Tipps und Tricks für Sydney

Wer sich tatsächlich für´s Arbeiten oder Reisen in Sydney entscheidet, kann einiges sparen, wenn er weiß wie.

Hier unsere besten Tipps:

1. Die Flughafen-Falle

Die Flughafen-Falle ist ein weit verbreitetes Phänomen: Der öffentliche Nahverkehr kostet ein vielfaches vom normalen Preis, wenn man an einer Flughafen-Haltestelle ein oder aussteigt.
In Sydney sind allerdings nur die Züge das Problem. Das Ein- oder Aussteigen am Flughafen kostet
13,80$ (Quelle: Airportlink). Dazu kommt dann der normale Fahrpreis (in die Innenstadt bis zu 4$, in der Regel aber weniger).

Lösung A: Wer faul oder mit mehreren Personen unterwegs ist nimmt einfach einen UBER. Der kostet in die Innenstadt etwas 30$ und bringt einen bis vor die Tür.

Lösung B: Ganz schlaue Sparfüchse nehmen einen Bus vom Flughafen bis zur Haltestelle “Mascot” und steigen dort in den Zug um. So kommt man für ca. 3-4$ zu jedem Ziel in der Innenstadt.
Lest dazu aber unbedingt Punkt zwei, denn der erklärt das System des Nahverkehrs.

 

2. Öffentlicher Nahverkehr leicht gemacht

Step 1: Man kauft eine sogenannte “Opal Card”.
            Sie ist Voraussetzung um den öffentlichen Nahverkehr (Bahn, Bus und einige Fähren) nutzen zu können.
            Opal Cards an sich sind kostenlos, man muss sie aber mit mindestens 10$ Guthaben aufladen.
            Erhältlich sind sie am Flughafen, an Tankstellen und allen möglichen Läden (von Woolworth bis hin zu kleinen Einzelhandeln). 

Step 2: Man benutzt Google Maps um Fahrten zu finden. Das funktioniert wunderbar. Eine spezielle App für Sydney ist nicht notwendig.
             Aber ACHTUNG: Die Verbindung Bus-Bahn vom Flughafen in die Stadt und umgekehrt, kann man hier nicht finden.
             Man darf also nicht die ganze Strecke eingeben, sondern muss erst die Zeiten für den Zug nachschauen und dann für den Bus zwischen Mascot und dem Flughafen.

Was kostet die Fahrt?
Das ist eine etwas komplizierte Frage in Sydney.
Denn die Preise für eine Fahrt richten sich z.B. nicht nur nach Zonen, sondern auch nach Tageszeiten.
Zur Hauptverkehrszeit sind die Preise höher. Zumindest wurde es mir so erklärt.
Nicht vergessen: Man muss auch beim Aussteigen die Karte an´s Gerät halten, sonst wird der Preis bis zur Endstation abgebucht!

Grundsätzlich kosten Fahrten in der Stadt selten mehr als 4$. Im Zentrum sind es in der Regel etwas über 2$.

Das Tages-Maximum liegt aktuell bei 15,40$ (Fahrten vom und zum Flughafen stellen eine Ausnahme dar).


!!! Der 2,60$ Sonntag !!!
Sonntags kann man für 2.60$ den ganzen Tag, soweit man will, mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren.
Da bietet sich zum Beispiel ein Ausflug in die Blue Mountains oder sogar nach Newcastle an.
Oder etwas näher, nach Manly, denn die Fährfahrt zwischen Circular Point und Manly ist die schönste, die Sydney zu bieten hat (natürlich darf man nicht die Fast Ferry nehmen, sonst wird´s teuer).

Aktuelle Preise und Informationen findet man unter www.transportnsw.au.

 

3. Teuer oder kostenlos

In Sydney ist fast alles entweder teuer oder kostenlos.

Auf Seiten wie Eventbrite, Groupon, etc. finden sich haufenweise kostenlose Veranstaltungen.

Einige Museen, wie z.B. das Maritime Museum und die Art Gallery of New South Wales sind ebenfalls kostenlos.

Und ich weiß zwar nicht, wie es bei anderen Metiers aussieht, aber wir waren auf etlichen Architekturveranstaltungen mit kostenlosem Essen, Wein und Sekt.

 

4. Für Kino-Fans

Besorgt euch im EventCinema sofort die Cinebuzz-Card. Jede Woche gibt es einen Film, den man für wirklich günstige 10$ anschauen kann.
Wer also etwas warten kann und nicht jeden Film gleich nach dem Erscheinen sehen muss, kann damit wirklich Freude haben.
 

 

 

Arbeiten in Sydney – meine Meinung

 

Arbeiten in Sydney – Meine Meinung

Für die faulen Wenig-Leser: Es ist nicht so einfach und einträglich, wie man vielleicht denkt.
Selbst wenn das Gehalt hoch ist, die Lebenshaltungskosten sind es auch.
Und ein Leben weit weg von zuhause ist zudem auch nur ein Leben. Dem einen gefällt´s, dem anderen nicht.
Wir haben alle paar Wochen heulende Backpacker gesehen. Meist im Bus und wir sind nicht mal viel gefahren.
Auch wir waren immer wieder mal frustriert, hatten aber insgesamt eine gute Zeit und sind mit einem annehmbaren Plus fortgegangen.

Wir planen nie wieder nach Australien zu reisen, denn von allen Reiseländern können wir ihm am wenigsten abgewinnen.
Trotzdem könnten wir uns vorstellen, nochmal in Sydney zu leben, denn die kulturelle Vielfalt, das nahe Meer und all die Parks haben es uns angetan.
Wir haben sie aber auch zur Genüge genossen und hoffen wo anders glücklich zu werden.

 


Bevor wir entschieden in Australien zu arbeiten, hatten wir schon einige Backpacker getroffen, die in Australien gearbeitet hatten.

Und jeder hatte eine etwas andere Meinung zu seinem Aufenthalt.

Da gab es den Lehrer, der zugab, dass man ganz gut verdienen könne. Allerdings müsse man, um zu sparen, eben auch sehr sparsam leben.

Dann ein Paar, das nach der Schule losgezogen und sehr frustriert war. Sie hatten ein Jahr hauptsächlich als Erntehelfer gearbeitet, um überhaupt das Visum bezahlen und weiterreisen zu können.

Ein junger Mann hingegen war hochzufrieden mit sich und der Welt, weil er ganz ohne Ausbildung den einen oder anderen richtig gut bezahlten Job bekommen hatte.
Teilweise allerdings nur dank Lügen, etwa dass er die großen Feldmaschinen fahren könne.

Für uns war Australien einfach günstig, weil wir in Neuseeland entschieden, dass wir wirklich wieder arbeiten wollten und als nächstes Australien anstand.
Außerdem lag es auch gut, um von Indonesien dorthin zurück zu kehren.

