dario’s Kochmesser anfertigen lassen können. Noy hat sich trotz Dario’s Warnungen schon beim Aufräumen daran geschnitten. Die beiden verneinen, aber über Mr. Vejs Gesicht huscht plötzlich ein Strahlen. „I have! I have! Wait.“

Er flitzt los in seine Hütte, die übrigens nicht größer als die Gästehütten ist, und kommt mit einer hölzernen Messerscheide wieder. Sie ist sehr schön und hat Patina.

Er erzählt uns, dass er sie vor 23 Jahren während seiner Armeezeit in Mae Hong Son von einem alten Mann aus Myanmar gemacht bekommen hat. Er ist damit durch die Gegend gezogen. Eine Machete darin, mit der er im Urwald unterwegs war. Er erzählt, wie er damals draußen in den Bergen übernachtet hat und wir fragen ob er keine Angst vor giftigen Schlangen oder Spinnen hat. Nein, hier nicht, sagt er und macht eine wegwerfende Handbewegung. Das macht uns die großen gelben Spinnen, die überall ihre Netze haben ein wenig sympathischer – aber zugegebener Maßen nur ein klein wenig.

ABSCHIED NEHMEN
Tag 37 (18.11.2016)

Ein letzter Tag mit Jonglage und heißen Quellen. Morgen brechen wir wieder nach Pai auf.

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Pai (No.2)

ENTSPANNUNG, ENTSPANNUNG, …
Tag 28 (09.11.2016)

Wir genießen das Resort, jonglieren und nutzen ausgiebig den Pool.

…UND ENTSPANNUNG!
Tag 29 (10.11.2016)

Wir setzen das gestrige Entspannungsprogramm fort, wenn auch in strömendem Regen. Die Jonglierkeulen und wir sind bald pitschnass, aber das macht nichts, denn der Pool ist ja auch nicht gerade trocken.

Abends schaue ich kurz im Circus Hostel vorbei und lerne Jordan, David und Madison kennen, die Voluntiere. Wir sollen morgen vorbeischauen und am offenen Training teilnehmen. Jordan will sogar fragen, ob wir alle gemeinsam eine kleine Feuershow machen können. Fluid sei genug da.

KLEINE FEUERSHOW AM ABEND – ODER: EINE UMWELTKATASTROPHE MEHR
Tag 30 (11.11.2016)

Es regnet, aber zur Jonglierzeit hör es auf, wir fahren zum Zirkus und es stellt sich heraus, dass David mir einiges mit dem Diabolo zeigen kann. Er ist passender Weise Franzose, die haben tatsächlich so was wie eine überdurchschnittlich weit entwickelte Diabolo-Kultur.

Zudem erzählen die beiden uns, dass hier an Wochenende nach Loikratong eine Jonglierconvention stattfinden wird. Vielleicht schauen wir mal vorbei.

Nach dem Markt finden sich tatsächlich einige Jongleure für eine Feuershow zusammen. Das Fluid ist allerdings einfach nur Benzin und wird ohne jegliche Bedenken wild ueber der blanken Erde und dem Gras benutzt. Munter wird beim Umschuetten das Gras benetzt… Wir koennen kaum zuschauen.

Spass macht es trotzdem, der Flammenwirbel behaelt seine Fanszination trotz Gestank und Ruß.

Tour Nordwest

START RICHTUNG MAE HONG SON
Tag 19 (31.10.2016)

Leise Musik weckt uns. Joe hat seine morgendlichen Melodien angestimmt. Für uns steht schon ein Teller voll Papaya auf dem Tisch, doch zuerst steht der Morgensport an. Nach dem wir Zweiteres absolviert und Ersteres verspeist haben, schauen wir uns auf Jo’s Karte nochmal die Route an, dann starten wir.

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Es ist angenehm zu fahren, die Strecke wunderschön. Manchmal ist die Straße von Ständen gesäumt, an denen man Obst und andere Leckereien kaufen kann. Nach einiger Zeit erreichen wir den ersten Pass mit Viewpoint.

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Die Aussicht ist atemberaubend. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich jedoch schon bald auf etwas anderes: Eine sehr spezielle Schaukel. Oder eher vier Schaukeln (s. Bild). Leider ist das Konstrukt zu zweit nicht zu bedienen. Wir wollen bereits wieder gehen, als noch eine Gruppe junger Leute kommt, die sich interessiert zeigen. Gemeinsam bringen wir das Ding zum Laufen und jeder darf mal Riesenschaukel fahren.

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LISU LODGE

Auf der Weiterfahrt finden wir das Schild der Lisu Lodge, die Ulrike (Jongleure) uns empfohlen hat.Wir waren nicht sicher, ob sie tatsächlich hier sein würde, da es mehr als eine Lodge mit dem Namen zu geben scheint und ich sie bereits an drei verschiedenen Orten im Norden Thailands geortet habe. Doch da unter „Lisu Lodge“ noch „Rudi & Ame“ steht, wissen wir sofort, dass wir richtig sind.

Wir kommen genau zur richtige Zeit an: Es gibt Kuchen und zwar guten! Wir setzen uns zu der kleinen Gruppe, richten Ulrikes Grüße aus und stellen fest, dass bis auf Ame, Rudis Frau die dem Stamm der Lisu angehört, alle Deutsch sprechen.

Die Bungalows sind schlicht und nur mit Matratzen ausgerüstet. Es gibt drei Nasszellen nahe dem Essbereich, die alle sich teilen. Dafür kostet die Nacht aber auch nur 120Baht (3,19€). Wir beschließen zu bleiben und da es nun schon nicht mehr ganz früh ist, lohnt es sich auch nicht mehr noch etwas zu unternehmen. Dario muss sich damit abfinden, dass wir heute nicht die Höhle anschauen und bleibt einfach in der Hängematte liegen, während ich ein wenig den Hügel hinauf spaziere und die traumhafte Landschaft bewundere. Später genießen wir dann das gemeinschaftliche „Lisu Dinner“, reden und beobachten das anschließende Backgammon-Match.

Ich habe im Flugzeug gegen den Computer gespielt und trete in der zweiten Partie gegen Markus an. Er lebt auch schon einige Jahre in Thailand, nahe Pai. Nach einer schweren Niederlage meinerseits gibt er uns einige gute Tips zu unserer Route.

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STRASSENMARKT
Tag 20 (01.11.2016)

Wir folgen einer Empfehlung der anderen und besuchen den Straßenmarkt im nächsten Ort (Sop Pong). Der Markt ist tatsächlich sehr interessant und unglaublich günstig. Einige Frauen tragen Stammeskleidung. Wir kaufen für jeden ein paar Socken und ein weißes T-Shirt für die Meditation.

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Hier sind kaum Touristen, sodass man schnell ins Gespräch kommt, wenn man doch mal einen trifft. Ein lustiger Franzose, der mit seiner Freundin unterwegs ist und Maultrommel spielt, erzählt uns sie hätten gerade das beste Kayaking ihres Lebens gemacht. In der Cave Lodge.

Wir bedanken uns für den Tipp, nehmen noch eine ganze Tüte Passionsfrüchte mit (50Cent) und kurven ein wenig durch die Gegend. Anschließen machen wir uns auf den Weg zur Lod Cave und finden auch die Cave Lodge.

WHITE WATER KAYAKING

Die Lodge gehört einem Australier namens John und seiner einheimischen Frau. Es gibt wahrhaft tolle Tourenangebote, die allerdings auch ihren Preis haben. Wir entschließen uns spontan zu einer mittellangen Kayaktour durch die Lod Cave und noch etwas weiter. 2,5 Stunden für 800Baht pro Person (ca. 21€).

Das Geld haben wir zwar gar nicht dabei, da wir eigentlich nur für 100Baht die normale Besichtigung der Lod Cave mit Bambusfloß machen wollten, wir vereinbaren jedoch einen Ausweis dazulassen in später zu bezahlen.

Wir bekommen andere Schuhe, die bereits nass sind und tragen hinter unserem einheimischen Guide das Kayak zum Fluss. John hat uns bereits erklärt wie wir uns beim White Water Kayaking zu verhalten haben und wir besteigen zuversichtlich das Gefährt. Der Guide fährt voraus, wir hinterher.

Bereits am ersten Engpass mit Stromschnelle zwischen zwei größeren Gewächsen schaffen wir es unser Kayak quer zu stellen und bleiben hängen. Unser Guide manövriert sein Kayak geschickt and Ufer, hüpft heraus und watet zu uns. Er gibt in sehr schwachem Englisch Anweisung was wir tun sollen und mit seiner Hilfe könne wir uns befreien. Kurz danach erreichen wir die Lod Cave, in der er uns herumführt und mit einem Strahler die Fledermäuse für uns sichtbar werden lässt, welche zu tausenden an der Decke hängen. Auch eine Schlangenhaut können wir bewundern und in einer Spalte entdecken wir eine verdammt riesige Spinne.

