Bali No. 2

26.04.201727.04.2017
Bali (Abreise nach Malaysia)

Auf Bali gelandet, sind wir froh, dass wir erst morgen fliegen.

Entspannt ignorieren wir die schreienden Taxifahrer, die einem versichern, dass man mit dem Shuttleservice der Bootsgesellschaft nie pünktlich ankommen wird und folgen dem Guide der Bootsgesellschaft.

Auf komplizierten Pfaden lotst er die Masse der Reisenden vom Steg und über einen Markt, dann in eine Gasse, am Wasser entlang und schließlich erreichen wir einen Parkplatz mit etlichen kleinen Shuttlebussen, von denen jeder an einen anderen Ort fährt. Die eiliger Reisenden haben mittlerweile vermutlich alle den drängenden Taxifahrern nachgegeben.

Wir finden den Bus nach Seminiak und machen es uns gemütlich.

Nur am Ende ist der Fahrer etwas ungehalten, als jeder bis an sein Hotel gebracht werden möchte und da wir ja nur einen Rucksack haben, sagen wir ihm, dass er uns an der Gasse zum Hotel absetzen kann.

Es ist unser Stammhotel, das Bidadari 7 Boutique Hotel.

Die Angestellten erkennen uns wieder und bald haben wir unser Zimmer.

Wir entscheiden uns gegen den Pool. Stattdessen mieten wir einen Roller vom Hotel und fahren zum Tannah Lot, dem Tempel der im Meer liegt und an den man nur bei Ebbe näher heran kommt.

Dort angekommen stellen wir fest, dass er leider zu den Attraktionen gehört, die sich einer zu großen Popularität erfreuen. Die Fluten des Meeres sind durch Touristenfluten ersetzt.

Wir spazieren trotzdem ein wenig umher und lächeln über die Selfies, die zu nah der Brandung gemacht werden und erstaunte Rufe und nasse Kleidung nach sich ziehen.

Einer der Orte, die ihre wahre Magie heute vermutlich nur noch in der Regenzeit entfalten können. Aber immerhin ist es Touristen nicht erlaubt, die Tempelinsel zu betreten.

Wir begrüßen dieses Verbot, denn wir stellen uns vor, wie toll eine Zeremonie in diesem Tempel sein muss – ganz ohne Touristen.

Zurück in der Stadt treffen wir Maggie, die auch morgen abfliegt. Gemeinsam gehen wir essen, trinken noch ein paar Cocktails und spielen Billard.

Beim Verabschieden entdecken wir, dass neben dem Restaurant ein Friseursalon ist und machen kurzerhand etwas, das Dario schon lange ausprobieren möchte: Wir lassen uns ganz viele Zöpfchen machen.

Wieder im Hotel fragen wir beim Rezeptionisten nach, wie wir morgen am besten zum Flughafen kommen. UBER würde in diesem Viertel nicht funktionieren und der Service vom Hotel sei teuer. Aber er selbst habe morgen frei und könne uns hinbringen. Für einen etwas günstigeren Preis als das Hotel.

Eindeutig Geschäftemacherei, aber da wir vorher keine Gelegenheit mehr haben, UBER auszuprobieren, entscheiden wir uns tatsächlich für ihn.

Unseren einen Rucksack haben wir ja schon vor einem Monat hier deponiert. Nun lassen wir noch ein paar weitere Dinge da. Wir werden alles nach unserer Malaysia Reise wieder abholen.

Auf nach Malaysia!

 

Lombok

22.04.201726.04.2017
Lombok

Als wir kurz darauf Lombok erreichen, wollen wir erst mal einen Scouter mieten. Leichter gesagt als getan, denn hier werden gleich 100.000 Rupie verlangt statt 60.000 Rupie wie auf Bali (und 50.000 Rupie wären eigentlich okay).

Wir verhandeln so gut wir können, laufen sogar davon, kommen aber nicht unter 70.000 pro Tag.

Nun mit fahrbarem Untersatz ausgerüstet düsen wir los.

Unterwegs bieten sich schöne Ausblicke auf´s Meer und wir genießen die Fahrt. Am Abend tun wir uns etwas schwer eine passende Unterkunft zu finden und entscheiden uns schließlich etwas mehr zu bezahlen und dafür eine saubere und schöne Unterkunft mit Pool zu haben.

Sie gehört einem Griechen, der auch gerade ein deutsches Paar zu Besuch hat und wir bekommen ein paar gute Tipps. Zudem kann er uns das Schnellboot nach Bali zu einem akzeptablen Preis buchen, den man uns am Hafen nicht geben wollte.

Zufrieden düsen wir am nächsten Morgen weiter. Wir treffen eine nicht optimale Entscheidung und fahren mitten durch Lombok. Nicht optimal weil es hier so gar nicht Idyllisch ist! Eine einzige lange Siedlung scheint sich durch das Inselinnere zu ziehen.

Wir haben bald die Nase so voll, dass wir einen Abstecher in ein Bergdörfchen machen.

Die Baumriesen finden wir überaus faszinierend, allerdings hat dieser Ort auch etwas Trauriges. Namen sind in die wundervollen Bäume geritzt und die anwesenden Indonesier scheinen nur die Parkgebühren und ihre Kunden für die kleinen Essensstände zu interessieren. Sie würden wohl nur einschreiten, wenn jemand versucht die Bäume anzuzünden. 

Wir folgen einer Empfehlung des Griechen und mieten uns in einer Unterkunft mit mehreren Bungalows ein. Ganz nett, aber das Meer ist dreckig und es gibt keinen Pool.

Also bleiben wir nur eine Nacht und fahren dann weiter.

Wir entscheiden uns noch einmal die Küstenstraße zu verlassen und so nah wie möglich am Vulkan entlang zu fahren.

Eine gute Entscheidung. Die Fahrt geht durch tiefgrünen Regenwald und in den engen Kurven erwarten uns immer wieder Affen.

Schließlich wird es richtig steil und wir werden mit guten Blicken auf den Vulkan belohnt. Auch das Wetter hält. Nur schade, dass wir jetzt nicht ganz oben auf dem Vulkan sind!

Die Fahrt ist so schön, dass wir gar keine Lust haben uns eine Unterkunft zu suchen. Dabei haben wir noch zwei Nächte, bevor unser Boot nach Bali geht.

Wir kommen durch kleine Orte und ab und zu auch an einer Unterkunft vorbei, aber keine davon lockt uns. Wir fahren weiter und weiter.

Irgendwann bekommen wir Hunger und ich kaufe an einem Straßenstand ein paar Teilchen und Reis. Die alte Dame spricht kein Englisch und ich kaum Indonesisch. So versuche ich mit Händen und Handy die Preise herauszufinden.

Zum Glück kommt ein junger Indonesier dazu, der übersetzt.

Ich gebe der netten Dame ordentlich Trinkgeld, denn Gebäck und Reis sind mal wieder unglaublich günstig. Dann bedanke ich mich auch bei dem jungen Mann und er antwortet in überraschend flüssigem Englisch. Er habe in Australien studiert. Und fährt einen entsprechend fetten Wagen.

Wir halten an einer netten Stelle und verzehren die erstandenen Leckereien. Die Teigwaren sind teils süß, teils deftig und sehr lecker. Der Reis ist mal wieder hauptsächlich scharf.

Der Rinjani Mountain Garden

Als es langsam zu dämmern beginnt, schaue ich mal wieder einfach in Google Maps nach einer Bleibe. Nach kurzer Suche finde ich den „Rinjani Mountain Garden“ mit sehr guten Bewertungen. Wir fahren also dorthin. Über ganz schön holprige Straßen.

Endlich angekommen, begrüßt uns eine ältere Dame von einem Balkon aus direkt auf Deutsch!

Na so was, wir waren ja nicht mal angekündigt…

Toni ist die Besitzerin des Hotels. Dieses besteht aus drei wunderschönen alten Kornspeichern für die Gäste, einem richtigen Haus für sie selbst und einem wundervollen Restaurant mit Blick über die Reisterrassen und bis hinab auf´s Meer.

Wir sind ganz verzaubert und befürchten schon uns das gar nicht leisten zu können, aber der kleinste Kornspeicher kostet sogar weniger als unsere letzten Übernachtungen.

Begeistert bleiben wir und sagen gleich für zwei Nächte zu.

Das Abendessen ist auch ganz wunderbar. Ein Mix aus asiatischem und europäischem Essen. Dario würde am liebsten alles bestellen und obwohl er sich zusammenreißt können wir kaum alles futtern, was schließlich auf den Tisch kommt.