Sydney – eine Liebestragödie

Uns ging es so wie vermutlich vielen. Wenn man an Australien denkt, kommen einem sofort drei Orte in den Sinn: Sydney, Uluru, Great Barrier Reef.
Bei genauerer Betrachtung ist davon nur einer ein Ort zum leben.

Wo will man also hin? Klar, nach Sydney.
Alle lieben Sydney.

Das Problem: Das wollen viele.

Zwar muss ich sagen, dass Sydney diese Aufmerksamkeit tatsächlich verdient hat, denn sie ist eine wundervolle Stadt, doch die Lebenshaltungskosten sind dadurch unerträglich hoch.
Und machen vielen das Leben schwer.

Mietpreise und Zimmersuche

In Sydney wird die Miete meist pro Person, statt pro Zimmer berechnet.

Unterkünfte, die für Backpacker infrage kommen, liegen pro Person meist zwischen 600$ und 1500$ pro Monat (das entspricht ca. 385 bis 963 Euro).
Allerdings muss man bei der Suche aufpassen, denn was für uns Deutschen anfangs etwas irritierend sein kann ist, dass die Miete stets pro Woche angegeben wird.
Getrickst wird zudem gerne, indem die Nebenkosten erst im Beschreibungstext ersichtlich werden, statt unter “Nebenkosten” auch als solche eingetragen zu sein.

Wer ein nettes Zimmer haben will, muss es meist mit jemandem teilen.
Und auch das muss man erst mal finden!

Wir kamen in der Nebensaison an und hatten uns schon Wochen vorher auf Flatmates registriert und begonnen, Anfragen zu senden.

Die einzige positive Antwort, die wir bekamen, war mit großer Sicherheit von einem Betrüger.
Ein angeblich chinesischer Geschäftsmann, suchte nach jemandem, der seine 3 Zimmer Wohnung in “The Rocks” (einer der besten Gegenden Sydneys) hüten sollte.
Nach einigem Hin und Her war ich ziemlich sicher, dass seine Antwortschreiben vorgefertigt waren, denn sie hätten stets nicht nur auf uns als Paar, sondern ebenso auf eine einzelne Person wie auch eine ganze Familie gepasst. Und dann kam der Hammer: Er wollte 2.000$ Kaution im Voraus.
Mit der Behauptung, er würde Unterlagen und Schlüssel losschicken, sobald das Geld bei ihm eingegangen sei.

Als ich die Anzeige von Flatmates überprüfen lassen wollte, fand ich heraus, dass sie schon gar nicht mehr existierte. Ab da schrieben wir nur noch über die Flatmates-Seite mit möglichen Vermietern bis wir deren Telefonnummern bekamen, aber nicht nochmal per Email.

Und als wir dann vor Ort waren, war es auch noch ein Kampf.
Natürlich wurde er dadurch erschwert, dass wir recht zentral wohnen wollten, um es Dario zu ermöglichen, auch nach langen Arbeitstagen schnell zuhause zu sein.

Mehrere Termine, die wir schon ausgemacht hatten, wurden kurz darauf wieder abgesagt.
Und wir wollten auch nicht wochenlang im Backpackers wohnen. Bezahlbar waren hier nämlich nur Zimmer mit 6 – 30 Betten!
(um die 21$ pro Person im 30er Schlafsaal)

Eine Annonce wurde als Betrugsversuch entfernt, kurz nachdem wir begonnen hatten, mit der “Vermieterin” zu schreiben.

Ein Zimmer in Surry Hills, das für uns gemeinsam 1.120$ pro Monat gekostet hätte und sich nach einem echten Schnäppchen anhörte, war so schrecklich, dass wir auf dem Absatz kehrt machten.
Die Küche war dunkel, der Kühlschrank halb zerfallen. Alles triefte vor Schmutz und Fett. Das einzige Bad war draußen und nach dessen Anblick hätte man die Küche beinahe loben wollen.
Alle Zimmer befanden sich im ersten Stock, die Möblierung war entweder schon sehr lange hier oder vom Sperrmüll. Vielleicht sogar beides.
Die Besichtigung wurde von einem Agenten geführt. Der einzige potentielle Mitbewohner, den wir sahen, würdigte uns nicht mal eines Blickes.
Wir waren uns sofort einig, dass wir einen Platz unter einer hübschen Brück bevorzugen würden.
In meinen Notizen schrieb ich damals: “Da war Harry Potters Besenkammer ja noch eher ein Zuhause!”

Dank intensiver Bemühungen, bekamen wir schon am zweiten Tag nach unserer Ankunft eine Zusage. Allerdings für ein Zimmer, in das wir erst eine Woche später einziehen konnten.
Und zu dessen Mietpreis
von 1.400$ pro Monat noch Stromkosten hinzukamen, die in der Annonce überhaupt nicht erwähnt waren.
Wegen des Winters und schlechter Hausisolierung, die permanent laufende Heizlüfter zur Folge hatten, waren das letztendlich nochmal
fast 500$.

Für fünf Monate, für zwei Personen, für ein 14m2 großes, möbliertes Zimmer nahe Oxford-Street, in einer dreier-WG haben wir also 7.500$ bezahlt.

Und das war ein verdammt guter Preis.

Lebenshaltungskosten insgesamt

Die sind einfach hoch.
Wir schätzen sie auf etwa 50$ pro Person, pro Tag.
Bei uns setzt sich das so zusammen: Günstige Miete (25$ Tag/Person), sehr günstiges Essen (20$ Tag/Person) und ab und zu mal was nettes unternehmen (5$ Tag/Person).
Wer öfter mal abends was trinkt oder gar raucht, wird diesen Rahmen aber schnell sprengen.

 

 

Jobs…

Da wir stets um des Arbeiten willens und der Erfahrung wegen arbeiten wollen, stand für uns fest, dass wir nur Jobs in unseren Metiers annehmen würden.
Und nur im absoluten Notfall hätte ich noch zusätzlich einen Job als Kellnerin angenommen. Mit dem Hintergedanken, etwas mehr von Dario´s Restaurant-Welt kennen zu lernen.

…für Backpacker

Die Gehalte für typische Backpacker-Arbeiten und auch andere Jobs findet ihr zum Beispiel auf dieser Seite.
An alle Planenden: Fragt euch aber bitte rechtzeitig, ob ihr wirklich Lebenszeit damit verbringen wollt, auf Sydneys Straßen rumzustehen und den Verkehr umzuleiten.

Ich will damit nicht sagen, dass es keine interessanten Jobs für ungelernte Backpacker gibt, aber sie sind sicher nicht die Regel.

Vielmehr frage ich mich wie es sein kann, dass in Australien Backpacker das sind, was bei uns Polen und Rumänen sind: Billige Arbeitskräfte.
Die einzige Antwort, die ich dafür gefunden habe lautet: Gutes Marketing.

Denn darin scheinen mir Australien und Neuseeland Meister zu sein.
Zuhauf strömen die Backpacker heran und bezahlen dabei noch gutes Geld für Flüge und Visa.