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Wir paddeln bis zum Ende der Cave, müssen uns an einer Stelle tief ducken, um uns nicht den Kopf (bzw. den Helm) zu stoßen. Mit unserem Guide gehen wir ein Stück den Weg entlang. Am Höhlenausgang liegen viele Federn. Die Höhle hat nämlich eine Schichtbelegung: Tags schlafen die Fledermäuse darin, nachts die Vögel. Gegen 18:00Uhr kann man deren Einflug beobachten. Sie dürften besser schlafen als die Fledermäuse, deren Ruhe ständig von Touristen gestört wird…

Nun heißt es jedoch in einen Spalt hinab klettern um eine weitere kleine Höhle zu bewundern. Wir dürfen auf den Stalaktiten musizieren, die melodische Töne von sich geben, wenn mit mit dem Fingernagel dagegen schnippt. So was haben wir auch in Frankreich schon gesehen, aber da durfte man natürlich nur zuhören und niemals selbst probieren. Das Ergebnis ungebremster Touristen in einer klingenden Tropfsteinhöhle liegt uns jedoch zahlreich zu Füßen. Jede Menge abgebrochene Spitzen. Wir sind daher sehr vorsichtig.

Am Ende stellt sich heraus, dass wir einen Rundweg gemacht haben, ohne es zu merken. Selbst einige Formationen haben wir doppelt bewundert. Mit der Orientierung in einer Höhle ist wahrhaft nicht zu spaßen.

Anschließend setzen wir unsere wilde Fahrt fort und schlagen uns ganz gut. Wir kentern nicht. Zwar neigen wir dazu, auf Steinen hängen zu bleiben, doch finden wir schnell heraus wie wir uns drehend befreien können. Danach fahren wir immer ein paar Sekunden rückwärts, werden aber immer besser im schnellen Wenden. Es macht Spaß und ist diskussionsreich, weil wir beide nur vermuten können wie am besten vorzugehen ist.

Die größte Gaudi sind natürlich die zwei Wasserfälle, die es hinab geht und bei denen wir bis zum Hals im Wasser versinken, wenn wir unten ankommen.

Pitschnass nimmt uns John mit dem Wagen auf. Und pitschnass fahren wir mit dem Motorrad zurück zur Lisu Lodge. Dort essen wir zu Abend, dann fahren wir zu Bezahlen noch mal los. Die Nachtfahrt ist ein Genuss und wir lassen uns viel Zeit.

WIEDER AUF DER STRASSE
Tag 21 (02.11.2016)

Nach dem Morgensport bezahlen wir, spazieren ein wenig und fahren los. Hier in der Gegend könnte man noch viel machen. Etliche Höhlen lassen sich erkunden, darunter auch die größte Höhle Thailands. Die Tour in ihr Inneres dauert bis zu 15 Stunden. Nur mit Guide möglich und wohl, da nur von Locals orgsnisiert, wesentlich günstiger als die Touren der Cave Lodge.

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Auch kann man zu den Stämmen wandern und andere Touren machen. Davon hatte Ulrike uns schon erzählt.

Rudi gibt tolle Tips und hat unseren Fragen sehr nett beantwortet, obwohl es ihm gar nicht gut geht, weil er eine Grippe oder so hat. Jedenfalls Fieber. Er möchte aber nicht zum Arzt. Wir wünschen ihm und seiner unglaublich lieben Frau Ame, deren Englisch nicht schlecht ist, alles Gute und brechen wieder auf.

Wir haben für die große Höhlentour keine Schuhe zum wechseln dabei und sie ist wohl recht nass. Zudem ist Dario in Fahrtstimmung, er hatte sich vorgestellt vielleicht schon am ersten Tag bis Mae Hong Son zu fahren.

Es wäre schön wieder her zu kommen.

Auf der Fahrt sehen wir ein Schild „Jungle Farmstay“ und schauen uns den Ort an. Die Unterkunft schaut sehr nett aus, es ist nur niemand da und wir wollen ja auch weiter. Könnte aber wirklich sehr nett sein, vielleicht beim nächsten Mal.

Auf dieser Strecke liegen viele „vielleicht beim nächsten Mals“, denn auch im Forest Monastery, einem prachtvollen Meditationscenter mitten in den Bergen, bleiben wir diesmal nicht. Man muss nämlich mindestens zwei Nächte, also drei Tage bleiben. Männer und Frauen sind selbstverständlich getrennt untergebracht. Alles auf Spendenbasis, keine Fixkosten.

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DIE DUNKELHEIT HOLT UNS EIN

Wir lassen im Kloster nur einen Regenschauer vorbeiziehen, dann geht es weiter. Allerdings haben wir den Winter unterschätzt. Es wird zwar nicht allzu kalt, jedoch früh dunkel und so fahren wir schließlich zu einem kleinen Dorf ab, um nach einer Unterkunft zu suchen. Ein paar hilfsbereite Thai erklären uns die Richtung und wir kommen an einem Schild mit der Aufschrift „Homestay“ vorbei. Wir halten an dem kleinen Häuschen mit großem Parkplatz an. Fast alles ist dunkel, nur in einem Fenster brennt Licht. Dario klopft und schließlich kommt ein älterer Herr heraus. Er ist sympathisch und sein Englisch verständlich. „You want to do homestay?“ „Yes!“.

Er führt uns nicht ins Haus, sondern dahinter. Es ist dunkel. Aber nicht gruselig. Ein größeres Haus taucht aus den Schatten auf und der Mann macht ein Licht an. Uns bleibt fast die Spucke weg. Es ist so schön! Ein gepflegter Aufenthaltsbereich, Holzschnitzereien – ja sogar eine hölzerne Bank in Form eines Drachen.

Das Zimmer, dass er uns zeigt ist riesig und es stehen zwei Doppelbetten darin. Wir erklären ihm, dass wir natürlich nur eines brauchen.

Doch warum wirkt alles so verlassen? Alles steht bereit, ist aber staubig und kein anderer Gast weit und breit. Unser Gastgeber bemerkt die verwirrten Blicke und erklärt uns, dass er aus Trauer um seinen verstorbenen König die Unterkunft für einen Monat geschlossen hat. Aber für uns öffnet er heute Nacht.

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ENDLICH IN MAE HONG SON
Tag 22 (03.11.2016)

Wir stehen auf und ziehen wieder los. Der nette Hausherr bietet uns noch eine Frucht an, doch wir lehnen dankend ab und verabschieden uns.

Kurzentschlossen machen wir einen Abstecher zur Grenze von Myanmar. Unterwegs kommen wir an einem schönen Wasserfall vorbei und ganz an der Grenze können wir ein kleines chinesisches Dorf besichtigen.

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Schließlich brausen wir nach Mae Hong Son und finden auf Anhieb ein sehr nettes Guesthouse für 200Baht (5€). Mit Doppelbett und gemeinschaftlicher Terrasse mit Blick auf den See und den Tempel. Dementsprechend passt der Name „The Like View“.

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Um den See gibt es einen netten kleinen Abendmarkt. Wir entdecken einen kleinen Stand der Thai-Spaghetti anbietet.

Straßenmarkt (scharfe Nudeln, Wachteleier)

Treffen Gil und Louise wieder (die zwei Franzosen vom Markt in Soppong), es stellt sich heraus dass Gil Assalato spielt.

Wir laden Sie uns auf die Terrasse ein, um gemeinsam ein wenig zu musizieren, aber leider ist dies wegen des Tod des Königs noch nicht wieder erlaubt.

Also spielen wir Karten und reden. Gabriel, ein Deutscher der ebenfalls im Gästehaus wohnt, gesellt sich zu uns. Es stellt sich heraus, dass er und Gil beide schon längere Zeit in Australien waren und die beiden bedenken uns reich mit Tips und schwelgen in Erinnerungen an ein verrücktes Land. Sie nennen es „Land of Extremes“.

Wir verabreden uns für den nächsten Tag.

BAMBUSBRUECKE, HEISSE QUELLEN, TEMPEL
Tag 23 (04.11.2016)

Gemeinsam mit den anderen fahren wir durch die Gegend und besichtigen zuerst eine Bambusbrücke am Tempel. Besonders gut gefallen uns hier die Holzanhänger, die an kleinen Schreinen aufgehängt werden. Auch wir hängen einen mit guten Wünschen auf.

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Danach genießen wir die Aussicht vom Viewpoint südlich von Mae Hong Son und begeben uns schließlich in die heißen Quellen. Sie sind allerdings nicht so schön wie in Pai. Für uns ist es ein Pool mit zu warmem Wasser.

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Wir bleiben daher nicht lange, sondern brausen gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf den Tempelberg. Dieser ragt über Mae Hong Son auf und bietet schöne Ausblicke.

Wir runden den Tag mit einem Marktbesuch ab. Enttäuscht werden wir hier allerdings von den Smoothies und Erdbeeren. Beides wird gesalzen und schmeckt mehr als gewöhnungsbedürftig. Alles andere schmeckt zum Glück ausgezeichnet.

DER UMWEG IST DAS ZIEL
Tag 24 (05.11.2016)

Wir checken früh aus. Um 09:00Uhr treffen wir uns mit den anderen zum Frühstücken. Sie haben für mittags ihren Bus nach Khun Yuam gebucht.