Unseren letzten Tag auf Lombok wollten wir eigentlich mit einer Tour zum Wasserfall verbringen, aber der Rinjani Mountaingarden ist einfach so schön, dass wir ihn nicht verlassen mögen.

Wir legen uns in die Sonne, spielen Poi und sind immer wieder erstaunt über all die Tiere, die hier ein Zuhause gefunden haben.

   

Da ist Lisa, der Affe der bei Toni im Haus, bzw. wie es scheint die meiste Zeit auf dem Balkon lebt. Zwei Pferde, die Toni vor dem Schlachter gerettet hat. Eine Schildkröte im Schwimmteich. Perlhühner, die sich vor unserem Hüttchen in der trockenen Erde suhlen und Frida, der männliche Tukan, der seinen Namen erhielt bevor sein Geschlecht korrekt bestimmt wurde.

Und natürlich ein paar Hunde und Katzen.

Eine Katze findet es besonders sympathisch, dass wir den ganzen Tag nur rumliegen und gesellt sich immer wieder zu uns. Entsprechend sympathisch finde ich sie auch.

Dario hingegen behandelt sie mit der gleichen Kühlheit, die er seit seiner Allergie in Kindheitstagen fast allen Katzen entgegenbringt. Einzig der Kater seiner Familie schafft es mal bis auf den Arm. Im Schlafzimmer wird aber auch dieser nicht geduldet.

Glück für mich, denn besagter Kater ist wiederum eines der wenigen Exemplare seiner Spezies, denen ich wirklich misstraue! Ein hinterhältiges Kerlchen, das einen immer dann kratzt, wenn man gerade nicht damit rechnet…

Da ist mir diese Katze hier doch viel lieber. Wenn Dario sie von seiner Seite verscheucht, klettert sie friedfertig ins Gebälk oder kommt zu mir und lässt sich schnurrend trösten.

Natürlich ist aber auch das schönste Paradies nicht ohne Tragik.

Tja, und manchmal ist etwas Tragik sogar notwendig, damit ein Paradies entsteht.

Toni erzählt uns einen kleinen Teil ihrer Geschichte. Sie und ihr Mann sind vor vielen Jahren mit einem selbstgebauten Schiff auf Weltreise gegangen.
Sie reisten sehr langsam und verdienten ihren Unterhalt, indem sie Gäste mitnahmen.

Als sie nach vielen Jahren Indonesien erreichten, legten sie auf Lombok eine Pause ein. Das Schiff lag unter Aufsicht im Hafen vor Anker.

Leider war die Aufsicht sehr indonesisch und so wurde das Schiff gestohlen. Die Diebe wiederum waren wohl schlechtere Seefahrer, als es sich für Indonesier gehören sollte und verloren das Schiff an ein Riff. Geplündert und vollgelaufen war es nicht wieder herzurichten.

Und so blieben die beiden Weltenfahrer auf Lombok und erschufen das Paradies, welches wir heute genießen dürfen.

Leider ist Tonis Mann vor einem halben Jahr verstorben, wir hätten gerne auch ihn kennen gelernt.

Tukan Frida hört uns vom Dach aus zu und ich frage Toni, warum es so wenige Vögel auf den Inseln gibt und dass ich schon überlegt habe, einen zu kaufen und freizulassen.

Daraufhin erzählt sie mir, dass sie früher zuhauf Vögel gekauft hat, um genau das zu tun. Doch sie wurden entweder abgeschossen, oder erneut in Käfige gesteckt und verkauft.

Nachdem viele ihrer Vogelfreunde diesem Schicksal erlagen, hat sie einige in Käfigen behalten und Frida die Flügel gestutzt, damit er nicht davonfliegen kann und auch erschossen wird.

Auch den Affen hat sie wohl keinen Gefallen getan, als sie Lisa kaufte. Heute sagt sie, jeder Kauf würde das Geschäft nur vorantreiben und nicht eindämmen. Eine traurige Wahrheit.

Als wir zum Sonnenuntergang in die Reisterrassen spazieren, finden wir eine verwundete Schwalbe. Wie ein kleines Kind laufe ich zu Toni und frage, ob sie ihr helfen kann.

Doch sie schüttelt nur den Kopf. Das ist die Natur.

Eigentlich weiß ich das ja auch.

Wie behütet wir doch immer noch sind.

Traumwandler in einer Welt voller Schönheit und Schrecken.

Wir überlassen die Schwalbe ihrem Schicksal.

Der Sonnenuntergang ist wunderschön.

Unsere letzte Nacht auf Lombok ist mild und angenehm.
Bis Dario plötzlich mit einem laut der Überraschung und des Schreckens in die Höhe fährt.

Auch ich bin sofort hellwach und versuche die Ursache für seine Reaktion zu erkennen.

Das Ergebnis: Zwischen unseren Köpfen ruht die Katze.

Nun ja, „hat geruht“ trifft es wohl eher, denn sie segelt bereits in hohem Bogen aus dem Bett.

Wir stopfen das Moskitonetz wieder ordentlich fest und schlafen weiter.

Bis erneut ein Laut der Entrüstung mich weckt, gefolgt von Darios Versuch, der Katze unmissverständlich nahe zu bringen, dass ihre Nachtruhe weder auf unseren Kopfkissen, noch unseren Bäuchen zu erfolgen habe.

Wir schlafen von da an selig bis zum Morgen und stellen dann fest, dass die Katze Dario durchaus ernst genommen hat: Sie liegt nun auf meiner Seite des Bettes, ganz in der Fußecke und damit auf der am weitesten von Dario entfernten Stelle die es innerhalb des Bettes gibt.

Nach einem weiteren, wunderbaren Frühstück, verabschieden wir uns schweren Herzens von Toni und den Tieren.

Es ist Zeit, nach Bali zurück zu kehren.
Unser Visum läuft ab und Malaysia wartet schon.

Ein letztes Hindernis erwartet uns allerdings noch am Hafen in Lombok.

Wir sind sehr pünktlich und der Hafen ist klein. Trotzdem bleibe ich erst noch mit Roller und Gepäck stehen, während Dario schaut wo wir hinmüssen. Er läuft erst in die eine, dann in die andere Richtung. Und dann kommt er einfach nicht mehr wieder.

Nach zehn Minuten werde ich langsam nervös. Ich hasse es, ihn alleine losziehen zu lassen und dann zu warten. Selber gehen ist kein Problem, dann weiß man ja wo man ist und wo der andere ist. Aber warten ist unangenehm.

Nach zwanzig Minuten kommt sogar der Typ vom Motorradverleih herüber und fragt, ob ich nicht den Scouter wieder abgeben möchte. Ich erkläre ihm, dass ich noch auf meinen Partner warten muss.

Langsam beginne ich zu überlegen, ob ich einen der anderen Touristen bitten sollte, sein Handy benutzen zu dürfen oder nach Dario zu suchen. Doch was soll schon passiert sein? Und Zeit haben wir ja auch noch. Also warte ich.

Und endlich, endlich kommt er wieder.

Das Problem war: Die hatten hier einfach noch nie ein Onlineticket gesehen.

Womöglich gaben sie das auch nur vor. Jedenfalls hatte es eine Weile gedauert, alles zu klären. Wir haben nun „echte“ Papiertickets.

Die Fahrt mit dem Speedboat ist eine große Gaudi, denn man kann sich an Deck ordentlich den Wind um die Nase wehen lassen, während das Gefährt über die Wellen fliegt.

Ausgestattet mit fünf Motoren, die am Heck einfach nebeneinander montiert sind, haben wir wirklich einiges an Speed drauf.

 

Gili Air – Party Pirates

16.04.201722.04.2017
Gili Air

Wir sind mal wieder reichlich müde unterwegs, da es gestern (bzw. heute ganz früh morgens) ganz schön spät geworden ist und wir zu allem Übel auch noch richtig früh aufbrechen müssen, da für heute auf Gili Air schon mittags eine Aufführung in einer lokalen Grundschule geplant ist.

Die Teilnahme an der Aufführung ist freiwillig und wir haben uns bereit erklärt mitzumachen.

Auf Gili Air angekommen müssen wir laufen, denn es gibt nur Pferde und Fahrräder und wir wollen keine Pferdekutsche mieten.

Einmal quer über die Insel geht es und Dario knickt auf dem zerrütteten Weg um. Glücklicherweise nicht zu schlimm.