…für gelernte Fachkräfte

Da kommt es natürlich ganz darauf an, was man gelernt oder studiert hat. Und wie hold einem das Glück ist.

Wer schon mit einer Arbeitsplatzzusage ankommt, ist natürlich am besten dran. Dabei sollte man aber aufpassen, dass man sich nicht unter seinem (australischen) Wert verkauft.
Für uns hören sich Dollar-Gehalte schnell nach sehr viel an, aber im Moment ist 1$ = 0,64 Euro.

Viele junge Leute kommen aber nach Australien und finden überhaupt keine Arbeit in ihrem Beruf.

So ging es zum Beispiel unseren spanischen Mitbewohnern, deren Freunden und auch vielen anderen, die wir getroffen haben.
Sie arbeiten dann stattdessen in der Gastronomie. Meist als Bedienung.

…in unserem Fall

Auch für uns war es nicht so einfach, wie wir dachten.

Ein australischer “Graduate Architekt” verdient normalerweise 4.500$ pro Monat. Aber für Ausländer sieht die Sache in Sydney etwas anders aus, wie mir meine Kollegen erklärt haben.
Einer von ihnen, ein Spanier, hat als er damals nach Australien kam erst mal so ziemlich alle Büros Sydneys abgeklappert, bis er endlich einen Job bekam.

Melbourne ist für Designer und Architekten angeblich besser, aber das habe ich natürlich nur gehört.

Meine Entscheidung war eine Zugunsten des Stils. Denn ich wollte unbedingt für eine Büro arbeiten, das nicht die quadratisch-praktisch-gut-Theorie vertritt.
Ich hatte nämlich noch eine weitere Zusage, aber die Architektur des Büros gefiel mir überhaupt nicht.
LAVA lebt als Wettbewerbsbüro aber leider auch von billigen Arbeitskräften und so war mein Gehalt dort nicht so rosig.
 

Und Dario hatte es auch nicht ganz leicht, denn er wollte natürlich in der gehobenen Gastronomie arbeiten.
Seine Probetage bei einigen der besten Restaurants Sydneys verliefen auch durchweg sehr positi
v, doch dann stellte sich stets heraus, dass denen fünf Monate als zu kurz erschienen.

Es dauerte gut einen Monat, bis er einen festen Job hatte, der ihm wenigstens einigermaßen gefiel.
Denn vertrauensselig sagte er nach einem
Probetag mit positiver Rückmeldung keinen anderen Restaurants mehr Probetage zu.
Bis dann jedes Mal die große Enttäuschung kam.  

Seinen tollen Job als Postenchef bei Felix bekam er dann, weil irgendwie gar nicht über die Dauer geredet wurde – vielleicht vergessen?

 

Unsere (Spar)tipps findet ihr hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Probleme mit Hertz – Auto mieten in Australien

Probleme mit Hertz

Bei unserer Reise zum Uluru ist uns folgendes passiert:

Wir haben ein kleines Auto über Hertz im Internet gebucht. Für 233,02$, ohne Versicherung.
Die Vollversicherung stand auf unserer Buchung als mögliches Extra für 29,09$ (exklusive Steuern).

Als wir am Flughafen beim Uluru landeten und cash bezahlen wollten, kam dann der Schock:
1. Man konnte nicht cash bezahlen und die notwendige Kartenzahlung war mit einer Gebühr verbunden
2. Noch viel schlimmer war: Der Wagen kostete plötzlich 580,81$. Für drei Tage.

Wobei ich hinzufügen muss, dass der Typ am Schalter uns erst erklärte, unser gebuchter Wagen sei nicht mehr verfügbar und wir bekämen ein kostenloses Upgrade, bevor er uns die Rechnung auftischte.
Als ich geschockt war, quasselte er etwas von Steuern und “schenkte” er beschwichtigend jede Menge Extrakilometer.
Vermutlich ist übrigens auch das ein Trick, damit man vielleicht doch bis zum
Kings Canyon fährt, der dann aber noch mehr Kilometer verbraucht, als man geschenkt bekommen hat.

Da standen wir also. In der Mitte von Australien. Und brauchten dieses Auto.

Ich drehte schier durch und mir gingen natürlich alle Möglichen Ideen durch den Kopf, die bis hin zum per Anhalter fahren gingen.
Doch wie viel Sinn machen solch zeitintensive Vorgehen, wenn man für die Anreise und alle Faxen wahnsinnig viel Geld bezahlt hat und die Zeit so kurz bemessen ist? Keinen.

Das sah vor allem Dario so, der kurzentschlossen den Vertrag unterschrieb und bezahlte.

Dann gingen wir.

Unterwegs schaute ich mir unsere Unterlagen nochmal an und sah, wie geschickt die Internetseite aufgebaut ist.
Natürlich kann man nämlich auch online bezahlen. Bei anderen Websites würde man am Ende des Buchungsprozesses auf einen “Bezahlen”-Button drücken können.

Doch auf der australischen Hertz-Seite kriegt man einfach die Buchungsbestätigung, deren Ende so aussieht:

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Besonders interessant ist der letzte Satz dieses Ausschnittes “Amount to be paid at time of rent”.

Dann ließt man als gründlicher Mensch noch etwas weiter und stößt auf diesen Abschnitt:  

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Hier ist dieser Satz wichtig: “Pay later price is quoted based on cash payment and does not include credit card surcharge of 1,35% which will be applied on counter”.
Weiß man, wie die Sache ausgeht, versteht man ihn natürlich ganz anders als ich damals beim Buchen. Da dachte ich nämlich: Ach so, ja dann zahlen wir halt in Cash. 

Daran, wie man tatsächlich online bezahlen kann, erinnere ich mich schon gar nicht mehr.
Wer mit Hertz buchen will, sollte aber genau das unbedingt tun: Online bezahlen! Da kann einem dann nämlich nichts mehr verdreht werden. Hoffe ich zumindest.

Abends, als wir auf dem Parkplatz auf den Sonnenuntergang am Uluru warteten, formulierte ich sofort eine Beschwerde an Hertz und schickte sie ab.

Noch später, auf der Rückfahrt vom Field of Lights, trafen wir jemandem, dem das Gleiche passiert war.
Sie war vielleicht etwas älter als wir und hatte einen größeren Wagen gebucht, um damit in drei Tagen vom Uluru nach Alice Springs zu fahren.
Wegen der hohen Drop-Off-Gebühr (man gibt den Wagen an einem anderen Ort ab, als man ihn geliehen hat), hätte ihre Buchung eigentlich um die 500$ kosten sollen.
Jetzt verdoppelt diesen Preis ungefähr, dann wisst ihr, was sie tatsächlich bezahlt hat.

Von da an war ich sicher, dass irgendwas nicht stimmt.

Doch ich vermutete, dass wir keinen Cent zurück bekommen würden. Denn wir hatten ja den neuen Vertrag unterschrieben und damit auch der bezahlten Summe zugestimmt.