Gemeinsam mit Gil und Louise fahren wir erneut zum Tempel auf dem Berg. Wir zeichnen ein paar Stunden, die beiden anderen verabschieden sich als die Zeit für ihren Scouter abläuft.

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Schließlich brechen auch wir wieder auf.

Die Fahrt Richtung Khun Yuam ist schön. Wir halten an einem Schild mit einem Wasserfall und laufen ein kurzes Stück zu diesem. Er ist klein aber fein und wir sind ganz alleine dort. Richtig zu baden trauen wir uns allerdings nicht, da der Boden nicht zu sehen ist. Dennoch genießen wir den schönen Ort und das kühle Wasser.

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Wieder unterwegs beschließen wir einen kleinen Umweg durch die Berge zu fahren, vorbei an einem weiteren Wasserfall. Die Straße in die Berge ist erstaunlich gut, sie scheint ganz neu zu sein. Immer höher und höher geht es hinauf, teils so steil dass wir Schlangenlinien fahren müssen um nicht stehen zu bleiben. Wir hupen vor jeder engen Kurve (und davon hat es etliche).

Kühe laufen immer wieder über die Straße. Mit jeder Steigung wird der Ausblick schöner und nach jeder Biegung verändert er sich wieder ein wenig. Wir genießen die Fahrt in vollen Zügen.

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Viel später geht rechts ein Holperweg ab, an dem ein Schild „waterfall“ verspricht. Laut unserer Karte ist das die richtige Straße, während die gut ausgebaute Strecke nur als Pfad verzeichnet ist. Wir beschließen unseren Augen statt dem Handy zu vertrauen und nehmen den angenehmeren, wenn auch weiteren Weg.

Dieser führt uns durch ein kleines Dorf mit einem schönen See. Wir verweilen einige Minuten an seinem Ufer. In der Nähe wird ein Haus gebaut. Einer der Männer kommt herüber, fragt woher wir kommen und bietet uns an, bei ihm zuhause etwas zu trinken. Etwas Englisch und viel Zeichensprache. Wir lehnen dankend ab, da es bald dunkel wird und fahren weiter.

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Die Strecke ist wundervoll. Immer wieder kleine Hütten, große Reisfelder und lächelnde Menschen. Hier sind Touristen nicht alltäglich. Die Leute winken uns zu, grüßen, lachen.

Am Wegesrand sehen wir immer wieder große Spinnen. Puh, denen möchte ich nicht ins Netz laufen.

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Als wir schließlich den Wasserfall erreichen haben wir Hunger und es dämmert bereits. Zum Glück gibt es hier ein kleines Lokal und wir bestellen Pad Thai. Während wir essen kommt eine weitere Touristin herein, die uns als Gils Freunde erkennt. Sie muss eine der vielen gewesen sein, die wir auf dem Markt getroffen haben. Sie und ihr Begleiter sind beide Deutsche und campen hier. Sie haben Gil und Louise in der Cave Lodge kennen gelernt. Wir unterhalten uns nett und ärgern uns schließlich gemeinsam, als die „Parkwächter“ pro Person 200 Baht für den Aufenthalt am Wasserfall erheben. Sie gehen zwar etwas runter, als sie unser Entsetzen sehen, um uns richtig zu wehren, ist ihr Englisch jedoch zu schlecht. Nun gut, die Bungalows sind uns etwas zu teuer, also entscheiden wir uns einfach auf dem Boden in einer der Hütten zu schlafen. Wir bauen einfach unser Moskitonetz auf, legen die Schlafsäcke aus und machen es uns bestmöglich gemütlich.

Der Urwald um uns zirpt, knarzt und knurrt. Ein wenig gruselig, aber sonst eine sehr schöne Stimmung.

Ich schreibe diese Zeilen und schließe meine Augen.

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DER WASSERFALL
Tag 25 (06.11.2016)

Da wir ja schon bezahlt haben, schauen wir uns den Wasserfall an. Er ist viel größer als alle die wir bisher gesehen haben, aber nicht wirklich beeindruckender, da man (zumindest hier) nicht nahe heran kommt.

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Die Weiterfahrt ist aber um so schöner. Durch Blumenfelder und schöne Landschaft. Allerdings voller Touristen. Gleich hinter der nächsten Biegung entdecken wir günstige Hütten. Tja, hätten wir das mal gewusst. Dann hätten wir ein kleines Abenteuer verpasst.

An einem Stand ab der Straße kaufen wir Erdnüsse im Zuckermantel mit weißem Sesam. Gesalzene Erdnüsse haben schon einen hohen Suchtfaktor, diese neue Variante ist aber noch viel schlimmer und löst eine sofortige Futterei aus.

Wir fahren die wenigen Kilometer nach Khun Yuam und da ich mich nach der Nacht auf dem doch recht kalten Boden nicht so wohl fühle, mieten wir dort eine tolle Hütte. Und machen es uns gemütlich.

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VIEL STRECKE, SONST WENIG
Tag 26 (07.11.2016)

Nach der kurzen Strecke am Vortag haben wir beide das Bedürfnis Strecke zu machen. Und das machen wir dann auch: über 200km bis nach Chiang Mai. Obwohl unterwegs ein netter Ort und ein vermutlich sehr schöner Nationalpark liegen.

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ZURUECK NACH PAI
Tag 27 (08.11.2016)

Weiter geht’s nach Pai, auf dem Weg nehmen wir noch das Tribal Museum (zu den Tribes in Thailand, sehr interessant) und ein paar Tempel mit. Das letzte Stück nach Pai legen wir in strömendem Regen zurück. Im Countryside Resort nehmen wir unseren Rucksack wieder in Empfang, bedanken uns mit einem Trinkgeld und beziehen wieder einen der Bungalows.

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Pai

AUF NACH PAI

Wie vorgenommen laufen wir morgens zum Busbahnhof. Wir schwitzen ordentlich und sind zufrieden mit uns. Der alte rote „Lokal-Bus“ fährt leider nicht mehr, weshalb die schicke Variante mit dem klimatisierten Mini-Bus nehmen müssen.

Wir haben Glück, denn bei uns im Bus sind nur Locals, die fast lden ganzen Weg über schlafen. Keiner dabei dem wegen den vielen Kurven schlecht wird. Die Strecke ist schön, aber die dösenden Locals sind ansteckend und schließlich verschlafen auch wir den größten Teil der Strecke.

HAENGEMATTEN UND MOSKITOS

In Pai angekommen ist es nicht weit bis zum „Pai Zen Jam River Hostel“, wo Kim sich einquartiert hat. Da kein Bett mehr frei ist, hat Kim schon nach einer Alternative für uns gefragt und es gibt eine: zwei Hängematten direkt vor der Rezeption. 50Baht pro Person – also etwa 1,30€.

Gesagt, getan. Wir bauen unser Moskitonetz auf und genießen dann den Grillabend. Kim und Michael (Ein Niederbayer, den Kim bereits aus Chiang Mai kennt) haben ordentlich für uns mit eingekauft. Wir schlemmen.

Vor dem Einschlafen reiben wir uns ordentlich mit Mückenschutzmittel ein. Wir haben es einer Empfehlung folgend im 7/11, dem hier typischen Supermarkt gekauft. Wir verstehen zwar nicht, was auf der Packung steht, aber die Mücke auf dem Fläschchen lässt deutlich den Zweck erkennen. Es nach der Beschreibung zu erkennen. Tatsächlich riecht es gut und hilft. Von den fast dreißig Moskitos, die sich um die Hängematten unter unser Netz schleichen, bekommen wir jeder höchstens einen Stich (wenn überhaupt, der kann auch vom Vorabend sein).

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OM’S GARDEN
Tag 9 (21.10.2016)

Am nächsten morgen nimmt Kim uns mit zu „Om’s Garden“, einem schönen Lokal mit gutem (allerdings westlichem) Essen, welches wir während unseres Aufenthaltes in Pai fast täglich besuchen werden. Nur einmal werden wir „untreu“, bereuen es jedoch sofort.

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HEISSE QUELLEN

Nach dem Frühstück leihen wir unser erstes Moped und düsen hinter Kim her zu den „Secret Hot Springs“. Diese sind wesentlich günstiger als die Quellen direkt bei Pai, wenn auch nicht wirklich „geheim“ – wie logischerweise die meisten Orte, die von Tourenanbietern als „secret“ angepriesen werden. Wunderschön sind sie allerdings tatsächlich und das Wasser hat gerade die richtige Temperatur um stundenlang zu verweilen. Genau das tun wir auch.

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CANYON

Den Sonnenuntergang genießen wir mit Kim und Michael von Canyon aus. Die Gesteinsformationen gefallen uns gut, weisen jedoch überdeutlich die Spuren endloser Touristenströme auf.

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WALKINGSTREET UND ARSCHLOCH

Das Abendessen dehnen wir auf einen Spaziergang über Pais „Walking Street“ aus. Hier gibt es jede Menge zu essen. Von thailändischen Essen bis hin zu Sushi und Crêpes. Wir futtern jede Menge und genießen es sehr.