Unsere Unterkunft ist preiswert, dafür gibt es aber auch nur kaltes Wasser. Egal.
Der Essbereich liegt direkt am Strand und bietet Raum zum trainieren, die Besitzer sind sehr nett.

Wir machen uns frisch, ziehen uns um und auf geht‘s zur Schule.

25.000 IDR sind etwa 1,60 Euro, dafür bekommt man hier allerdings schon ein Essen.

Hier wartet schon alles gespannt auf uns. Der Schulhof ist mit Sitzbänken bestückt, auf denen viele Kinder und einige Touristen platz genommen haben.

Marge und Thomas, die zwei Pirates die den Auftritt jedes Jahr organisieren (Marge lebt auf Gili Air) sind schon da und haben Musik aufgelegt.

Als wir an all den erwartungsfrohen Gesichtchen vorbei spazieren, lässig die Poi über die Schulter gelegt, fühlen wir uns wie die größten Stars.

Den anderen geht es offensichtlich genauso.

Und dann geht‘s auch schon los. Schön nach Ablaufplan.

Jede Nummer ist einzigartig, manche technisch speziell, andere besonders witzig.

Wir improvisieren, Dario gibt wie immer die Kommandos. Es macht riesig Spaß so zu spielen.

„Backstage“, also am Rande des Platzes, ist auch einiges los.
Wir schnattern alle munter, wenn wir nicht gerade in der Manege sind oder jemanden Filmen der sich dort befindet.
Außerdem beobachten wir ein paar Kinder, die auf der Mauer hinter uns herumklettern und bewundern eine besonders kleine Zuschauerin. Eine winzige Gottesanbeterin.

Am Ende verbeugen wir uns alle und wollen schon gehen, als überraschend verkündet wird, dass auch die Kinder etwas für uns vorbereitet haben.

Vor allem Marge ist baff, weil auch sie nichts davon wusste.
Wie es scheint haben alle etwas vorbereitet. Zuerst tanzen die ganz kleinen Mädchen, dann die großen, dann die Jungs und dann alle zusammen und wir dürfen mitmachen.

Die Jungs holen Männer aus dem Publikum, die Mädchen Frauen und entsprechend müssen wir dann ihre Bewegungen imitieren.

Das Mädchen, das mich geholt hat ist sehr hübsch und amüsiert sich schüchtern über meine Nachahmungsversuche. Ich muss selbst lachen, weil wir ein ganz schön verrücktes Bild abgeben müssen: Die kleinen Kinder in muslimischen Trachten und die wild gekleideten Feuerspieler.

Alle haben Spaß und am Ende bedanken wir uns ganz herzlich.

Den Nachmittag verbringen wir mit ausruhen und trainieren. Der offene Essbereich ist da sehr praktisch. Wer sitzen will sitzt, wer essen oder trinken möchte bestellt einfach etwas und wer sich nach Bewegung fühlt steht einfach auf und legt los.

Auch schnorcheln kann man gut, allerdings muss man ein ganzes Stück raus schwimmen um Korallen zu sehen. Auf unsere Empfehlung hin und zum Teil mit unseren Schnorcheln ausgerüstet, geht das Phoenix-Team nachmittags auch noch auf einen Schnorchelgang.
Was allerdings keiner von uns bedacht hatte, ist die Ebbe. Als die vier wieder an den Strand wollen, ist das Wasser so niedrig, dass sie kaum über das Seegras und die darin verborgenen Seeigel schwimmen können. Aber sie schaffen es.

Abends geht‘s dann zur Afterparty. Auf einer Bühne läuft laute Trance Musik, am Strand fliegen schon die Flammen. Wir machen es uns am Rand gemütlich und beobachten die Spieler. Sie sind keine Konkurrenz für die Pirates.

Unseren ersten Auftritt nehmen wir bald in Angriff und haben mal wieder die Bühne für uns. Wenn wir spielen gehen meist alle anderen ganz schnell und da wir zu beschäftigt sind, um das Feuer weiterzugeben, bleiben wir auch alleine.

Auf die Art werden unsere Tänze immer gleich zur Show und unter Applaus beendet. Es kommt sogar eine junge Frau zu uns, die uns überhaupt am schönsten fand. Die Liebenden haben die Sympathie des Publikums.

  

Wir freuen uns, fühlen uns aber mehr geehrt, als Christian sagt, dass es wirklich Freude mache uns zuzusehen. Von ihm ist das ein echtes Kompliment. Wobei wir natürlich selbst wissen, wie viel wir uns noch verbessern können.

Während die Jungs einschlafen, schwatzen Tabea und ich. Es stellt sich heraus, dass wir schon mal einen ihrer Auftritte gesehen haben. Nämlich bei unserer ersten Phoenix-Convention. Sie und Rene hatten bei der Galashow eine tolle Nummer als Rotkäppchen und der böse Wolf mit fantastischen Funkeneffekten. Für mich eine der schönsten Aufführungen, die ich je gesehen haben.

Als schließlich auch wir müde werden, zwingen wir die Jungs zum Heimweg.

Die nächsten Tage trainieren wir mit den anderen, gehen schnorcheln und schön gemeinsam essen. Als das Phoenix-Team sich verabschiedet, sind wir traurig. Wir haben sie richtig ins Herz geschlossen..

Am folgenden Morgen gehen wir Morgen mit Maggie auf Schnorcheltour.

Für 10 Euro werden wir an allen drei Inseln (Gili Air, Gili Trawangan, Gili Meno) zum Blubbern abgesetzt und sehen eine Seeschlange, mehrere Schildkröten und jede Menge Korallen und Fische. Wobei das Riff nicht ganz so schön ist.

 

Auf einer der Inseln werden kleine Schildkröten in einem Becken gehalten. Auch auf Gili Nanggu gab es das.

So unterschiedlich sind da Vorgehensweisen. In Australien werden die Babys nur zum Meer geleitet. Danach leben sie ihr Leben ganz normal. Hier in Indonesien sind wir uns nicht ganz sicher, was es mit dieser „Aufzucht“ auf sich hat. Vielleicht glauben die Leute, die Schildkröten hätten bessere Chancen zu überleben je größer sie bei ihrer Entlassung ins Meer sind. Gut möglich ist aber auch, dass es mal wieder nur um den Profit geht. In diesem Fall Spenden von Touristen.

Auf diesen Inseln merkt man auch deutlich, dass man im Touristenland ist. Weder in der hinduistischen noch in der muslimischen Kultur würde man wohl je solche Cocktailnamen oder Sprüche finden:

   

So vergeht die Zeit weiterhin mit täglichem Trainieren, gutem Essen und jeden Tag blicken wir hinüber nach Lombok und sehen wie sich riesige Wolken auftürmen und es regnet. Und jeden Tag entscheiden wir noch etwas länger auf Gili Air zu bleiben.

Zwar ruft uns der Vulkan nach Lombok und will bestiegen werden, aber das schlechte Wetter hat einfach zu gute Gegenargumente. Vor allem, da wir auf unserer winzigen Insel schönsten Sonnenschein, bestes Essen und Feuer genießen.

Unser Aufenthalt wird nur davon getrübt, dass wir täglich Freunde verabschieden müssen und dann auch noch eine Augeninfektion die Runde macht. Dario erwischt sie und wie ein paar andere verwandelt er sich in einen richtigen Augen-Zombie: Sie sind blutrot.

Wir kompensieren indem wir das Open-Air-Kino besuchen. Als Eintritt muss man nur etwas zu Essen oder Trinken bestellen, was wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen.

Wir bestellen einen Lava Cake und schauen „Kiss the Cook – So schmeckt das Leben!“. Sehr empfehlenswert und wer ihn gesehen hat wird erkennen, wie passend unser Lava Cake an diesem Abend ist…

Als Darios Augen schließlich wieder besser werden, kommt eine Vulkantour schon gar nicht mehr in Frage. Trotzdem wollen wir wenigstens noch etwas von Lombok sehen.

Also fahren wir mit einigen anderen Abreisenden unserer Gruppe zum Hafen und buchen uns ein Boot nach Lombok. Die anderen müssen alle zurück nach Bali.

Auf dem Boot wird sofort klar, dass wir nun das Touristenreich verlassen. Denn außer uns sind hier nur Locals.

Pirates Retreat

09.04.2017
Das Abenteuer beginnt

Frühstück wird aufs Zimmer gebracht. Wir bekommen Ei und Banana Pancake. Perfekt. Einen besseren Start in den Tag kann es nicht geben.