Um so überraschter und erfreuter war ich, als meine Beschwerde-Mail von Hertz mit einer Entschuldigung beantwortet wurde.
Außerdem hieß es darin, dass Hertz uns selbstverständlich die 203,44$, die wir zu viel bezahlt hätten, auf unser Konto zurück überweisen würde.

Woher diese Summe nun kam, leuchtete mir nicht ganz ein.
Aber erst mal war ich damit ja schon glücklich.

Trotzdem ließ ich mir eine neue Quittung schicken.
Tja, und bei der bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, was ich von ihr halten soll.
Denn eigentlich stehen die Steuern ja unten drunter, aber wie ist dann aus dem ursprünglichen Angebot (volle Versicherung ohne Steuern für 29,09$ pro Tag) diese Summe von 120$ für drei Tage entstanden?

Ausschnitt:
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Aber damit soll es nun gut sein, denn für alle, die das hier lesen ist nur wichtig: Lasst es nicht so weit kommen, bezahlt online!

 

 

 

Kunst am Meer

Art Walk
31.10.2017

Von einer Kollegin habe ich vom Art Walk nahe Bondi Beach erfahren, der jedes Jahr in Sydney stattfindet.

Und heute hat Dario frei und ich kann früher gehen. Perfekt.
Wir nehmen den Bus, der nur wenige Meter vom Büro entfernt abfährt.

Es ist eine geniale Idee, Kunst am Meer auszustellen.

Denn das Meer ist ja an sich schon eines der schönsten Dinge auf dieser Welt.

Mit jeder Tageszeit und jedem Wetter schafft es einen anderen, stimmungsvollen Hintergrund für die Werke.

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Uluru

Darios Traum wird wahr
20.10.2017

Nach gründlicher Überprüfung unserer Finanzen haben wir uns letztendlich entschlossen, Darios Traum zu verwirklichen.
Die Wahl, ob
Great Barrier Reef oder Uluru fiel ihm allerdings nicht leicht.
Beides ist unverhältnismäßig teuer und in meinen Augen zu touristisch.

Ich hätte gerne Adam und Rachel besucht, Jongleure, die wir während des Pirates Retreat in Indonesien kennen gelernt haben und die eine Zirkusschule im Town of 1770 führen.
Aber der Flug ist teuer und vom Flughafen sind es immer noch über hundert Kilometer zu den beiden.
Wir wollen ihnen nicht zumuten, uns abholen zu müssen und alles andere dauert zu lange.
Da ist ein Wochenende, selbst ein langes, einfach zu kurz.

Nach Cairns, wo wir ja bei unserem ersten Australienaufenthalt eigentlich ans Riff wollten, möchten wir auch nicht nochmal.
Vor allem, weil das Riff dort schon ziemlich malträtiert sein soll und wir seit Indonesien ja ziemlich verwöhnt sind, was die Unterwasserwelt angeht.

So ist unsere Wahl schließlich auf den Uluru gefallen.

 

Und heute geht es endlich los.

Wir haben uns beide vier Tage freigenommen. Freitag bis Montag gehören uns.
Alles ist gebucht: Flug, Mietauto, Campingplatz und Field of Light.

Als wir zur Bahnstation laufen, schüttet es in Strömen.
Zum ersten Mal seit Wochen ist schlechtes Wetter in Sydney und wir freuen uns wie verrückt, dass wir nicht zuhause rumhocken müssen.

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Gegen 13:00Uhr sehen wir aus dem Flugzeug die Olgas, eine große Felsformation, die nahe des Uluru liegt.
Der berühmte Fels selbst liegt leider auf der anderen Seite der Maschine.

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Kurz darauf erreichen wir Ayers Rock Airport (auch “Connellan Airport”).
“Ayers Rock” ist der Name, den die Kolonisten dem großen Felsen gegeben haben, die Aborigines verachten diesen Namen allerdings.

Beim Aussteigen weht uns warmer Wüstenwind ins Gesicht.
Wundervolles Wetter! Nicht zu heiß und nicht zu kalt.

Unser Gepäck tragen wir bei uns. Nur Handgepäck diesmal.
Mit unseren großen Rucksäcken wäre das natürlich nicht möglich.
Aber zum Glück haben wir damals im Backpackers einen kleineren Rucksack gefunden, den jemand ausrangiert und in einem der Zimmer hatte stehen lassen.
Und einen Koffer mit perfekten Handgepäck-Maßen hat uns unsere wundervolle Mitbewohnerin geliehen.

So sind wir gut ausgestattet, mit Isomatten, Schlafsäcken, Moskitonetz und eben dem Wichtigsten.

Betrogen von Hertz?

Am Hertz-Schalter folgt ein Schock.
Der Wagen, den wir über´s Internet gebucht haben, soll plötzlich fast doppelt so viel kosten wie erwartet.
Jetzt beträgt die Rechnung über 500$. Für drei Tage mit dem kleinsten zu mietenden Auto. 

Der Typ quasselt etwas von Steuern, aber das kann eigentlich nicht sein.

Außerdem war der Preis in cash angegeben und jetzt kann man gar nicht cash bezahlen und muss stattdessen per Karte zahlen.
Natürlich kostet das noch zusätzlich eine Gebühr.

Ich drehe fast durch, doch Dario regelt einfach alles und bezahlt.

Damit bin ich nicht wirklich glücklich, stimme ihm jedoch zu, dass wir sonst viel zu viel Zeit verlieren.
Und die ist hier tatsächlich viel wert. Zumindest wenn man danach rechnet, wie viel der Aufenthalt kostet.

Wie eine Drache schnaubend, werfe ich dem Hertz-Angestellten einen letzten, vernichtenden Blick zu, dann holen wir das Auto.

Wer wissen möchte, wie diese Sache ausging (denn sie war an dieser Stelle nicht zu Ende), kann die ganze Story HIER lesen.

Endlich angekommen

Wir fahren zum Campingplatz, der nur wenige Kilometer entfernt liegt.
Auf dem Weg dorthin kaufen wir im einzigen Supermarkt der Gegend ein. Zu unserer Freude gibt es frisches Brot und einiges an Belag. Wir werden überleben.
Zum Kochen sind wir diesmal nämlich nicht ausgerüstet.

Die Sache mit dem Auto drückt uns ganz schön auf´s Gemüt und es ist harte psychische Arbeit, sich zu sagen: “Wir werden sehen, was wir machen können, aber jetzt ist wieder alles in Ordnung. Wir sind hier, das ist toll, und wir werden schöne Tage haben”.  Und noch schwerer ist es, diesen Rat zu befolgen. Doch wir schaffen es.

Nach dem Einchecken am Campingplatz, suchen wir uns einen Aussichtspunkt und essen erst mal.