Zurück im Camp findet sich eine ganze Gruppe Deutschsprachiger zusammen, es findet sich ein Kartenspiel und was spielen wir? Klar, Arschloch. Wir amüsieren uns prächtig. Vor allem mit Jo (eigentlich Joachim), einem älteren Deutschen, der schon etliche Jahre in Thailand gewohnt hat und für den das Spiel neu ist. Schließlich erklärt uns ein Schweitzer auch noch eine neue Regel: Das Arschloch mischt die Karten für die nächste Runde und darf während dessen Fragen stellen. Beantwortet jemand eine seiner Fragen, so ist diese Person ab sofort das Arschloch. Das Spiel eskaliert schließlich, als auf diese Weise während eines Mischvorgangs sämtliche Rollen durcheinander kommen und auch der Schweizer sich schmerzlich mit seiner eigenen Regel konfrontiert sieht. Wir lachen bis es weh tut und erklären das Spiel für beendet.

Statt wieder die Moskitos unter unser Netz einzuladen, hängen wir die Hängematten ab und nutzen unsere Isomatten. Daher auch ohne Mückenmittel eine angenehme Nacht

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MAL ENTSPANNEN…
Tag 10 (22.10.2016)

Michael ist abgereist und wir beschließen mal einen Tag zu entspannen. Also sozusagen uns einen Tag lang vom Entspannen zu erholen.

Tatsächlich starten wir jedoch mit einem kollektiven Workout. Danach halten wir uns aber an unsere guten Vorsätze und abgesehen von Frühstücken, Rumliegen und Abendessen spielen wir nur etwas Poi und sonst nichts.

DER WEISSE BUDDHA
Tag 11 (23.10.2016)

Nach dem Frühstück wandern wir los. Wir schauen uns das Zirkushostel an, von dem wir schon in Deutschland gehört haben. Es scheint leider tatsächlich sehr kommerziell und mehr auf Party als auf Zirkus ausgelegt zu sein.

Wir laufen also weiter, entdecken viele schöne Resorts mit Bungalows in den Reisfeldern, trinken Tee auf einer Terrasse und erklimmen schließlich die vielen Stufen zum weißen Buddha. Von ihm aus bietet sich ein wunderbarer Blick über Pai.

Da der Buddha gerade restauriert wird, bietet sich uns die Gelegenheit mal die Bambusgerüste, die für solche Arbeiten verwendet werden, genauer unter die Lupe zu nehmen. Genagelt und zudem an den Knotenpunkten mit Draht umwickelt, sind Sie erstaunlich stabil. Wir erproben sie vorsichtig und sind begeistert.

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KIMS LETZTER TAG IN PAI
Tag 12 (24.10.2016)

Wir frühstücken nochmal in Om’s Garden, besuchen nochmal die heißen Quellen und während Kim schon mal zurück nach Pai fährt, suchen wir nach einer neuen Unterkunft, in die wir morgen umziehen können.

Wir lernen zwei nette junge Leute kennen, die auf einer Farm namens Tomorrowland wohnen und arbeiten. Sie kommen aus den Niederlanden und lassen uns wissen, dass wir jederzeit willkommen sind. Sie hätten auch ein Zelt für uns. Zwei der vier Bewohner spielen Poi. Hier sollten wir wirklich mal vorbei schauen. Aber nicht morgen. Morgen ist mein Geburtstag und wir wollen mal wieder was Schönes zu zweit.

Das Phu Pai Art Ressort sieht ganz nett aus. Die Hütten sind eher Häuser und der Pool hat eine tolle Aussicht. Aber er ist voller Chinesen und die Preise sind astronomisch.

Schließlich fragen wir in einem Resort in den Reisfeldern nach, welches mir bei unserer Wanderung gestern besonders gefallen hat. Wir haben Glück, es ist absolut bezahlbar. Eigener Bungalow mit Bad, Dachterrasse und sogar einen Pool gibt es. Das Countryside Resort ist einfach schön.

Wir beenden den Tag mit einem netten Grillabend.

MEIN 25. GEBURTSTAG, DIESER TAG IST PRIVAT 🙂
Tag 13 (25.10.2016)

Wir verabschieden Kim und ziehen in das traumhafte Countryside Resort um.

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DER KAPUTT-TAG
Tag 14 (26.10.2016)

Auf einen wundervollen Geburtstag folgt… ein Tag der Katastrophen. Noch vor dem Frühstück geht die Handyscheibe zu Bruch. Wir ärgern uns und beginnen den Tag etwas frustriert.

Nach dem Frühstück fahren wir zum „Land-Split“. Das Navi führt uns allerdings einen Holperweg entlang und wir besichtigen unfreiwillig die schwelenden Mülllöscher Pais. Luft holen, durch Giftwolke fahren, wieder Luft holen, nächste Giftwolke und so fort.

Der „Land-Split“ ist ein Riss in der Erde. Verursacht durch Erdbeben. Viel gibt es eigentlich nicht zu sehen, der Riss ist sogar schon recht zugewachsen. Aber die Aussicht ist ganz nett und zudem wächst hier jede Menge Hibiskus, dessen Blüten man in einem gekühlten Tee genießen kann. Ebenso wie die Früchte, die hier geerntet werden. Alles auf Spendenbasis.

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Wir wollen weiter und ich parke aus. Dario steigt auf und ich gebe Gas, muss nach links auf die Straße (ja, in Thailand ist Linksverkehr angesagt). Leider gelingt mir die Kurve nicht eng genug und ich will das Gas wegnehmen, um mich vorsichtig neu auszurichten. Gas gibt man durch Drehen am rechten Lenkergriff. Ich drehe aber in die falsche Richtung und statt anzuhalten düst das Moped los. Es geht alles wahnsinnig schnell. Dario springt nach hinten ab, ich reiße das Moped wieder auf die Straße, um nicht in den Zaun am oberen Ende der Böschung zu rasen. Aber unter Kontrolle kriege ich es nicht mehr und schwups liege ich bäuchlings auf der Straße, das Moped neben mir. Zum Glück war ich nicht so schnell, trotzdem bin ich nun geziert mit Schürfwunden. Je eine an der rechten Hand, der rechten Ellbeuge und der rechten Hüfte. Es blutet und natürlich liegen Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial zu Hause. Wir geben den netten Thai, die bereits herbeigeeilt sind zu verstehen, dass alles in Ordnung ist, sammeln den Mopedspiegel auf und machen uns auf den Heimweg.

Als wir Pai erreichen, geraten wir prompt auch noch in eine Polizeikontrolle. Ich presse meinen blutenden Arm an die Seite. Macht sicher keinen guten Eindruck, so eine Verletzung. Wir versuchen dem Mann in Uniform gelassen entgegen zu blicken und hoffen, dass er uns einfach durchwinkt. Doch er verlangt den Führerschein. Den internationalen haben wir im Bungalow gelassen, also versucht Dario es mit dem deutschen. Der Polizist schaut kaum einen Wimpernschlag darauf, dann lässt er uns passieren. Puh.

Im Bungalow angekommen wird erst mal Dreck ausgewaschen, desinfiziert und schließlich zugepflastert.

Den Rest des Tages verbringen wir (zumindest bis der Hunger uns auf den Markt treibt) sicherheitshalber im Bett. Noch mehr Katastrophen wollen wir nicht erleben.

QUER FELD EIN UND BAMBUSBRUECKE
Tag 14 (27.10.2016)

Wir lassen uns von der gestrigen Misere nicht beeindrucken und beginnen erneut die Tour vom Vortag.

Wir fahren am Landsplit vorbei und halten am Wasserfall. Dieser liegt viel zu gut erreichbar und ist dementsprechend reich mit westlichen Badegästen gesegnet. Ich könnte mit meinen Pflastern ohnehin nicht sehr weit ins Wasser, aber auch Dario hat angesichts des Gedränges keine Lust aufs kühle Nass. In der Hoffnung eine nettere, verlassenere Stelle am Flüsschen zu finden, steigen wir einen Trampelpfad hinauf. Tatsächlich finden wir eine solche Stelle, doch nun sind wir Entdeckungsfieber. Wir steigen weiter und weiter, bis wir plötzlich merken, dass da gar kein Pfad mehr ist.

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Die Offlinenavigation funktioniert tadellos und lässt uns erkennen, dass wir nach Überquerung des Hügels wieder auf der Straße ankommen werden. So machen wir es denn auch. Dario nimmt ein Stöckchen zur Hand um die Spinnennetze zu entfernen, die uns den Weg versperren. Zumindest die kleineren, die richtig großen umgehen wir lieber.

Ein bisschen Abenteuerfeeling können wir so tatsächlich aufbauen, doch ich bin auch froh, als wir schließlich die Straße erreichen, da diese Kletterei doch recht anstrengend und mit Wunde auch unangenehm ist.

Wir gehen unser Moped holen und fahren zur weiter zur Bambusbrücke. Sie ist sehr schön und viel länger als erwartet. Der Blick über die Reisfelder ist wunderschön.