Gemütlich checken wir aus und machen uns auf den Weg nach Seminyak, wo wir heute Abend um 18:00 Uhr mit dem Bus abgeholt werden. Es gibt auch einen Abholpunkt in Ubud, aber wir müssen ja den Scouter zurückbringen.

Die Fahrt ist entspannt. Unterwegs bummeln wir noch in den Laden mit dem schönen Männerhemd. Es sieht aus wie aus einem mystischen Film oder Computerspiel. Dario probiert es an und es ist absolut perfekt. Auch ich probiere ein paar Teile an, doch keines passt perfekt. Zudem ist alles wahnsinnig teuer für hiesige Verhältnisse. Angeblich sind die Produkte alle aus Biobaumwolle hergestellt und mit speziellen Kristallen bedruckt. Wir gehen unverrichteter Dinge.

Danach schauen wir uns noch einen Laden mit traditionellen Trachten an. Hier kauft man kein fertiges Teil, sondern sucht nur Stoff und Schnitt aus. Alles wird von Hand angepasst. Dafür haben wir natürlich keine Zeit.

Pünktlich kommen wir in Seminyak an, allerdings ist der Motorradverleiher nicht vor Ort. Wir suchen die ganze Straße ab, können ihn aber nicht finden.

Also rufen wir ihn an und finden heraus, dass er heute in Denpasar (einige Kilometer entfernt) ist. Dabei haben wir ihm doch gestern geschrieben, dass wir heute den Scouter zurückgeben.

Wir erklären ihm also, wo der Abholpunkt für das Pirates Retreat ist und dass wir den Scouter dort werden stehen lassen müssen, wenn er ihn nicht rechtzeitig abholt.

Das wollen wir natürlich absolut nicht, hoffen aber ihm so genug Druck zu machen, damit er seine indonesische Zeiteinstellung beiseite schiebt und pünktlich ist.

Trotz des Drucks ist er nach einer Stunde noch nicht da. Die Pirates dagegen trudeln nach und nach ein. Zu unserer Freude sind mehr bekannte Gesichter dabei als erwartet und es beginnt ein großes Begrüßen und Kennenlernen.

Nett wie wir sind rufen wir aber auch nochmal beim Motorradverleiher an und erinnern ihn daran, dass unser Bus in zwanzig Minuten abfährt.

Er schafft es ganz knapp. Und dann stellen wir fest, dass unsere Reise mit den Pirates eher indonesisch ist, denn der Bus fährt nicht pünktlich ab. Aber das ist uns nun natürlich egal, wir sind froh, dass wir den Scouter regulär zurückgeben konnten.

Gemütlich unterhalten wir uns mit der bunten Truppe aus Feuerspielern. Sie kommen aus allen möglichen Ländern und sind sehr sympathisch.

Schließlich fahren wir los. In Ubud machen wir nochmal eine Stunde Pause, damit alle noch etwas essen können. Wir flitzen stattdessen nochmal zu dem Laden mit dem tollen Hemd, denn wir sind uns einig, dass es absolut perfekt ist. Das Geld muss eben investiert werden!

Zum Glück hat der Laden noch offen und wir können unseren Plan umsetzen. Das Hemd samt Stulpen und Halstuch ist kurz darauf unser Eigentum.

Nun schnell noch Nasi Goreng zum Mitnehmen und wieder zum Bus.

Gegen Mitternacht kommen wir am Hafen an und besteigen eine große Fähre. Als Piraten übernehmen wir natürlich den vorderen Teil des Schiffes. Draußen ist es eh viel angenehmer als drinnen, wo die Klimaanlage auf Hochtouren läuft und Kühlschrankatmosphäre schafft.

Gegen ein Uhr nachts bewegt sich unser Gefährt endlich.

Selbst an Bord sind Verkäufer allgegenwärtig und bieten neben Wasser und Bier auch Matratzen an.

Unterwegs wird getrunken, gesungen, getanzt, geschlafen, sich unterhalten und auch schon ein wenig mit Feuerstäben gespielt. Wenn auch ohne Feuer.

Vor allem Christian, den wir als Organisator der Phoenix (Feuerconvention) in Deutschland kennen spielt viel. Er und die anderen Deutschen sind heute erst aus Deutschland angekommen und vollkommen fertig mit der Welt. Hinter ihnen liegt ein Flug mit Umstieg und nun diese Nachtaktion.

Bisher hatten wir mit dem „Team“ der Phoenix nicht so viel zu tun, da sie alle in Leipzig wohnen und wir uns lediglich zur Phoenix und zur EJC (Europäischen Jonglierconvention) sehen. Auch wenn wir uns schon gelegentlich mit ihnen unterhalten haben.

Nun kommen wir schnell ins Gespräch, wenn auch alle reichlich müde.

Später schlafen Dario und ich dann aneinander gekuschelt aber doch ein.

10.04.2017-15.04.2017
Pirates Retreat

Erst gegen vier Uhr erreichen wir den Hafen und müssen nun auf kleinere Boote warten, die uns auf die Insel „Gili Nanggu“ bringen sollen.

Ganz indonesisch lassen diese auf sich warten, aber natürlich sind auch die Händler schon wach und versorgen uns Wartende mit Kaffee, Tee und Reis. Letzterer ist allerdings unerträglich scharf und hat nicht wirklich Frühstücksqualität.

#Kommentar Dario: Das Ganze ist so scharf, dass mir die Tränen in die Augen schießen. Später brennt das Ganze dann noch einmal.#

Doch für das Warten werden wir zum Glück von einem zauberhaften Sonnenaufgang entschädigt.

Als wir schließlich in die Fischerbötchen klettern, ist es schon hell.

Nach einer geradezu malerischen Fahrt mit den traditionellen Boten über das glatte Wasser, erreichen wir die Insel.

Unsere Begeisterung wird aber schnell in ihre Schranken verwiesen, denn der Strand ist voller Müll.

Müde warten wir, bis wir unsere Hütte zugeteilt bekommen. So fertig sind wir, dass wir uns nicht mal wirklich über die Klimaanlage wundern, die unsere Hütte gefühlt auf Gefriertemperatur hält. Wir hatten eigentlich nur Ventilator gebucht. Das war viel preiswerter.

Einzig die Tatsache, dass diese Hütten nicht unserer Vorstellung von indonesischem Touristenstandart entsprechen, dringt in unser beider müde Hirne durch. Zwar ist die Hütte groß, aber nicht wirklich sauber und das Wasser ist kalt. Bei hundert Euro pro Person pro Tag hatten wir eher das Gegenteil erwartet.

Aber nun gut. Ist ja Vollpension.

Wir legen noch einen letzten Motivationsschub hin und laufen einmal um die Insel. Sie ist klein.
An fast allen Stränden liegt Müll, aber sonst ist sie schon ganz hübsch.

Danach kippen wir ins Bett, können aber kaum einschlafen, weil das Zimmer so kalt ist.

Um zwölf Uhr trudeln nach und nach alle in der Essenshalle ein und nach einer kurzen Ansprache von Jay (unserem „Captain“) gibt es endlich was zu futtern. Dies führt bei uns prompt wieder zu langen Gesichtern, denn das Essen ist so ziemlich das schlechteste, das wir bisher in Indonesien bekommen haben.

Die netten Gespräche lassen uns das miese Essen jedoch schnell vergessen.

Danach beginnen die Workshops.

Das Konzept ist simpel und gut: Die meisten Lehrer geben jeden Tag einen Workshop. Diese sind immer mit dem gleichen Tool und bauen aufeinander auf.

Wir stürzen uns auf die Poi-Workshops, verbringen aber auch viel Zeit einfach mit den anderen tollen Piraten.

  

Am Abend beginnt das Feuer.
Auch hier wird ein schönes Prinzip verfolgt: Das Feuer darf nicht ausgehen!

Und das Feuer ist nur an den Tools.

Also muss immer jemand auf der Bühne sein.
Es sind so viele fantastische Feuerspieler da, dass wir uns heute noch vor einem Auftritt drücken.
Zuzuschauen macht unglaublichen Spaß.

Irgendwann gehen wir aber ins Bett und überlassen das Feuer den Hartgesottenen.

So vergehen alle Tage des Pirates Retreat mit wunderbaren Bekanntschaften, Workshops und feurigen Abenden. Ein großes Plus ist zudem das Riff, welches uns jeden Tag aufs neue beim Schnorcheln begeister. Farbenfrohe Korallen und jede Menge Fische. Nur die anderen Touristen, die tagsüber zum Schnorcheln herkommen, stören uns manchmal.