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Anschließend fahren wir zu einem großen Parkplatz, der extra angelegt ist, um den Touristen einen guten Blick zum Uluru während des Sonnenuntergangs zu gewähren, ohne dass sie die Straße verstopfen.
Auf einem zweiten halten die ganzen Tourenbusse.
Wir sind extrem früh dran, denn wir haben heute nichts anderes mehr vor und wollen einfach den Blick genießen.
 

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Während des Sonnenuntergangs sind insgesamt vielleicht 100 Leute auf unserem Parkplatz, aber sie verteilen sich ganz gut und es wirkt nicht voll.

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Field of Light – Missverständnis zu unseren Gunsten

Wieder auf dem Campingplatz duschen wir kurz, denn bald darauf geht schon der Shuttlebus zum Field of Light.

Er gabelt die Touristen von allen Unterkünften im Resort auf. Also von mehreren Hotels und dem Campingplatz.
Alle zusammen setzt er uns am Field of Light ab, wo wir sofort von einem Guide in Gewahrsam genommen werden.

Denn er muss uns erst ausführlich informieren, bevor wir alleine durch die magische Lichterwelt spazieren dürfen.

Das Field of Light ist eine Kunstinstallation von Künstler Bruce Munro. Er hat schon mehrere dieser farbenprächtigen Felder kreiert, das am Uluru ist aber das größte.
Das Kunstwerk besteht aus über 380km Fiberglaskabeln und 300.000 einzelnen Komponenten.

Die Installation bedeckt angeblich eine Fläche von mehr als 49.000m2 und d
ie LEDs werden ausschließlich mit Solarenergie betrieben, die von 36 Panels direkt vor Ort gewonnen wird.

So großartig dies aus ökologischer Sicht erscheint, so muss jedoch auch bedacht werden, dass das 15 Tonnen wiegende Kunstwerk vom 19.000km entfernten Studio des Künstlers zum Uluru gebracht werden musste.

Ein irrer Aufwand.
Aber das Ergebnis ist bezaubernd.

Uns wird eingeschärft, keinen Zentimeter vom Weg abzuweichen.
Einerseits wegen der Kabel, andererseits wegen all der giftigen Tiere, die angeblich von den Lichtern angezogen werden.

Der junge Guide ist allerdings gut drauf und meint munter, dass man sich keine Sorgen machen muss. Und verlaufen könne man sich ja auch nicht, selbst zum Resort gebe es schließlich nur einen einzigen Weg. Die Straße.

Wir fragen ihn, wann denn eigentlich die Lichter ausgehen.
Gegen 1:00Uhr nachts, lautet die Antwort.

Und wir seien lucky, denn heute sei Neumond und da sei das Feld am schönsten.
Das stimmt, denn das Feld sieht aus, als sei es unendlich. Als würden sich die Lichter in der Ferne verlieren.

Er scheint keine Bedenken zu haben, länger im Feld zu bleiben.

Wir warten, bis die anderen Besucher vorausgestürmt sind und machen uns dann gemütlich auf den Weg.
Wir haben ohnehin schon beschlossen, so lange wie möglich zu bleiben.

Die meisten nehmen gleich den ersten Bus zurück zum Ort, jeder hat für morgen vermutlich schon viel geplant.
Schließlich beobachten wir, wie die letzten gehen.

Ein letzter Guide wandert noch an uns vorbei, spricht uns jedoch nicht an.
Es scheint tatsächlich in Ordnung zu sein, dass wir bleiben. 

Jetzt haben wir das Feld ganz für uns allein.

Keine Blitzlichter stören mehr die Szene.
Eine wunderbare Stille senkt sich über uns und wir können uns gar nicht satt sehen an den langsam, wie ein Herzschlag pulsierenden Lichtern.

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Doch eine viertel Stunde später wird der Frieden prompt gestört.
Eine Frau tut lauthals kund, dass sie uns sucht.

Wir gehen ihr entgegen und fragen, was denn los sei.
Da stellt sich heraus, dass unser netter Guide noch ganz neu ist und sich nicht präzise ausgedrückt hat.

Niemand darf länger im Feld bleiben und ein ganzer Bus voll Leute wartet auf uns.

Ach du Sch****!

Das war natürlich nicht unsere Absicht.
Wir entschuldigen uns sehr.

Im Bus erwarten uns Gelächter und Geschichten von anderen, die sich sogar tatsächlich im Feld verirrt haben.
Der kleine Junge neben mir erzählt nur zu gerne, dass er sich mit seiner verlaufen habe und von einem Guide zum Bus gebracht worden sei.

So leid es uns tut, dass alle auf gewartet haben, können wir doch nicht umhin, uns insgeheim zu freuen.
Denn die letzten 15 Minuten, ganz alleine im Feld, waren mit Abstand die schönsten.

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Herausforderung: Moskitonetz statt Zelt

Wir haben es gewagt und sind nur mit unserem Moskitonetz ausgerüstet. Kein Zelt.
Das winzige Auto ist natürlich die Notlösung. Aber keine sehr attraktive.

Doch das Wetter ist ja wie erwartet gut, jetzt müssen wir nur noch eine Stelle auf dem Campingplatz finden, wo wir es aufhängen können.

Leichter gesagt als getan, denn alle Stellen zwischen Bäumen sind wegen des begehrten Schattens schon belegt.
Das Auto muss daher als Halt für zwei der Schnüre dienen, die andere Seite trägt ein dürres Bäumchen.

Passt perfekt.

Beim Duschen waschen wir auch gleich unsere T-Shirts, Unterhosen und Socken, denn wir haben jeder nur zwei Sets dabei.
Übermorgen müssen wir wieder die selben wie heute tragen.

Das Moskitonetz stellt sich als eine feine Sache heraus, denn es bietet etwas Schutz, lässt aber doch den Blick in den Sternenhimmel zu.
Wobei wir tatsächlich schon schönere gesehen haben. Hier auf dem Campingplatz ist der Lichtersmog zu groß.
Richtig im Outback ist man da vermutlich wesentlich besser dran.

Klar, wir sind hier quasi mitten im Nirgendwo, oder eben in der Mitte von Australien um genau zu sein.
Aber es ist eben ein ziemlich touristisches Nirgendwo.
Und vor allem eines voller Regeln.
Wildcampen verboten.
Der Nationalpark schließt um 20:00Uhr.
Nicht auf den Felsen rumklettern, sie sind heilig.

Und so weiter.

 

Einmal rund herum
21.10.2017

Gestern Abend waren wir noch hoch motiviert vor Sonnenaufgang wieder aufzustehen.
Heute sieht die Sache anders aus. Wir haben frei, wir schlafen aus.

Erst als er langsam warm wird und ein Schwarm schreiender Papageien über uns hinwegfliegt, schälen wir uns aus den Schlafsäcken. 

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Wir fahren in den Nationalpark und suchen uns ein schönes Plätzchen zum Frühstücken.

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Bevor wir unseren großen Spaziergang um den Uluru starten, besuchen wir das kulturelle Zentrum und lesen die Geschichte dieses Ortes.