Außer uns sind nur einige Einheimische und ein einziges anderes Touristenpärchen unterwegs. Die beiden sind so nett uns beim Poispielen zu filmen.

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EIN TAG VOLLER FLOPS
Tag 15 (28.10.2016)

Wir frühstücken Haferflocken, Obst und Milch auf dem Dach unseres Bungalows. Danach machen wir noch eine kleine Tour, bevor wir das Moped zurückgeben.

Wir sehen die Elefanten, auf denen Ritte angeboten werden und beschließen so etwas hier nicht zu machen.

Auch besichtigen wir den „Stone Forest“, der sich allerdings als Flop herausstellt. Hier liegen einfach nur viele große Steine im Wald.

Auch die Memorial-Bridge finden wir nicht überwältigend.

Wir geben das Moped ab und jonglieren am Pool bis abends. Da gehen wir mal wieder auf den Markt, treffen Jo und machen aus, dass wir bei ihm übernachten können. Wir möchten Poi spielen, während auf dem Keyboard musiziert.

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ENTSPANNUNG PUR
Tag 16 (29.10.2016)

Wieder ein entspannter Tag den wir mit Dachfrühstück beginnen. Nur jonglieren, etwas Sport und für Dario gilt es den Pool zu genießen. Ich begnüge mich damit, die Beine ins Wasser baumeln zu lassen.

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BEI JO
Tag 17 (30.10.2016)

Wir checken kurz vor 11:00Uhr aus und lassen einen unserer zwei Rucksäcke im Resort.

Wir frühstücken im Ort. Leider hat Om Garden geschlossen und die Alternative schmeckt nur halb so gut.

Danach leihen wir uns ein neues Gefährt – diesmal etwas stärker (125cc) als die letzte Maschine und fahren zu Jo. Tatsächlich finden wir seine Hütte sogar, sie ist jedoch verlassen und wir beschließen spontan gleich noch zum Mittagessen zu gehen.

Beim zweiten Versuch treffen wir Jo an und beginnen recht bald mit den Poi zu hantieren. Eine Weile spielen wir zu unserer eigenen Musik aus dem Lautsprecher, dann zu Jo’s schöner, fast meditativer aber doch rhythmischer Musik.

Zum Abendessen fahren wir in Jo’s Stammlokal, eines von denen die an der Straße liegen uns hauptsächlich Plastikstühle haben. Da Sonntag ist, gibt es etwas das wir schon häufiger gesehen haben: eine Blechschale mit Erhebung in der Mitte, welche auf Kohlen in einer Schale gestellt wird und in und auf der man dann Fleisch, Fisch und Gemüse gart. Es schmeckt gut und wir essen sehr langsam und lange. Am Ende verfeuert Dario sogar noch unsere Essstäbchen.

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ANEKDOTE: DER HALBE HELM

Jo erzählt uns, wie er mal von der Polizei angehalten wurde, weil er ohne Helm Motorrad fuhr. Hier in Thailand gilt nämlich Helmpflicht. Inoffiziell allerdings nur für Touristen, denn man sieht kaum Einheimische mit einem solchen und die Polizisten selbst tragen zwar welche, lassen jedoch meist den Verschluss offen. Sehr sinnvoll. Nun, er wurde also erwischt und das kostet normalerweise 500BHT (etwas über 13€). Nun hatte er jedoch seinen ledernen Cowboyhut auf. Also fragte er den Polizisten, ob er nicht auch fände, dass ein Hut ein halber Helm sei. Also besser als nichts. Tatsächlich stimmte ihm dieser zu und sie einigten sich entsprechend auf die Hälfte der Gebühr. Halber Helm, halbe Strafe. Hier ist alles relativ.

Chiang Mai

ANKUNFT IN CHIANG MAI
Tag 5 (17.10.2016)

Wir kommen gegen 8Uhr morgens am Busbahnhof in Chiang Mai an. Wir sind noch ganz schön müde, da wir bei fast jedem Stop aufgewacht sind. Also setzen wir uns erst mal hin. Die Busstation hat Wifi. Logisch, wie überall.
Schließlich machen wir uns auf, wieder zu Fuß und machen uns auf die Suche nach den zwei Hotels, die wir gerade ausgesucht haben. Unterwegs kommen wir an winzigen Straßenständen vorbei. Nicht nur die obligatorischen Futterstände, sondern auch Schuster und Schneiderinnen.

Für 50 Cent kaufen wir einen ganz Bund Bananen und naschen unterwegs bis wir nicht mehr können. Dann verschenken wir sie.

Wir suchen das eine Hotel, finden aber nur das andere. Also übernachten wir im Tabaeh Garden Hotel für ca. 12€ pro Nacht. Es ist das schönste und sauberste Zimmer bis jetzt.

Dario schickt Kim, seinem Freund aus Kindertagen, der auch gerade in Thailand ist, eine Nachricht. Er ist schon über einen Monat da, hat allerdings gesagt er wolle im Gegensatz zu uns eher in den Süden. Wir wollen wissen wie es ihm so ergangen ist.

Wir machen uns frisch und gehen zum nächsten Tempel. Er wurde gerade renoviert und wir beobachten eine Weile die Männer und Frauen, die auf der Treppe sitzend die Dekorelemente formen.
Als wir uns das kleinere Tempelgebäude anschauen wollen, winkt uns ein Mönch herein. Er deutet auf ein Schild, das besagt der hier sitzende Buddha sei 300 Jahre alt. Anschließend nimmt er ein weißes Armbändchen und bedeutet Dario seinen rechten Arm auszustrecken. Mit der Handfläche nach oben. Dann beginnt er zu rezitieren und streicht mit dem Band über Darios Handgelenk. Anschließend knotet er es doppelt und schneidet es ab. Die Plastikschere passt unseres Empfindens nach nicht so recht zur Zeremonie. Trotzdem genießen wir den Moment mit diesem alten Mönch. Er wiederholt den Vorgang nun bei mir und als Dank legen wir ihm etwas Geld in eine Schale, in der sich bereits einige Scheine befinden.

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Gemütlich setzen wir uns in den Schatten auf eine Bank und machen erste Skizzenversuche. Ich erkläre Dario die Technik, die ich im Studium gelernt habe und versuche selbst wieder hinein zu finden. Der Tempel mit seinen vielen Versprüngen, gekrümmten Dächern und Dekorationen erweist sich hierbei als hartnäckiger Widersacher.

Zum Abendessen spazieren wir Richtung Innenstadt und finden in einer Seitengasse ein kleines Lokal mit Bodenmatten und einer sehr netten Gastgeberin. Wir teilen uns ein wundervolles Curry und reden mit der Dame, die ausgezeichnet Englisch versteht und spricht. Das Häuschen ist gleichsam Lokal und Gasthaus.

Kim

Dario loggt sich ins Internet ein und die Antwort von Kim erreicht uns: „bin auch in Chiang Mai“. Er schickt uns seinen Standort – es sind 400 Meter.

Wir verbringen einen netten Abend in Chiang Mai und verabreden uns für den nächsten Tag zum Frühstück.

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POI SPIELEN IM KLOSTER
Tag 6 (18.10.2016)

Wir frühstücken gemeinsam, dann fährt Kim nach Pai. Das liegt nahe der Grenze zu Myanmar und wir haben auch schon davon gehört. Wir entscheiden Kim in zwei Tagen zu folgen um seine letzte Woche mit ihm zu verbringen.

Nach seiner Abfahrt spazieren wir zu einem großen Tempel der Teil einer Klosterschule ist. Kim hat ihn uns empfohlen. Dort werden Meditationskurse angeboten, nur leider nicht heute. Wir nehmen einen Flyer mit, wir kommen ja wieder nach Chiang Mai.

Die Klosteranlage ist schön. Wir bleiben dort, zeichnen, essen und spielen Poi. Während wir spielen kommen immer wieder Touristen vorbei und freuen sich über unsere Künste. Auch die kleinen Mönche sehen gerne etwas zu. Später kommt sogar ein Mönch mittleren Alters und bringt uns zwei Flaschen Wasser.

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Abends wandern wir noch zum Studentenmarkt. Dort bekommt man alles mögliche sehr günstig und tatsächlich sehen wir dort hauptsächlich Einheimische und kaum Touristen. Allerdings sind wir so müde, dass wir nicht sehr lange bleiben und die 6 km zum Hotel tatsächlich mit dem Bus fahren. Hier in Chiang Mai gibt es kleine rote Sammelbusse. Von den Einheimischen lernen wir, dass man innerhalb der Stadt für 20Baht pro Person (ca. 50 Cent) fahren kann.

Wir genießen die Dusche in unserem schönen Hotelbad.

FUTTERMARKT
Tag 7 (19.10.2016)

Wir ziehen um zu der netten Dame mit dem guten Curry, die uns einen super Preis macht. Den restlichen Mittag verbringen wir auf der Terrasse des Gästehauses, jonglieren ein wenig und lernen ein deutsches Paar mit kleinem Kind kennen. Auch keine schlechte Idee: Reisen statt Kindergrippe.