Manche Fische kommen ziemlich nah ran, denn sie sind es gewöhnt von Touristen gefüttert zu werden.

Andere verstecken sich unter Felsen und Korallen.

Und wieder andere tarnen sich einfach.

Die Sonnenuntergänge genießen wir abends alle gemeinsam.

Als wir uns schließlich zum Feuern auf die Bühne trauen (wir haben extra eine kleine Abfolge ausgemacht), läuft es ganz gut. Nur einmal kommen wir ins Stocken, woraufhin das Publikum beginnt für uns den Takt zu zählen „One, two, three, four, five, six, seven, eight!“

Zu unserer Verwunderung kassieren wir einen ordentlichen Applaus. Partner-Poi wird gerne gesehen aber nur selten gespielt.

Gleich mehrere Pirates möchten gerne von uns lernen und von Zeit zu Zeit geben wir nun kleine Privat-Workshops.

Das „One, two, three, four, five, six, seven, eight!“ unserer ersten kleinen Vorführung, wird zum Running Gag und bei jeder Gelegenheit angewendet.

Am letzten Abend wollen wir mal länger durchhalten und nehmen einfach unsere Sarongs mit an den Strand. Als wir zu müde werden, breiten wir sie aus und legen uns einfach hin. So sehen wir jedes Mal, wenn wir kurz erwachen vor uns das Feuer.
Und sind irgendwann nachts auch kurz noch mal wach genug um ein wenig teilzunehmen. Danach gehen wir dann aber doch ins Bett.

Als wir schließlich alle wieder an Bord gehen müssen, um zur Afterparty weiter nach Gili Air zu fahren, sind wir traurig, dass die Zeit schon wieder um ist. Essen und Unterkunft auf Gili Nanggu werden wir aber nicht vermissen!.

Bali No. 1

30.03.2017 – 09.03.2017

Wir kommen spät an, werden am Flughafen von den ersten balinesischen Skulpturen begrüßt und laufen nur noch zum nächsten Hotel. Es ist im erträglichen Preisbereich, aber wir merken gleich, wie das hier läuft.

Ich habe nämlich aus Australien beim Hotel angerufen und nach dem Preis gefragt. Die Antwort war 250.000 Rupie (umgerechnet ca. 17 Euro). Nun, da wir tatsächlich da sind, will der Kerl aber plötzlich 300.000 Rupie haben. Ich verweise auf das Telefonat und es sind wieder 250.000.

Wir kippen ins Bett, es ist schon zwei Uhr nachts.

Hotel in Seminyak

Wir mieten erst mal einen Scouter. Hier ist das noch einfacher als in Thailand, denn der Scouter wird direkt ans Hotel gebracht. Unseren einen Rucksack nehmen wir mit, den anderen lassen wir vorläufig im Hotel.

Wir haben uns eine neue Unterkunft herausgesucht. Mit Pool und vielen Empfehlungen.

Wir schlängeln uns quer durch die Innenstadt. Den Locals gleich überholen wir stockenden Verkehr durchaus auch mal auf dem Bürgersteig. Es ist ganz schön anstrengend.

Gleichsam genießen wir es ungemein. Überall sind kleine Tempelanlagen und Dekorationen. So viel Kultur! Endlich wieder. Das haben wir in Neuseeland und Australien wirklich vermisst.

Schließlich kommen wir an und tatsächlich gefällt uns das Hotel, das „7 Bidadari Boutique Hotel“ gut. Es liegt ruhig, hat nette Zimmer und einen schönen Pool.

Wir gehen erst mal schwimmen.

#Kommentar Dario: Traumhafter Innehof, ein Ort an dem ich mich sofort pudelwohl fühle#

Das Bale Udang Mang Enking

Später fragen wir jemanden vom Hotel nach einem guten Restaurant. Nicht zu teuer soll es sein, aber gut und indonesische Küche. Ein bisschen kosten darf es schon, denn nach Australien wollen wir richtig genießen, wieder ordentlich essen gehen zu können.

Er überlegt nur kurz und nennt uns dann eines. Mit dem Scouter ist es nur einen Katzensprung entfernt. Als wir bald darauf davor stehen, fragen wir uns aber, ob wir hier wirklich richtig sind.

Es sieht viel nobler aus, als die Restaurants in denen wir sonst dinieren. Entsprechend geht erst mal nur Dario hinein und sieht sich die Preise an. Als er zurück kommt, grinst er und nickt.

Wir parken den Scouter und gehen hinein. Das Restaurant ist sehr schön angelegt. Vor allem ein Bereich mit großer Wasserfläche und aufgeständerten Hütten, in denen man quasi über dem Wasser essen kann. Leider bekommt man in ihnen nur einen Platz, wenn man für mindestens 400.000 Rupie (etwa 30 Euro) bestellt. Das ist uns heute Abend aber doch eine Nummer zu groß.

Wir sitzen auch so schön und vor allem die (alkoholfreien) Drinks sind fantastisch.
Satt und zufrieden. Unsere kleine Welt ist in Ordnung.

Mein Auge nervt

Wir fahren weiter und besorgen eine Sim-Karte fürs Handy. Während Dario sich alles erklären lässt und bezahlt, reibe ich mir müde die Augen.

Plötzlich beginnt mein eines Auge zu brennen und zu schmerzen. Ich denke, ich habe etwas hineinbekommen und reibe erneut, doch es wird nur schlimmer. Ich sitze schräg hinter Dario und bin nur noch am heulen – auf einem Auge.

Als der Kauf endlich abgewickelt ist, eile ich zur nächsten Sanitäranlage und wasche erst mal mein Auge aus. Doch auch das hilft nichts.

Da wir noch unseren zweiten Rucksack holen wollen, beiße ich die Zähne zusammen, klappe das Visier meines Helmes herunter und lasse das Auge eben tränen.

Endlich zurück im Hotel gehe ich erschöpft schlafen und schaffe es nach einer Weile auch, das Auge zu ignorieren.

Ruhe…

Den nächsten Tag verbringen wir mit Entspannen und Recherche. So kann sich auch mein Auge erholen. Wir recherchieren beide zu Indonesien und erledigen andere Dinge, wie zum Beispiel unseren Papierkram zu sortieren. Selbst auf einer Weltreise mit nur einem Block pro Person sammelt sich immer wieder einiges an, das aussortiert werden muss.

Da wir keine Lust haben den Scouter zurückzubringen, rufen wir einfach beim vorigen Hotel an und verlängern. Das ist gar kein Problem, wir sollen einfach am Ende bezahlen.

…und gutes Essen

Am Abend fahren wir mit dem Scouter in eine belebtere Zone, nur einen Kilometer entfernt. Das Restaurant, das wir über Empfehlungen herausgesucht haben, gefällt uns aber nicht. Also drehen wir um und halten bei einem anderen. Hier haben gerade zwei europäisch aussehende Mädels ihr Mahl beendet und wir fragen sie, wie es war.

Sie fanden es nur mäßig, können uns aber ein anderes Lokal empfehlen, das schräg gegenüber liegt. Zurecht. Das Essen schmeckt prima und wird sogar Darios ästhetischen Ansprüchen gerecht.

Kuta und Seminyak – Innenstadt zu Fuß

Am nächsten Tag bringen wir aber wirklich den Scouter zurück. Da wir lieber ein wenig von der Stadt sehen wollen, als uns fahren zu lassen, laufen wir danach.

Ein Abstecher an den Strand frustriert uns dabei leider eher. Er ist voller Müll und Surfschulen. Im Vergleich zu einigen Berichten, die wir gelesen haben, sieht er allerdings noch ganz ordentlich aus. Unsere ästhetischen Ansprüche werden trotzdem strapaziert und die Surflehrer gehen uns ganz schön auf die Nerven, da vor allem ich mit meinem verletzten Ohr ihre Angebote zum Surfen lernen bald kaum noch ertrage.

So wechseln wir schließlich wieder in die Shopping-Straßen. Hier geht es zum Glück nicht ganz so aufdringlich zu. Und es gibt jede Menge zu sehen. Besonders die Tempel, die sich überall zwischen den Häusern befinden, gefallen uns sehr. 

Gemütlich schlendern wir bis zum Hotel.

Gewalt und Verwirrung

Als uns der Hunger schließlich packt, machen wir uns zu Fuß auf die Suche nach einem nahen Restaurant. Doch wir kommen nicht weit.