Für die Aborigines sind der Uluru und auch viele andere Orte heilig.
Sie haben mythische Geschichten zu vielen Stellen rund um den Uluru.
Besonders wichtig ist natürlich das Leben spendende Wasserloch.

Allerdings ist Dario ziemlich enttäuscht, dass die Aborigines ihre Kultur nur so bruchstückhaft teilen.
Er würde gerne mehr über ihre Mythologie und Riten erfahren.

Dieser ganze Ort ist etwas befremdlich.
Das Land gehört wieder den
Aborigines, doch die große Kohle scheinen immer noch die Einwanderer damit zu machen.

Irgendwie eh irre, dass dieser große Fels, der wohl eigentlich die Spitze eines Berges ist, so gut vermarktet wird, dass die Menschen aus aller Welt herbeiströmen, um ihn zu sehen.
Und dafür sehr, sehr viel Geld bezahlen. Und große Mengen Kerosin verbrauchen. Denn man muss ja nicht nur selbst herfahren oder -fliegen, sondern alle das Wasser und die Lebensmittel müssen auch irgendwie an diesen einsamen Ort gelangen!

Ich bin schon immer eher skeptisch gewesen, was den Uluru angeht.
Als ich noch in der Schule war, haben wir im Englischunterricht mal einen ziemlich negativen Artikel über den Tourismus hier gelesen.
Daher lag mir nie viel daran herzukommen.

Dario dagegen hat tolle Reportagen gesehen, die den Uluru als eines der Wunder der Welt priesen.
Als mythischen Ort voller Kraft.

Aber wer hat nun Recht?

Die Antwort liegt natürlich auf der Hand: Keiner und beide.

Die Art, wie mit diesem Ort umgegangen wird, ist sehr fragwürdig.
Aber der Ort an sich ist fantastisch.

Das wird uns bei unserer Wanderung um den Uluru klar. Denn der Fels ist, für einen ziemlich kahlen Felsen, unglaublich abwechslungsreich.
Hinter jeder Biegung des Weges erwartet einen wieder ein neuer Anblick.

Gerne würden wir auch den steilen Pfad emporsteigen, der als einziger Weg auf den Uluru manchmal für Touristen freigegeben ist.
Doch heute ist kein solcher Tag. Der Wind ist zu stark.
Ein Gutes hat es aber: Ich komme in kein moralisches Dilemma, denn eigentlich möchten die
Aborigines nicht, dass man klettern geht.

Falls es morgen weniger windet, können wir ja nochmal drüber nachdenken.

Heute genießen wir einfach die 10km um den Uluru mit all seinen Facetten.

Ich bin schwer beeindruckt, denn erwartet hatte ich von diesem “großen Steinchen”, wie ich ihn gern nenne, nicht besonders viel.

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Wir machen langsam und verweilen immer wieder.

Außerdem verknackst Dario sich ein wenig den Fuß, was uns erst recht zur Gemütlichkeit zwingt.

Aber langsam ist schön. Wir halten ein Nickerchen an einem schattigen Platz, meditieren am Fuße des Felsen und legen etliche Pausen ein, in denen wir von unserem Brot futtern.
Bei einer solchen Pause treffen wir auch einen netten jungen Mann, der auch Deutscher ist und einen Teil seines praktischen Studiensemesters (Medizin) in Sydney absolviert.
Im Gegensatz zu uns hat er eine Tour gebucht und ist damit sehr zufrieden. Für uns wird aber schnell klar, dass wir für uns genau die richtige Entscheidung getroffen haben.

Er muss sich bald wieder auf den Weg machen, um seine Gruppe einzuholen und den Bus nicht zu verpassen.
Wir bleiben einfach sitzen so lange wir wollen.

Die meiste Zeit sind wir weit und breit die einzigen Spaziergänger.
So gefällt es uns gut.

Wir erfinden zum Spaß unsere eigenen Mythologien zu dem Ort. Von kämpfenden Riesen, versteinerten Körpern und ewigen Mahnmalen.
Findet ihr das Foto, das die Stelle zeigt, an der dem Riesen das Herz herausgerissen wurde?

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Zum Sonnenuntergang fahren wir diesmal zu einem Parkplatz, der eigentlich für den Sonnenaufgang gedacht ist.

Hier ist fast nichts los.

Das Farbspiel ist zwar lange nicht so schön, wie von dem anderen Parkplatz gesehen, aber dafür kann man den Uluru und die Olgas sehen.
Die Sonne geht links von ihnen unter und erschafft ein sehr schönes Gesamtbild.

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Die Olgas
22.10.2017

Wir schlafen wieder aus.

Dann kaufen wir ein und fahren zu den Olgas. Es windet nämlich immer noch und das Besteigen des Uluru kommt nicht infrage.

Das Frühstück genießen wir ganz allein an einem Aussichtspunkt.

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Dank des Windes ist es nicht zu heiß zum Wandern und wir machen die große Runde durch die Olgas.
Ein schöner Wanderweg, aber wir kriegen uns dann ganz schön in die Haare darüber, ob wir die heiligen Felsen erklettern sollten oder nicht.
Letztendlich klettern wir nicht. Bereuen es aber später, denn der Ausblick wäre sicherlich gigantisch gewesen.
Und wir hätten ja niemandem damit geschadet. Wir hinterlassen schließlich keinen Müll in der Natur und nehmen immer Rücksicht.
Aber es ist zu spät. Und wir planen nicht, noch einmal herzukommen.

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Lange trauern wir der Gelegenheit aber nicht hinterher.
Wir suchen uns einen schönen Ort an einem anderen Wanderweg und spielen dort Poi bis zum Sonnenuntergang.

Wieder sind wir ganz alleine.
Und sehr zufrieden.

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Das Wochenende war wunderschön.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Royal Nationalpark

Ganz spontan
08.10.2017

Über Eventbrite haben wir ein Event des Royal Nationalpark gefunden.
Kostenlose Shuttlebusse holen einen von einem Bahnhof ab und bringen einen in den Nationalpark.

Was da genau stattfindet? Keine Ahnung.

Wir fahren einfach spontan hin.

Es stellt sich heraus, dass die Veranstaltung irgendwas mit dem Erhalt des Nationalparks zu tun hat, was wir natürlich gut finden.
Wir spazieren ein wenig auf dem vollen Festgelände herum.

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Wir testen die VR-Brillen, die hier dazu genutzt werden, den Zuschauer an einer virtuellen Führung teilnehmen zu lassen.
Aborigines erzählen Geschichten zu Sydney.

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An einem kleinen Stand mit Tieren bekomme ich endlich einen wachen Koala zu sehen.
Damit hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet.

In Slow Motion greift der Koala nach einem Blatt, reißt es langsam ab, führt es zur Nase, schnuppert, stopft es sich in den Mund und beginnt unendlich langsam zu kauen. Lange.  