Abends gehen wir zu einem Futtermarkt und genießen das Essen. Als wir mit essen fertig sind, sehen wir eine kleine Frau, die einen langen Stock mit großen Tüten an beiden Enden auf der Schulter trägt. Dario möchte wissen ob sie Hilfe braucht und es ergibt sich, dass er ihr die Last bis über die Ampel trägt. Sie bedankt für die Hilfe, die etwas ganz selbstverständliches zu sein scheint, und verschwindet um die Ecke.

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Auf dem Heimweg finden wir ein wunderschönes wenn auch leeres Restaurant. Ein großer Innenhof mit Figuren, Licht und Musik. Wir fragen, ob wir etwas Poi spielen dürfen und genießen die Stimmung. Am Ende bedanken wir uns bei den Kellnern und die Kellner sich bei uns für die Unterhaltung.

Morgen wollen wir weiter nach Pai.

POI SPIELEN IM „TWO FACES“

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Bangkok

ES GEHT LOS!
Tag 0 (12.10.2016)

Nun sitzen wir also endlich im Zug und fahren Richtung Frankfurth Flughafen. Norman und haben uns zum Zug gebracht, wie immer alles etwas hektisch aber dank „Weltreisedruck“ sind wir doch so früh los, dass wir dann noch über 20 Minuten am Bahnhof hatten.

 Geschafft haben wir aber nicht alles… Da steht noch der kleine Gefrierschrank im Keller statt auf dem Dachboden, meine Couch ist nicht verkauft, die vor der Feier aus dem Keller geräumten Geräte stehen noch an der Reithalle und vor der Garage liegt noch der Autogepäckträger. Immerhin, unsere Festplatten-backups sind noch in letzter Minute fertig geworden. Nur das Vereinen unserer beiden Festplatten hat leider nicht mehr funktioniert. Jetzt haben wir zwei statt einer dabei.

Ich merke, ich bin immer noch völlig von der Planung gefesselt. Das habe ich auch während des Abschieds gemerkt: Neben dem warmen und herzlichen „auf Wiedersehen“ war da das ständige Nachdenken ob wir noch etwas vergessen haben und das immer stärker werdende Reisegribbeln. Verstärkt wird dieses noch durch den Schlafmangel, denn ich habe in der vergangenen Nacht kein Auge zugetan. Bei Dario macht sich die Nachtschicht nun auch bemerkbar: Er schläft schon tief und fest an meiner Schulter.

Wie ein großer Aufbruch fühlt es sich jetzt aber noch nicht an.

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ANKUNFT IN BANGKOK
Tag 1 (13.10.2016)

Um kurz nach 18 Uhr (Ortszeit) kommen wir in Bangkok Flughafen an. Wir wechseln 100€ in Baht, bibbern bei der Einwanderung ob auch alle Angaben, die wir auf dem Einreiseschein gemacht haben, der Beamtin genügen werden (große Sorge vor allem weil unsere Hoteladresse jetzt doch eine andere als noch bei der Visa-Ausstellung ist) und stehen kurz darauf in der Eingangshalle des Flughafens.

Nun den Zug in die Innenstadt nehmen. Auch das kein Problem, denn am Ticketautomaten stehen freundliche Helfer – Deutsche Bahn hier kannst du was lernen.

In Bangkok City angekommen entscheiden wir uns für ein erstes Abenteuer und laufen die fünf Kilometer bis zum Hotel – bei 32 Grad Celsius. Immer entlang großer Verkehrsstraßen, vorbei an Katzen und Königsbildern (wirklich schick und an jeder Ecke – im Hotel erfahren wir von Mama, dass der König just verstorben ist). Wir erleben viel auf dieser Strecke. Da liegen Menschen einfach auf dem Weg und schlafen, Rikscha-Fahrer bieten ständig ihre Dienste an „Khao San Road? I make you good Price“ und hoch frequentierte Garküchen und große Straßenmärkte fesseln uns. Vollkommen überfordert von der großen Auswahl entscheiden wir uns schließlich für eine Wassermelone als Abendessen. Getreu dem Motto „Cook it, peel it or forget it“.

Zwei mal sprechen uns hilfsbereite Thailänder an, einer davon trägt die Aufschrift „tourist Police“. Beide wollen wissen ob wir eigentlich wissen wo wir hinwollen und lassen uns ziehen, nachdem wir ihnen versichert haben, dass wir – bzw. das I-Phone – sehr gut wissen wo’s lang geht. Schließlich erreichen wir tatsächlich die Khao San Road, die berühmte Backpackermeile, die trotz oder wegen der späten Uhrzeit rappel voll ist. Und sogleich können wir ein bekanntes Phänomen beobachten: Da ist eine junge Touristin, die nur noch durch die Gegend torkelt und weder Polizei noch Soldaten tun etwas. Zum Glück versuchen aber schon andere Touristen ihr zu helfen. Wir gehen weiter. Sind das echte Skorpione da an den Spießen? Und verkaufen die hier allen Ernstes Lachgas? Die Kokosnüsse kosten hier das Doppelte wie auf den anderen Märkten. Einiges Staunen und Wundern später erreichen wir unser Hotel, die „Wild Orchid Villa“, das in einer kleinen und ruhigen Seitengasse liegt. Wir checken ein und duschen ausgiebig. Viel nasser als wir es eh schon sind werden wir dadurch nicht, aber das Wasser fühlt sich im Vergleich zum Schweiß einfach himmlisch an. Erschöpft und Zufrieden lassen wir uns in die Kissen fallen.

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DER KÖNIG IST TOT!
Tag 2 (14.10.2016)

Wir dachten, wir könnten den Jetlag austricksen, indem wir in der Nacht vor dem Abflug nicht schlafen – aber da haben wir uns geirrt. Wir schaffen es an diesem ersten Morgen nicht vor 16:00Uhr aus dem Bett. Da erreicht die Definition Langschläfer eine ganz neue Dimension.

Gegessen haben wir noch nichts, was sich ganz langsam bemerkbar macht. Doch zuerst erklimmen wir die Stufen unseres Hotels. Unser eigenes Zimmer liegt im Splitlevel. Vier Stufen von der Rezeption nach oben, dann links in einem engen Flur. An dieser Stelle das einzige Zimmer. Aus unseren Fenster sieht man auf eine Betonwand mit aufgesetztem Zaun, dahinter Hecken. Als wir weiter nach oben steigen fangen wir sofort wieder mächtig an zu schwitzen. Es ist so warm! Doch der Aufstieg lohnt sich, denn von der netten Dachterrasse aus (hier liegen wohl die besten Zimmer mit Sitzplatz) entdecken wir den Pool, der sich auf einem Grundstück schräg hinter dem Hotel und Umgeben von anderen Gebäuden befindet. Den werden wir bei Gelegenheit noch testen. Zudem stellen wir fest, dass die Lamellen der Lüftungsfenster aus Glas sind – die in unserem Bad hatte ich nicht genauer unter die Lupe genommen und für Blech gehalten. War aber Schmutz. Nun gut, das Bad ist nicht der Renner.

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Nachdem wir schließlich das Hotel verlassen haben, wandern wir gemütlich Richtung Königspalast. Unsere Mamas haben uns schon informiert, dass der geliebte König Thailands genau am 13.10. verstorben ist. Wir erleben Thailand nun also im Ausnahmezustand. Der König hat 70 Jahre geherrscht und wurde 88. Der Kronprinz ist bereits über 60 und es wird wohl eine ganze Weile bis zur Krönung vergehen. Erst einmal sind 30 Tage Trauer festgelegt worden, in denen keine Feste und Partys stattfinden dürfen und an Thais auch kein Alkohol ausgeschenkt wird. Die gesamte Trauerzeit beträgt ein Jahr. Gut, dass wir keine Partytouristen sind. Aber dass sämtliche Festivitäten abgesagt wurden ist natürlich schade.

Auf dem Weg zum Palast kommen uns Menschenmassen entgegen. Allesamt Thai, alle in schwarz und Weiß gekleidet. So werden sie jetzt einen Monat lang gekleidet sein, statt wie üblich in den Wochenfarben. Wir nähern uns weiter dem Palast und es herrscht ein riesiges Chaos. Auf einer Kreuzung stehen etliche Männer mit und ohne Polizeiuniform und lenken mit Trillerpfeifen, Rufen und Handzeichen den Verkehr ohne für uns erkennbares Muster. Wir überqueren die Kreuzung. Das haben wir schon gelernt – aufpassen ja, aber wenn man versucht zu warten bis alle Autos weg sind steht man vermutlich noch nach Stunden da. Also loslaufen und zwischen Autos, Tuktuks (keine Rickschas, sorry) und Motorrollern hindurch. Wir kommen am Nationalmuseum vorbei, doch es hat leider schon geschlossen. Kurz darauf sehen wir, dass von einem Wagen aus Essen verschenkt wird. Vermutlich für die vielen Helfer, denken wir. Auch Wasserflaschen werden verteilt, jedoch scheinbar an jeden, der aus Richtung Palast kommt. Auf der gigantischen Wiese vor dem Palast hat wohl kurz zuvor eine Veranstaltung stattgefunden, viele Menschen sitzen immer noch im Gras, machen Fotos vom Palast, von sich vor dem Palast und von sich mit einem Bild des Königs vor dem Palast. Auch die Straße zum Palast ist gesäumt von Menschen. Vermutlich noch von der Prozession, die den König vom Krankenhaus zum Palast geleitet hat. Bis zum Palasttor vorzudringen oder den Palast auch nur zu umwandern ist aufgrund der Massen absolut unmöglich.