Als wir um die nächste Ecke kommen, hören wir plötzlich Lärm. Etwa fünfzig Meter rechts von uns sehen wir ein weißes Auto, auf welches fünf oder sechs Männer voller Wut mit Holzbalken eindreschen. Das Auto fährt erst vorwärts, dann rückwärts. Wir sind nicht sicher, ob es die Männer verletzen oder ihnen entkommen will.

Ich habe genug gesehen und ziehe Dario um die Ecke in Schutz. Wer weiß ob hier nicht gleich auch Kugeln fliegen. Am liebsten würde ich mich ins Hotel verkriechen. Mir zittern die Knie.

Dario ist weniger furchtsam und als es leiser wird, wagen wir uns doch noch mal vor. Das Auto steckt nun in irgendwelchen Trümmern fest. War das eine Wand?
Die Männer sind verschwunden.

Bevor wir auf Weltreise gegangen sind, habe ich mir eine Sache ganz fest vorgenommen: Wir sind Beobachter. Natürlich gibt es manchmal Situationen, in denen man wirklich sieht, dass man helfen kann. Doch oft macht es keinen Sinn, weil wir zum Beispiel die Kultur nicht verstehen.

In diesem Fall heute ist es einfach zu gefährlich. Wir haben keine Ahnung, wer hier mit wem aneinander geraten ist, aber wir wollen ganz sicher nicht diese Gewalt gegen uns gerichtet sehen.

Zum Glück müssen wir eh nach links, also weg von der verwirrenden Szene. Ein paar Locals werfen uns fragende Blicke zu, doch wir zucken nur mit den Schultern.

Ein nettes Restaurant, das „Ingka Restaurant“, bringt uns auf bessere Gedanken.

Doch auf dem Rückweg wird es noch seltsamer: Die Ganze Straße ist voll von solchen weißen Autos.

Nun vermuten wir die Mafia dahinter.

Wir gehen schlafen.

03.04.2017
Scouter mieten und los

Dario sucht im Internet einen Scouterverleih mit richtig guten Bewertungen heraus und wir lassen uns den Scouter ans Hotel bringen. Wir bitten extra um einen in gutem Zustand und mit ordentlichen Reifen. Schließlich wollen wir touren.

Es dauert zwar über eine Stunde, bis wir den Scouter haben, aber er ist tatsächlich ganz in Ordnung.

Einen der Rucksäcke deponieren wir für die nächsten zwei Monate im Hotel. Wir buchen auch schon unser Zimmer für die zwei Tage, die wir früher als Norman und Marina da sein werden.

Dann steigen wir mit dem einen verbliebenen Rucksack auf den Scouter.

Feiertage nach Nyepi, dem Tag der Stille

Auf unserer Fahrt sehen wir, wie überall dekoriert wird. Kunstvoll aneinander getackerte Bambusblätter ergeben wunderschöne Werke.

Unser heutiges Ziel sind erst mal die UNESCO-Welterbe-Reisterrassen. Je kleiner die Orte werden, durch die wir fahren, umso schöner erscheinen uns die Dekorationen. Die engen Straßen sind gesäumt von den eleganten Wedeln.

Ein wenig fühlen wir uns, als könnten wir fliegen. Endlich wieder auf dem Scouter unterwegs.

An einem winzigen Stand mit frittierten Leckereien halten wir an. Ein Stück kostet 1.000 Rupie (7 Cent). Wir nehmen erst mal zehn. Sie sind extrem lecker. Einige deftig, andere Süß.

Da müssen gleich nochmal zehn her. Diesmal bekommen wir für den gleichen Preis sogar noch eines mehr. Es regnet ein wenig, wir verziehen uns mit den Fressalien unter ein Vordach und mampfen glücklich vor uns hin.

Als das Nass von oben weniger wird, fahren wir weiter.

Die Reisterrassen sind tatsächlich wunderschön. Heute haben wir aber keine Lust spazieren zu gehen. Die Fahrt reicht uns vollkommen.

Privathotel

Wir suchen in Google Maps ein Hotel heraus und fahren ganz durch die Terrassen hindurch. Die Straßen werden bald schlechter und enger. Schließlich geht es über eine wenig Vertrauen erweckende Brücke. Augen zu und drüber, ein Abenteurerlächeln auf den Lippen.

Schließlich finden wir die Einfahrt. Es gibt kein Schild und nur zwei schmale befestigte Spuren. Eine für jedes Reifenpaar eines Autos. Der Hang ist ganz schön steil.

Oben angekommen sieht es ganz schön ruhig aus. Wir entdecken nicht mal ein Auto. Aber die Rezeption ist besetzt. Schnell finden wir heraus, dass wir die einzigen Gäste sind.

Das Hotel ist mit 450.000 Rupie (30 Euro) nicht ganz billig. Aber als ich mir das Zimmer mit Blick über die Reisterrassen anschaue, ist die Sache sofort entschieden. Und einen schönen Pool gibt es auch. Wir checken ein und machen es uns auf dem Bett gemütlich, während es draußen beginnt zu schütten.

04.04.2017
In den Hügeln

Wir frühstücken auf einer Terrasse im ersten Stock, mit dem selben Blick wie aus unserem Zimmer. Drei kleine Katzen tollen um uns herum.

Wir fühlen uns ganz schön nobel. So alleine im großen Hotel. Alle Bedienung nur für uns. Aber irgendwie ist das natürlich auch vollkommen überflüssig. Was wirklich zählt ist die Qualität des Obstes und der Banana-Pancakes! Und die ist absolut in Ordnung.

Daher bestellen wir sogar nochmal nach. Zur Freude des Hotels, denn das ist natürlich nicht inklusive.

Entspannt und Gestärkt brausen wir wieder los.

Wir machen einen Abstecher zu einem Tempel. Er wirkt sehr mystisch, denn Nebelschwaden umwabern ihn und wir sind ganz alleine. Er ist allerdings geschlossen, wie viele Tempel im Moment. Wohl wegen der Feiertage.

Es beginnt zu regnen und wir flüchten uns unter eine nahe Überdachung. Als der Regen andauert, machen wir unser Hörbuch „Mieses Karma“ an und ich zeichne den Tempel. Dario jagt Stechmücken.

Als ich mit den Portalen fertig bin, hat der Nebel den Rest des Tempels gefressen und ich nutze die Fotos auf dem Handy um die Skizze zu vervollständigen.

Gerade als ich fertig bin, hört auch der Regen fast auf und wir können die Tour fortsetzen.

Erneut durch die Reisterrassen und diesmal machen wir auch einen kleinen Spaziergang. Allerdings mit Rucksack und leichtem Regen, wodurch es kein großer Ausflug wird.

Wir halten noch an einem kleinen Restaurant und essen etwas, damit ich auch noch die Reisterrassen zeichnen kann. Das Essen schmeckt richtig gut und ist schön angerichtet.

Auf unserer Fahrt schütteln wir den Kopf über Flussläufe voller Müll, bewundern die eleganten Straßendekorationen und lächeln über die skurrilen Figuren des Nyepi, die noch an den Straßen stehen.

Auch bieten sich uns fantastische Aussichten, als wir in die Hügel hinauffahren.

Je höher wir kommen, desto kälter wird es allerdings. Und die Sonne wandert rasch auf den Horizont zu. So sind wir froh, als wir schließlich einen kleinen Homestay für die Nacht finden.

05.04.2017
Das Pantai Mas – Hotel mit Kultur

Morgens lassen wir unseren Rucksack noch im Homestay und machen einen Ausflug zu einem der Wasserfälle. Davon gibt es einige in der Region. Allerdings haben wir nun schon einige sehr schöne Wasserfälle gesehen und wollen keinen Wasserfall-Marathon hinlegen. Also suchen wir einfach einen aus und fahren hin. Es ist der Air Terjun Munduk.

Wir müssen ein kleines Stück laufen, teilweise recht steil. Der Wasserfall ist nicht groß, aber nett und es gibt ein kleines Lokal mit perfektem Blick. Da wir gerade erst gefrühstückt haben, bestellen wir nur etwas zu Trinken. Wir sind die einzigen Gäste, die Bewirtung ist sehr nett.

Noch ein paar Fotos, dann fahren wir weiter.

Weiterhin sind unser absolutes Highlight die Straßendekorationen aus Bambusblättern. Allerdings beobachten wir auch sehr gerne die Balinesen in ihren zeremoniellen Festagskleidern.

Schließlich erreichen wir den Ort Lovina. Heute wollen wir eine schöne Unterkunft am Meer. Ich bin mit Besichtigen dran.

Der Homestay, den wir schon herausgesucht hatten ist zwar ganz nett, aber die schönen und günstigen Zimmer sind schon vergeben.