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Ein paar Stände mit Bumerangs und anderen handgeschnitzten Aborigines-Werken schauen wir uns noch an.
Eigentlich sind wir ja zum Wandern hergekommen.

Ein blick auf Maps.Me verrät uns, dass es 15km zu einer Fähre sind, mit der wir wiederum zu einer Bahnstation gelangen und zurück in die Stadt fahren könnten.
Leider haben wir keinen Empfang und so können wir nicht herausfinden, wann denn die letzte Fähre heute geht.

Weltreise-optimistisch wie wir sind, laufen wir trotzdem einfach los.

Wir begegnen auf den verwachsenen Pfaden kaum Leuten, sind aber offenbar nicht die ersten, die diesen Weg heute einschlagen, denn kein einziger Spinnfaden stört unser Vorankommen.
Es wundervoll still.

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Wir kommen an ein paar kleinen Wasserfällen vorbei. Es hat lange nicht geregnet, das sieht man ihnen an.
Wobei es heute noch dazu kommen könnte. Der Himmel ist bewölkt. Sehr angenehm und vor allem gut für unsere Haut.
Denn bekanntlich hat es die australische Sonne ganz schön in sich.

Später gibt es einige Stellen, von denen aus wir im Dunst die Skyline erkennen können.

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Als wir schließlich wieder Empfang haben, sind es noch gute 5km bis zur Fähre.
Und die letzte, so stellt sich heraus, fährt in 40 Minuten.
Weil Sonntag ist, denn sonst würden noch mehr gehen.

Google Maps geht nicht davon aus, dass wir das schaffen und zeigt von unserem jetzigen Standpunkt aus erst wieder Fahrten für morgen an.

Das sehen wir aber anders!

Denn wir müssen morgen beide arbeiten und werden sicher kein Geld für einen UBER ausgeben, der von hier vermutlich über 100$ kosten würde.
Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schaffen.

Die meiste Zeit joggen wir, aber es macht sich bemerkbar, dass ich schon seit ein paar Monaten wieder die meiste Zeit vorm Computer im Büro verbringe.
Ganz schön aus der Puste muss ich ab und zu doch langsamer machen.

Aber wir schaffen es. Sogar recht gut, denn die Fähre ist nicht sehr pünktlich und bis alle an Bord sind dauert auch.

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Hoch zufrieden und dank des vielen Sports sehr glücklich, genießen wir die Überfahrt.

Was für ein Tag. Das hat wirklich Spaß gemacht!

 

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Taronga Zoo

Einer der schönsten Zoos
09.09.2017

Wieder ein Tag, um einen Plan umzusetzen, den wir schon länger gefasst haben: Wir wollen endlich den viel gepriesenen Zoo besuchen.

Wir lieben es, all die Tiere ganz aus der Nähe und in aller Ruhe zu betrachten.
Die Zeit zu haben, sie sogar zu zeichnen.

In Sydney erreicht man den Zoo am besten mit der Fähre.

Ich nutze die Fahrt, um meinem neuen Hobby nachzugehen: Schnellskizzieren.
Immer, wenn ich auf einer Fähre
bin, zücke ich Block und Stift und lege los. Zeichne was ich sehe, so schnell ich kann.
Es bereitet mir großen Spaß und manchmal bin ich sogar recht zufrieden.

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Vom Anleger läuft man hinüber zu einer Seilbahnstation und fährt in einer Gondel hinauf zum Eingang des Zoos.
Das Tolle: die Seilbahn führt über die Gehege.

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In unserer Gondel sitz auch ein älteres Paar mit seinen zwei Enkeltöchtern.
Die zwei kleine Mädchen fangen an
zu singen, als sich unsere Kabine in Bewegung setzt.

Auf dem Programmzettel, den wir uns am Eingang holen, sehen wir, dass gleich die Seerobbenshow beginnt.

Vor dem Eingang der Show wird klar, wer heute hauptsächlich im Zoo unterwegs ist: Eltern mit kleinen Kindern.

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Die Show ist schön.
Für Dario ist es erst die zweite dieser Art und er ist wieder begeistert.

Danach spazieren wir eine Weile herum, fotografieren und zeichnen. Der Zoo ist wirklich ausgesprochen schön angelegt.

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Bald steht schon die Vogel-Show an und diesmal sind wir absolut hin und weg.
Sie ist fantastisch!
Mit Abstand die schönste, die ich je gesehen habe.

Schon allein das Panorama, das Meer mit der Skyline im Hintergrund, ist fantastisch.

Die Vögel fliegen knapp über die Köpfe der Zuschauer dahin, ein Papageienflügel streift sogar meinen Kopf.

Die Tiere haben gelernt, dass auf den umliegenden Bäumen kleine Belohnungen auf sie warten.
Sicher aufbewahrt in kleinen Kästchen, die vor allem die Papageien sehr gekonnt öffnen.

Auch die Zugänge zur Bühne sind sehr geschickt angelegt. Es sieht aus, als kämen die Vögel geradewegs aus der Natur angeflogen.

Ein kleiner Papagei landet auf Befehl sogar auf der Hand einer Zuschauerin, nimmt ihr vorsichtig eine Münze aus den Fingern und bringt diese in die Manege.

Den Abschluss bildet ein ganzer Schwarm weißer Tauben, der noch immer herumfliegt, als die meisten Zuschauer schon gegangen sind.

Wir verweilen noch etwas an diesem schönen Ort, essen und zeichnen die Aussicht.

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Es gibt viele Highlights in diesem Park.
Die Tiere sehen gut aus.
Selbst die riesigen Gorillas, Giraffen und Tiger
.

Wir bleiben bis der Zoo schließt und haben es gerade so geschafft, fast alles zu sehen.
Das bedeutet, das andere Leute vermutlich zwei bis fünf Stunden brauchen, bis sie wieder gehen wollen.

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Kunstmesse

Ein Besuch auf der Kunstmesse
08.09.2017

Da ich kostenlose Tickets bekommen habe und Dario frei hat, statten wir der Kunstmesse einen Besucht ab.
Sie findet in einer alten Eisenbahnhalle statt.

Sie ist verrückt und vielfältig.

Es gibt alles, von wunderschönen Kunstwerken und Bonsai Bäumchen bis hin zu Spongebob Schwammkopf-Vasen und herumtanzenden Geschlechtsorganen.

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Besonders lange diskutieren wir über den Mann im Käfig.
Er hat eine
VR-Brille auf und ein Bildschirm zeigt, dass er eine Wiese und Felsen sieht.
Neben ihm liegt, zumindest in der Realität, ein Hund.

Immer wieder begibt er selbst sich auf alle Viere, um seine Umgebung zu erkunden.

Doch was ist die Message?

Der Mensch begibt sich jetzt freiwillig auf Niveau des Tieres?

Oder ist es ein Zukunftsszenario?
Wird so die Welt der Arbeitslosen bald aussehen? Von denen gibt es schließlich immer mehr. Die Armut in der Welt wächst und der Reichtum verlagert sich immer mehr auf einige wenige.