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Auf dem Rückweg wird uns mehrfach Essen und Wasser angeboten, wir können uns jedoch so wenig vorstellen, dass wirklich wir Touristen etwas umsonst bekommen können, dass wir erst mal nichts annehmen. Erst der letzte Versuch einer lächelnden Thai gelingt – sie drückt Dario die Styroporbox quasi in die Hand. Unser erstes Essen in Thailand. Es ist Reis mit einer extrem scharfen Soße, etwas Fleisch und ein gekochtes Ei. Das Fleisch kriegen wir allerdings beim besten Willen nicht runter. Als hätte man ein Schwein einfach in Scheiben geschnitten, sagt Dario.

Aber wir fühlen uns gestärkt und ziehen weiter, überqueren den Fluss und entdecken ein Restaurant wo sich die Gäste an einem Becken selbst ihre Garnelen angeln – ein riesiges all you can eat wo auf den Tischen selbst gebrutzelt wird. Das ist uns aber doch noch etwas zu wild und wir gehen weiter. Ich hätte gerne eine Kokosnuss, doch wir suchen ausgerechnet diesmal vergeblich an den Straßenständen und gehen schließlich zurück Richtung Hotel. Immer der Offline-Map des I-Phone hinterher, die wirklich prima funktioniert.

Wir kommen auch durch etwas weniger gut beleuchtete Gassen, doch überall lächeln die Leute zurück, wenn ich ihnen ein Lächeln schenke. In den Fernsehern sind überall die Zeremonien für den König zu sehen. Wir sind fasziniert von den Familien, die in ihren kleinen Straßenläden schlafen. Auffällig ist, dass selbst hier jeder ein modernes Handy oder Tablet zu besitzen scheint.

Wir finden eine Brücke zurück über den Fluss und setzen uns kurz ans Wasser. Doch nicht lange, denn hier gibt es Stechmücken – also nix wie weg!

Bei der Brückenquerung sehen wir ein Schiff auf den dinniert wird und befinden, dass wir bei Gelegenheit mal schauen werden was ein solcher Genuss kostet.

Auf dem Weg finden wir dann doch noch Kokosnüsse und nehmen jeder eine – lecker! Aber satt sind wir noch nicht ganz. Wir wandern noch einmal die überteuerte Khao San Road entlang. Die Stimmung sei vollkommen down, erklärt uns jemand. Wir suchen uns lieber ein kleines Straßenrestaurant mit Plastiktischen und teilen uns ein Reisgericht für 50BHT – also umgerechnet etwa 1,30€ (etwa ein sechstel des Preises im Vergleich zur Khao San Road). Es schmeckt prima.

Nachts recherchieren wir noch etwas und finden auch ein neues Hotel, wo für den selben Preis noch das Frühstück inklusive ist und welches einen fantastischen Pool mit Aussicht hat. Das testen wir morgen.

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MIT DEM LONGBOAT DURCH BANGKOK
Tag 3 (15.10.2016)

Wir stehen gerade früh genug auf um vor dem Auschecken noch den Pool nutzten und etwas Poi spielen zu können. Der Pool ist klein aber fein und komplett leer. Erst etwas später kommt noch ein Pärchen, auch Deutsche wie sich herausstellt. Wir kommen schnell ins Gespräch und erfahren, dass er schon öfter in Bangkok war. Es endet damit, dass wir zusammen mit ihnen und noch einem weiteren Pärchen eine Longboat-Tour durch die Kanäle machen. Hart verhandeln wir den Preis und bestehen darauf nirgends aussteigen und essen oder kaufen zu müssen. 300 BHT für jeden 1,5Stunden.

Die Tour ist tatsächlich sehr interessant. Wir fahren vorbei an Baracken, Tempeln, Hunden, schwimmenden Kindern, riesigen Fischen (1m?) und sogar kleineren Waranen. Immer wieder spritzt das dreckige Wasser zu uns ins Boot. Wir lachen und versuchen nichts in den Mund zu bekommen. Einmal haben wir sogar den Verdacht, dass sich zwei Fahrer absprechen, um ihre Gäste extra nass zu spritzen, während die Boote aneinander vorbeisausen. Wir nehmen es gelassen, lachen dem Fahrer zu und kommen wohlbehalten wieder an.

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Die anderen gehen essen und wir holen unser Gepäck aus dem Luggage Room des Hotels und checken im neuen ein.

SCHICKES NEUES HOTEL? NICHT GANZ…

Die Enttäuschung folgt prompt, denn auf das schicke und viel zu kühle Foyer folgt die Entdeckung unseres kleinen, fensterlosen Zimmers (gut, diesmal kein Schimmel im Bad) und die Tatsache, dass das ganze Hotel gerade eine Baustelle ist. Na super, vom schicken Lift aus geht’s direkt in staubbedeckte Flure voller Lärm und Farbgerüche. Der Pool ist auch nicht ganz wir erwartet, obwohl er tatsächlich auf dem Dach liegt und der Blick prima ist. Hört sich doch gut an? Schon, aber er ist voller Bier saufender Touris, seine Farbe ist grün, die Fliesen schleimig und zu guter Letzt entdecken wir auch noch dass kleine beißende Käfer darin schwimmen. Da reicht es uns dann doch.

ABENTEUER TUKTUK

Wir ziehen lieber los um etwas zu Essen finden, nehmen eine neue Straße und sind plötzlich in einem kleinen Kloster mit Tempel. Unser erster Tempel – wir bestaunen ihn ausgiebig. Als wir wieder herauskommen, spricht uns ein sehr hilfsbereiter Thai an, der sagt er arbeite im Tempel und wissen will woher wir kommen und was wir vorhaben. Auf meine Fragen zur Kultur geht er leider nicht ein, sondern erklärt uns stattdessen es gäbe „gute“ und „böse“ Tuktuks, welche wir an den Nummernschildern unterscheiden könnten. Zudem könne man gerade heute den großen Buddha berühren, morgen nicht mehr, ob wir wüssten warum. Wir tippen auf den Tod des Königs und er bejaht. Er ruft einen Kollegen und der bringt uns eine Karte „for free, we work for your safety“). Dieser informiert uns dann weiter, während der andere auf Toilette geht. Auch der neue preist uns den großen Buddha an, hat aber das Problem, dass wir die Geschichte des ersten Mannes mit unserer Vermutung zum Tod des Königs kaputt gemacht haben und nun natürlich skeptisch (bzw. noch skeptischer als wir es ohnehin schon sind, da wir zumindest einige warnende Berichte ihm Ohr haben). Als er uns gar vor den Tempel mitnimmt, selbst ein Tuktuk für uns anhält und sagt zum Laufen sei keine Zeit weil der Buddha schliessen würde, verabschieden wir uns freundlich.

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Stattdessen suchen wir uns selbst ein Tuktuk, denn erleben wollen wir das ja doch mal. Wir erklären ein Thai hätte uns gesagt wir könnten (großer Buddha, Touristinfo für Infos zu unserer Fahrt nach Chiang Mai, goldener Berg und zurück) für 40Baht machen. Später wird uns klar, dass die alle die gleichen Geschichten benutzen und sofort wissen, dass man schon einem von ihnen auf den Leim gegangen ist.

Wir genießen jedenfalls die Fahrt, bewundern den großen Buddha ein wenig und Dario folgt der Empfehlung die rechte Hand auf dessen Fuß zu legen. Im Anschluss verlangt es ihn zum ersten Mal nach einem Desinfektionstuch – „sowas ekliges – da kleben Schweiß und Fett von Unmengen von Menschen drauf“. Der Andachtsort ist übrigens fast leer. Das bestärkt unsere Vermutung, dass nicht nur heute, sondern immer Buddha-Tag ist.

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Wir gönnen uns eine Kokosnuss und besteigen wieder das Tuktuk. Als nächstes geht’s ins Reisebüro, dass angeblich staatlich anerkannt ist, aber nicht ganz so wirkt. Nun gut, die Nette Dame versichert uns dass Infos kostenlos seien, nur ein Lächeln hätte sie gerne. Wir schenken ihr mehr als eines, doch es nützt nichts: wir kriegen keine vernünftige Information von ihr, nur Angebote zur Reise nach Chiang Mai mit Jungeltrip. Für 3.700BHT pro Person, vier Tage mit Essen – der Zug alleine würde ja schon 1.300 kosten. Zufällig kenne ich die Zugpreise – sie betragen kaum die Hälfte. Und Tschüss.