Das nächste Hotel ist etwas zu teuer für seine Leistungen. Da hilft auch der große Pool nicht.

Nun gut, jetzt also nach Bauchgefühl.

Hinter einer Einfahrt sieht es ganz schön aus, aber ich bin nicht mal sicher, ob das überhaupt ein Hotel ist. Trotzdem laufe ich hinein. An der Rezeption ist niemand. Nur ein Schild des Padi-Tauchvereins grinst mich an.

Schon will ich wieder gehen, als eine junge Indonesierin auf mich zugelaufen kommt.

Ich frage, ob das ein Hotel ist und sie winkt mich mitzukommen. Auf einem Podest neben dem Haus sitzen ein paar Leute. Ein älterer Herr sieht recht europäisch aus. Doch er spricht nicht mit mir, sondern gibt einem rundlichen Indonesier ein Handzeichen.

Dieser fragt mich nun in perfektem Englisch, was wir denn suchen und ich sage, dass wir eine Unterkunft für etwa 300.000 Rupie suchen.

Er nickt und sagt, das sei in Ordnung, allerdings käme bei dem Preis noch die Steuer dazu. Wodurch wir dann eher bei 400.000 Rupie wären.

Ich lasse mir das Zimmer zeigen und stelle dabei fest, dass es einen wirklich schönen Pool gibt. Auch das Zimmer ist sehr schön und die gesamte Anlage wirklich ansprechend.

Auf dem Rückweg legen wir einen Stopp an einem Käfig mit Affen ein und der rundliche Indonesier mit dem perfekten Englisch und übrigens sehr netten Gesichtszügen lässt sich den Arm lausen.

Das sei Mimi, sie sei sonst immer frei herumgelaufen, habe sich aber in letzter Zeit schlecht benommen. Daher nun im Käfig.

Ich frage, ob sie so nicht sehr alleine ist und er grinst.
Sie habe einen Katzenfreund, der in den Käfig hinein kann.

Ich entscheide: Preisleistung stimmt.

Und winke Dario mit dem Scouter herein. Wir sagen fest zu.

Nun stellen sich alle vor. Der ältere weiße Herr ist Niederländer. Seine Frau ist Balinesin und stammt aus einer hinduistischen Priesterfamilie. Ihnen gehört die Anlage.

Der nette, rundliche Mann, der mich herum geführt hat, ist ihr Sohn. Auch er hat eine balinesische Frau geheiratet und ihr kleines Mädchen läuft lachend herum. Auch die Bediensteten sind sehr sympathisch.

Zum Empfang bekommen wir einen Tee serviert und der Niederländer setzt sich zu uns. Wir erfahren, dass es kleine Paddelboote und Schnorchel-Equipment gibt, die wir jederzeit benutzen können. Morgens bietet seine Frau Joga an. Das Abendessen wir gemeinsam eingenommen, ist für hiesige Verhältnisse allerdings ziemlich teuer. Trotzdem entscheiden wir uns hier zu essen.

Auch erzählt er von den Korallen, die hier fast alle durch das Bombenfischen zerstört wurden. Den kleinen Abschnitt vor dem Hotel schützen und pflegen sie, dort müssten wir also ganz gut schnorcheln können.

Dass die Anlage fast leer ist, liegt ihm Zufolge daran, dass mittlerweile viele Chinesen hier Urlaub machen und die nur für eine Nacht bleiben. Das verträgt sich jedoch nicht mit dem Konzept dieses Hotels, denn hier geht es darum Kultur zu erleben und viele Gäste bleiben mindestens eine Woche.

Zudem gab es früher nur einige wenige Unterkünfte in dieser Gegend, während die Küste nun von ihnen gesäumt wird.

Auch interessant ist, dass es einen Deal mit der Regierung geschlossen hat (oder vielleicht steht so etwas auch zur Wahl, das haben wir nicht ganz verstanden). Seine Steuern zahlt er nicht als Steuern, sondern fördert direkt soziale Projekte. Etwa die Ausbildung von jungen Balinesen.

Nach dem Tee bedanken wir uns und beziehen das Zimmer.

Dann schlüpfen wir in unsere Badesachen und schnappen uns zwei der kleinen Paddelboote, um die Küste entlang zu rudern. Wir schauen den Einheimischen beim Baden zu, regen uns über den vielen Müll auf und erwidern das Winken der Kinder.

Danach gehen wir schnorcheln und sehen zum ersten Mal bunte Korallen. Bisher kannten wir nur die graue Unterwasserwelt Frankreichs. Nun gut, in meiner fernen Kindheitserinnerung sehe ich auch einige farbige Elemente im Meer vor Mallorca, aber das liegt schon sehr lange zurück.

Traurig ist nur, dass sich die Korallen tatsächlich genau auf den Bereich vor dem Hotel beschränken. Rechts und links herrscht pure Verwüstung und nichts als graue, tote Bruchstücke ist zu finden.

Wir haben gerade noch Zeit zu duschen, dann gibt es Abendessen. Wir lernen die drei anderen Gäste kennen. Eine junge Schweizerin und ein niederländisches Paar.

Das Essen ist sehr gut und man kann so viel nehmen wie man möchte. Wir futtern ordentlich und auch die Unterhaltungen sind nett. Wenn auch unglaublich ruhig. Etwas zu ruhig für meinen Geschmack.

Nur der Rundliche macht immer mal wieder witzige Bemerkungen und zaubert Lächeln auf alle Gesichter.

Als es schließlich das Dessert gibt (Schokoladenküchlein mit zähflüssigem Kern), merkt Dario an, dass der Kern aber eigentlich etwas flüssiger sein müsste. Die Antwort: Der Kern sei durchaus perfekt gewesen, aber er habe einfach zu lange gegessen. Was wahr ist, denn wir haben mehrfach nach genommen.

 

06.04.2017
Regenentspannung

Eigentlich wollten wir heute weiter. Aber es regnet.

Außerdem haben uns alle gesagt, dass unsere geplante Strecke total stressig sei, weil an Balis Westküste die ganzen Lastwagen fahren, die Wahren zwischen Jakarta und Denpasar transportieren.

Also werden wir wohl wieder über die Hügel zurückfahren.

Da wir bei dem Wetter auch keinen Ausflug machen wollen, absolvieren wir nach dem Frühstück unser Training im Pool. Im Wasser stört uns der Regen auch nicht.

Anschließend entdecken wir den Yogaraum und jonglieren dort. Er liegt im ersten Obergeschoss und ist wunderschön. Verzierte Säulen, Steinboden und Blick aufs Meer.

Am Abend essen wir wieder alle gemeinsam und heute taut die Frau des Niederländers etwas auf und erzählt uns von ihrer Familie und den Traditionen.

Und ihr Mann schwärmt von ihren Kochkünsten und der Fantasie für Desserts. Er habe in zwei Jahren kein einziges Mal ein Dessert zweimal bekommen.

Es ist schade, dass wir morgen schon wieder abreisen müssen, denn hier könnten wir viel lernen. Doch wir möchten ja auch noch nach Ubud und in drei Tagen werden wir schon für das Pirates Retreat abgeholt.

07.04.2017
Korallen wachsen lassen

Wir verabschieden uns und fahren wieder los. Zum Glück hat jemand unseren Scouter unter ein Vordach geschoben, sodass Sitz und Helme nicht nass geworden sind.

Spontan entschließen wir uns noch ein Stück an der Küste entlang zu fahren, bis nach Pemuteran.

Dort gibt es ein interessantes Korallenprojekt, das ich gerne sehen würde. Angeblich hat man eine Möglichkeit gefunden, die Korallen schneller wachsen zu lassen.

Außerdem genießen wir das Fahren gerade sehr.

Unterwegs halten wir an einem Affentempel.

Hier findet gerade eine Zeremonie statt. Unser erster Tempelbesuch auf Bali. An der „Tourist Information“ bindet uns ein Mann Sarongs um. Er erklärt, dass Männer und Frauen den Sarong unterschiedlich tragen und zeigt uns, wie das geht.

Wir sehen allerdings ganz schön bescheuert aus, mit unseren Hosen unter dem Sarong.
Vor allem im Vergleich zu den eleganten Balinesen, die zuhauf in den Tempel strömen.

Wir stellen uns ganz an den Rand der Zeremonie und beobachten die Betenden.

Immer wieder werden Gaben zum Segnen gebracht. Diese müssen in einen Käfig gestellt werden, damit die Affen nicht alles klauen. Eine alte Dame ist dafür zuständig das Gittertürchen zu öffnen und zu schließen. Einige mit Stöcken bewaffnet Kinder geben ihr dabei Deckung.

Alles muss ganz schnell gehen, denn die Affen sind geschickt.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gelingt es immer wieder einem etwa zu mopsen. Dann sitzt der erfolgreich Dieb zufrieden kauend auf einem Dach.

Einer erwischt einen Apfel und nascht ihn auf einem Gitter über den Köpfen der Betenden. Nachdem er sein Mahl zur Hälfte beendet hat, findet er die Köpfe unter sich plötzlich sehr interessant. Dario stößt mich an und deutet auf ihn.

Der lässt den bestimmt gleich fallen“, grinst er.

Zurecht. Das Geschoss rast in die Tiefe und verfehlt nur knapp den Kopf einer jungen Frau. Wir lächeln. Die Affen sind lustig und es ist schön, dass niemand zu Schaden gekommen ist.

Neben uns streiten sich drei Affen, doch als wir anfangen sie zu beobachten, hören sie auf und fauchen stattdessen uns an. Einer zieht sogar versuchsweise an meinem Sarong, woraufhin wir ihnen zu verstehen geben, dass wir die größeren sind. Nun halten sie Abstand.

Gleich neben dem Tempel gibt es noch einen kleine Schrein, der weiter oben in den Felsen liegt. Eine Treppe führt hinauf und wir ersteigen sie.

Auch hier warten wieder Affen auf uns. Einer sitzt gleich am Eingang.

Dario erlaubt sich einen Spaß, springt auf den Affen zu und faucht. Der Affe macht erschrocken einen Satz zurück und Dario ist ganz kurz sehr zufrieden.

Dann jedoch erwidert der Affe Darios Geste und springt nun seinerseits mit gebleckten Zähnen fauchend auf ihn zu.

Vor Schreck fällt Dario beinahe die Treppe hinunter. Mit einer solchen Antwort hat er nicht gerechnet. Auch ich erschrecke mich, doch dann lachen wir herzlich.
Die Affen haben es ganz schön in sich.

Wir besichtigen noch einen weiteren Tempel mit sehr schönen Dekorationen, in dem die zauberhaft gekleideten Leute Fotos mit uns machen wollen. Wir kommen uns wenig fotogen vor, in unseren Sarongs, aber alle sind glücklich also machen wir ihnen die Freude. Dann fahren wir weiter.

In Pemuteran angekommen stelle ich fest, dass ich das Projekt in Google Maps gar nicht finden kann und auch auf deren Homepage keine konkrete Adresse vermerkt ist. Aber ich finde eine Unterkunft mit ähnlichem Namen und zu der fahren wir.

Irgendwie sind wir aber ziemlich unentschlossen, auch weil wir gar nicht wissen, ob wir heute nach jetzt hier übernachten möchten oder weiterfahren und wenn ja wie weit.

So stehen wir auf einem kleinen Parkplatz in der Nähe des Strandes, als und ein Local anspricht. Wo wir übernachten und was wir so machen? Wir antworten einfach, dass wir heute noch weiter fahren und dass wir eigentlich nur das Korallenprojekt „Biorock“ sehen wollen.

Ach ja? Er arbeite für Biorock, es sei gleich da vorne am Strand.

Perfekt! Ich gehe hin, während Dario mit Scouter und Rucksack wartet. Er ist nicht so scharf das Projekt zu sehen, eher etwas müde. Höchstens Lust zum Fahren hat er.

Ein kleines Häuschen ist die Zentrale des Projektes und zwei Mitarbeiter sind da. Obwohl ich keinen Spendenumschlag mitgebracht habe, erklären sie mir freundlich das Prinzip ihrer Arbeit.

Es werden Metallgitterkonstruktionen mit einem bestimmten Material umwickelt und kleine Korallenstücke daran befestigt. Dann wird das ganze verkabelt. Es gibt eine Batterie und zwei Kabel (Kathode und Anode). Das eine Kabel wird an das Metall angeschlossen, das andere hat eine Verästelung am Ende und wird einfach ins Wasser gelegt. Durch die elektrischen Impulse wachsen die Korallen angeblich bis zu fünf mal so schnell wie gewöhnlich.

Ich bedanke mich herzlich und flitze zurück zu Dario. Zufrieden fahren wir wieder los.

In den Hügeln gehen wir essen. In einem Restaurant mit traumhaftem Blick.

Erst als Nebel und Regen sich uns bedrohlich näher, fahren wir weiter.

Weiter und weiter. Heute ist so ein Tag, an dem wir keine Lust haben früh anzukommen.

 

Als wir Ubud immer näher kommen, suche ich auf dem Handy einige gut bewertete Unterkünfte heraus und rufe bei einer nach der anderen an, bis ich eine erreiche die noch ein Zimmer frei hat.

Dort fahren wir direkt hin, denn heute Abend würden wir nicht noch suchen wollen.

Dario ist dran mit Besichtigen.

Auf den ersten Blick sieht das Junjungan Guest House nicht so toll aus.

Doch Dario kommt vollkommen begeistert zurück. „Wir bleiben!“

Also parken wir den Scouter und folgen unserem Gastgeber. Auf schmalen Wegen geht es zwischen mehreren Häuschen hindurch. Alle sehen nicht sehr touristengerecht aus, sondern eher wie von Einheimischen. Was auch zutrifft. Hier wohnen nicht wir, sondern die Familie unseres Gastgebers. Überall liegen Spielsachen oder hängt Wäsche.

Doch dann geht es durch einen weiteren kleinen Torbogen und plötzlich stehen wir in einem malerischen kleinen Garten mit Pool und einem geradezu europäischen Haus mit vier großzügigen Räumen. Unserer liegt im Erdgeschoss und die großen Glastüren liegen direkt zum Pool.

Heute sind wir allerdings so müde, dass wir direkt schlafen gehen.

08.04.2017
Reisterrassen

Kurzer Morgensport im Pool, dann machen wir uns auf, um eine neue Unterkunft zu finden. Leider ist in dieser hier nämlich alles ausgebucht.

Doch nur ein Stück die Straße hinauf, finden wir etwas mindestens ebenso schönes.

Wieder ein hübsches Haus, doch die Zimmer und vor allem das Bad sind ein Traum. Unser Zimmer im ersten Stock hat eine Terrasse mit Tischchen und Blick über die Reisfelder.

Zum Frühstücken fahren wir in die Reisfelder.

Anschließend besichtigen wir einen Teil der „Green School Bali“, eine Schule die aus fantastischen Bambusgebäuden besteht und höchsten Wert auf eine nachhaltig orientierte Erziehung legt. 

bummeln wir noch etwas mit dem Roller durch Ubud und finden einen sehr erotischen Badeanzug für mich (mal sehen wo ich den tragen kann). Auf dem Heimweg fahren wir an einem Laden mit einem tollen Männerhemd vorbei, sind jedoch zu müde um es uns näher anzuschauen.

Genug Energie um ein Mousse au Chocolat und ein Passionsfrucht-Törtchen zu kaufen, habe ich aber noch!

Zum Abendessen fahren wir direkt in ein ganz kleines Lokal in den Reisfeldern, dass uns schon am Mittag aufgefallen ist. Es liegt nahe unserer Unterkunft, noch außerhalb der wirklich touristischen Zone.

Hier sind nur Locals und die Speisekarte hat keine Preisangaben. Eine Bedienung kann uns die Preise nennen. Sie liegen meist um die 5.000 Rupie. Das ist so wenig, dass wir einfach alles bestellen, was die kleine Karte enthält.

Mit dem Ergebnis, dass unser kleiner Tisch schier von Speisen überquillt. Suppe, süßer Kokosreis und vieles mehr. Und es schmeckt richtig gut! Nur zwei Gerichte enthalten zu viel Tapioka.

Das Mousse au Chocolat und das Törtchen haben wir allerdings noch dabei und die Bedienung ist so nett beides für uns in den Kühlschrank zu stellen.

Vollgefuttert und glücklich bestellen wir die Rechnung und kriegen große Augen. Kaum 40.000 Rupie soll das ganze kosten. Inklusive der Getränke. Dafür kriegt man sonst kaum ein Gericht.

Wir geben fast hundert Prozent Trinkgeld und bedanken uns.

Dann machen wir es uns auf unserer Terrasse gemütlich, futtern Mousse au Chocolat und Passionsfrucht-Törtchen, hören Hörspiel und ich zeichne..