Unser Fahrer ist sehr enttäuscht, dass wir nichts gebucht haben und wir erklären ihm, dass wir very Löw budget reisen und auch wirklich nichts kaufen wollen. Er ist so verzweifelt, dass er uns sogar erklärt, dass er von den Läden Spritcoupons bekommt, wenn er Touristen abliefert und bittet uns, uns wenigstens an einem Kleiderladen absetzen zu dürfen. Wir sollten uns nur etwas umsehen, etwa 5-10 Minuten. Wir schaffen allerdings kaum zwei Minuten, denn es ist eine Maßschneiderei und die wollen verkaufen und kriegen schnell raus, dass wir eher keine Kundschaft sind – wir werden zu unserer Freude quasi vor die Tür gesetzt, entschuldigen uns bei unserem Fahrer und sagen dass es jetzt zum Goldenen Berg gehen soll. Er versichert uns wir würden nicht vor Schließung dort ankommen, aber er kenne einen tollen anderen Tempel. Ich habe auch dazu eine Geschichte in seichter Erinnerung und wir entscheiden: wir wollen trotzdem zum Berg, der Fahrer muss dort auch nicht mehr auf uns warten. Wir bezahlen ihn und besteigen den natürlich noch geöffneten Tempelberg. Es war eine gute Tour, nur haben wir tatsächlich etwas Mitleid mit dem Fahrer.

SCHWARZMARKT BIS CHINATOWN

Nach dem Berg wandern wir Richtung Fluss, um uns die Dinnerboote anzuschauen. Wieder 5km zu Fuß quer durch Bangkok. Essenstände, Katzen, Hunde, schlafende Thai. Plötzlich finden wir uns auf einem Markt der etwas anderen Art wieder. Hier werden gebrauchte Dinge verkauft – vom Schuh bis zum Handy und der Golduhr. Zudem Lose und erotische Bilder. Wir laufen durch, bleiben aber nirgends stehen. Vermutlich ein Schwarzmarkt.

Nach langem Weg erreichen wir das Shoppingcenter am Fluss, doch die Dinnerboote sind ziemlich teuer und mehr Luxus als wir dachten – mindestens 35€ pro Person – bei einem gemeinsamen Tagesbudget von kaum 40€ keine so prima Idee. Zudem sind wir so verschwitzt, dass wir eine solche Investition nun kaum genießen könnten.

Ich würde mich am liebsten an Ort und Stelle hinlegen. Zum Hotel sind es 6km. Wir beschließen ein Taxi zu nehmen, geben die Idee jedoch schnell wieder auf – hier an dieser Luxuseinrichtung ein günstiges Taxi zu bekommen ist schwierig, sagt uns die nette Dame am Eingang der Shoppingmall mit den fast europäischen Preisen. Tuktuk ist natürlich noch schlechter und mit den Mopedtaxis kennen wir uns noch nicht aus. Also beschließen wir erst mal wieder los zu laufen und laufen am Ende doch noch fast die kompletten sechs Kilometer. Es ist einfach ein wundervolles Gefühl nachts durch diese belebte Stadt zu spazieren.

Wir sehen einen Essenstand um den sich Thai drängen und beschließen zu probieren. Wir fragen jemanden was das ist und lernen ein junges Paar kennen, die uns alles erklären und sogar unser Essen bestellen. Sie waren vor uns aber wir bekommen zuerst etwas weil wir Ausländer sind. Alle freuen sich, dass wir uns interessieren. Wir bedanken uns auf Thailändisch, unsere einzige Vokabel bisher, die dafür im Dauergebrauch ist. Wir setzen uns zu einem älteren Paar und loben das Essen, woraufhin der Mann uns noch etwas von seinem frischen Teller zum Probieren. Das Gericht besteht aus allem Möglichen, von Bohnen über Stärkechips und was weiß ich nicht noch und darüber: Crusheis.

Wir kommen dann noch auf die Idee, das junge Paar zu fragen, ob es eigentlich eine Gegend in Bangkok gibt, wo wir lieber nicht hingehen sollten. Sie deuten genau auf die Straße mit dem Schwarzmarkt.

Erfrischt ziehen wir weiter, landen in Chinatown und bewundern dort die Stände, genießen dampfend kaltes Kokoseis.

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UNSERE ERSTE ROLLERFAHRT

Als es schon nicht mehr weit ist, hören wir plötzlich Megafone und der Bürgersteig ist voller Menschen und Motorroller. Zuerst der Gedanke „oh je, was ist denn hier los, eine Demo? Nix wie weg hier!“, doch da bemerkt ein junger Thai unsere skeptischen Blicke und erklärt, dass die Fahrer alle freiwillig etwas Gutes zu Ehren des Königs tun möchten und einen überall kostenlos hinbringen. Wir sehen eine Weile zu, Dario begeistert, ich noch immer skeptisch. Auf so was in ich noch nie gefahren. Wir beobachten die Thai, alle nehmen das Angebot an, selbst junge Damen in Abendgarderobe steigen geübt hinter die Fahrer und sitzen dort wie im Damensattel mit beiden Beinen auf einer Seite. Ich entdecke eine junge Frau auf einem der Bikes, mit der würde ich schon eher fahren… Der nächststehende Helfer bemerkt meinen Wunsch und sorgt dafür, dass ich tatsächlich mit ihr fahren kann und der Junge der Dario mitnimmt in unserer Nähe bleibt. Es ist nicht weit, nur ein Stück die Straße runter und einmal schräg über die sechs Spuren. Wir schlängeln uns geschickt zwischen den stehenden Autos hindurch. Es macht großen Spaß und wir bedanken uns herzlich.

NATIONALMUSEUM UND FEIERLICHKEITEN VOR DEM PALAST
Tag 4 (16.10.2016)

Das Frühstücksbüffet ist richtig gut und wir futtern Spiegelei, Toast und Wassermelone.

Als wir das Hotel verlassen regnet es zum ersten Mal – gut, dass wir heute weiterfahren.

Wir retten noch kurz einen Deutschen und seinen Sohn vor dem schlechten Hotel und bringen die beiden zur Wild Orchid Villa.

Danach wandern wir zum Nationalmuseum und bewundern dort die schönen Gebäude, Figuren und Kutschen.

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Direkt gegenüber dem Museum beginnt die große Wiese des Königspalastes. Es ist heute Mittag noch voller als bei unserem letzten Besuch und überall werden Essen und Getränke verteilt. Wir sind froh, passend dunkel gekleidet zu sein und lassen uns treiben. Die meisten Angebote lehnen wir ab, nehmen nur was uns regelrecht aufgedrängt wird. Es herrscht eine unglaubliche Stimmung. Trauer, Respekt, Dankbarkeit. Gleichzeitig ist es laut, weil überall etwas angepriesen wird. Lächeln wird erwidert. Immer wieder teilt uns jemand nochmal extra mit, dass alles for free ist. Wir treffen nur drei andere Touristen-Pärchen und werden von einer Gruppe junger Thai für einen Touristensender interviewt.

Schließlich, tief beeindruckt von dieser Kultur, machen wir uns langsam wieder auf, um den Nachtbus noch zu erreichen.

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BUS IN BANGKOK

Wir quälen uns eine Weile mit den Geldautomaten, müssen mehrfach das Internet konsultieren, bis wir herausgefunden haben, dass wir auf „Go on WITHOUT conversion“ drücken müssen, um den echten Wechselkurs und nicht den schlechteren der thailändischen Bank bekommen.

Daher sind wir etwas spät dran für den Bus. Der erste der kommt ist dann auch noch so voll, dass wir gar nicht mehr reinpassen. Und beim nächsten meint der Schaffner auch noch dass wir einen anderen Bus nehmen müssen. Völlig verwirrt stehen wir da.

Schließlich spreche ich einen jungen Thai an, ob er uns helfen kann. Sein Englisch ist zwar sehr schlecht, seine Hilfsbereitschaft dafür umso größer. Es müsse auch in die Richtung, wir sollen ihm einfach folgen. Just in dem Moment wird die Straße gesperrt und es kommen gar keine Busse mehr, doch in unserer Verwirrung merken wir es gar nicht und er schafft es nicht uns zu erklären was los ist. Schließlich ruft er laut auf Thailändisch ob irgendwer gut Englisch kann und zwei junge Frauen stoßen zu uns, die zum Glück sogar auch in die selbe Richtung müssen. Die drei bringen uns bis eine Station vor den Fernbusbahnhof. Sie suchen im Internet und telefonieren sogar um herauszufinden, ob es noch einen späteren Bus gibt, falls wir unseren verpassen. Wir verabschieden uns herzlich und mit viel Winken von ihnen.

Dann haben wir sogar nochmal Glück und treffen eine junge Thai die sogar besser Deutsch als Englisch spricht und mit uns das Ticket nach Chiang Mai (das günstigste das es für diese Strecke gibt) kauft und uns bis zu Bus bringt. Wie geplant fahren wir um 21:00Uhr ab. Ohne Hilfe wäre das heute nichts mehr geworden.

Über Nacht fahren wir also über 700km nach Chiang Mai. Es holpert, schüttet von oben und spritzt von unten bis das Wasser im Flur des Busses steht.

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