Und liegt es da nicht auf der Hand, für den Rest der Menschheit eine einfache und vor allem billige Beschäftigungsmethode zu entwickeln?

Beinahe die gleiche Szene findet sich übrigens auch an einer Hauswand in Sydney. Wir haben sie vor ein paar Wochen fotografiert.
Ein stark tätowierter Hund, der sogar Armreife trägt, liegt gegenüber einem nackten, mageren, menschenartigen Wesen. Dieses trägt eine
VR-Brille und hält in der einen Hand eine Flasche, während es die andere vor sich ausgestreckt hält, die Finger gekrümmt als würde es etwas halten.
Die Bewegung erinnert ein wenig an die eines Schurken, der sich vorstellt die Welt in Händen zu halten.
Nur, dass da nichts ist und das nackte Wesen auf der kahlen Erde hockt. Im Hintergrund eine Stadt und am Himmel die Sonne.

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Watsons Bay

Ausflug an die Spitze
05.08.2017

Dario hat jetzt meistens Freitags und Samstags frei.
Sie haben ihn tatsächlich gefragt, ob er betreffs seiner freien Tage irgendwelche Wünsche hat
(was für ein toller unterschied zu Burg Staufeneck!).
Und seine Antwort war, dass wenigstens ein Tag am Wochenende schön wäre, um mit mir was zu unternehmen.
Und den bekommt er jetzt so gut wie immer!

Heute fahren wir mit dem Bus bis Watsons Bay.
Diese liegt nördlich vom berühmten Bondi Beach.

Und von Watsons Bay kann man wunderbar zu einem Kliff wandern, das die eine Spitze der Meerenge bildet, durch welche alles Schiffe hindurch fahren müssen, wenn sie von der offenen See nach Sydney wollen.

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Unterwegs bieten sich tolle Ausblicke, etwa zur Skyline und auf die Klippen von Manly, die die andere Seite der Meerenge bilden.

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Leider ist der Spaziergang aber kein Rundweg, denn einen Militärbasis versperrt hinter dem Ausguck den Weg.
So müssen wir ein Stück zurück gehen, bevor wir wieder gegenüber von Watsons Bay ans Meer können.

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Wir spazieren bis zu einer besonders schönen Stelle, spielen dort Poi und essen unsere mitgebrachten Leckereien.

Dann suchen wir uns die nächste Bushaltestelle und fahren nach Hause.

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Den Abend verbringen wir wie die meisten gemeinsamen Abende:
Wir kaufen ein, machen ein wunderbares Essen und schauen einen schönen Film an.

 

 

 

 

 

 

 

 

El Circo – Zirkus oder Stripper Club?

El Circo
21.07.2017

Schon sind wir auf dem Weg zum Einkaufen an einem Eingangsportal in Oxford Street vorbeigelaufen, an dem Plakate mit Artisten für “El Circo” werben.
Zu der Show gibt es angeblich ein mehrgängiges Menü.

Mit umgerechnet etwa 80Euro pro Person schien uns das Vergnügen nicht zu teuer und vor einer Woche haben wir tatsächlich gebucht.

Da konnte ich noch nicht ahnen, dass heute eine ziemlicher Stress im Büro herrschen würde.
Wir sind nämlich spät zu einem Wettbewerb eingeladen worden und das ganze Team stampft jetzt in nicht mal zwei Wochen eine Abgabe für ein Hochhaus aus dem Boden.

Andererseits bin ich ganz froh, dass ich einen Grund habe früh zu gehen, denn sonst würde ich wahrscheinlich erst um Mitternacht ins Wochenende kommen.

Wir machen uns so fein, wir es mit unseren Klamotten von H&M eben können und spazieren die zweihundert Meter bis zum El Circo.

Ganz deutsch sind wir die ersten. Vielleicht deswegen oder vielleicht durch Zufall, bekommen wir einen Tisch direkt an der Bühne.

Wir haben noch jede Menge Zeit, Fotos zu machen, bevor es losgeht.

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Erster Act sind zwei junge Männer, die den Beginn des Spektakels verkünden, verbunden mit etwas Akrobatik.
Sie übergeben an eine Dame, die eine Nummer am Ring über den Köpfen der staunenden Zuschauer vollführt.

Insgesamt zählen wir fünf verschiedene Künstler plus die Ansagerin.

Jeder Künstler spielt in mindestens zwei Nummern.

Einer der zwei Männer ist wirklich gut an der Poledance Stange. 

Ewig hält er sich als lebende Flagge in der Horizontalen und vollführt allerlei Kunststücke.
Seine Füße reichen fast bis zu unserem Tisch.
Nun gut, zugegeben, ganz so na möchte ich seine rasierten Beine eigentlich nicht sehen.
Und von denen sieht man so ziemlich alles, denn er trägt nur eine enge Unterhose. 

Aber seine Show ist wirklich gut!

Wir haben jedenfalls unseren Spaß.

Je weiter der Abend fortschreitet, desto weniger wird die Kleidung.

Nachdem ich eben schon nur noch von einer Unterhose sprach, ist klar, wohin das führte.

Eine wirklich schöne Nummer führte eine junge Artistin vor, die wir zuvor schon bei einer Kontorsionsnummer gesehen haben.
Ihr Oberkörper ist hinter einem Vorhang verborgen und sie tanzt sinnlich zur Musik.
Das Ende der Nummer ist, dass sie beginnt, ihr Höschen etwas herabzuziehen, doch bevor man wirklich mehr sehen kann, fällt der Vorhang.
Sehr geschickt.

Die letzte Aufführung geht noch einen Schritt weiter.
Beide Männer treten nur mit einem lockeren Tuch bekleidet auf, das immer mehr und mehr freigibt, bis sie es schließlich gerade noch mit einer Hand vor ihrem **** halten.

Diese Art Show hatten wir nicht erwartet.

Was für ein witziger Abend.

 

 

 

 

 

Whale watching

Whale watching
09.07.2017

Wieder ein traumhaft schöner Sonntag.
Spontan buchen wir endlich eine Whale watching Tour. Das nehmen wir uns schon seit einer ganzen Weile vor.

Wie immer, wenn man von Circular Quai aus startet, sind die ersten Attraktionen das Opernhaus und die Harbour Bridge.

Tatsächlich wird das Opernhaus für mich nie langweilig. Zumindest nicht von außen.

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Wir teilen uns das Schiff mit mindestens 50 anderen Touristen, wahrscheinlich sind es sogar noch mehr.
Aber das macht die Wale ja nicht weniger schön.

Nur, dass wir mit dem großen Schiff nicht so nah herankommen, wie die kleinen Speedboote, ist natürlich schade.

Natürlich sind wir nicht die einzige, die nach Walen Ausschau halten und so ist es ziemlich leicht, welche zu finden.
Das erste Anzeichen ist immer die Fontäne, die die großen Meeressäuger beim Auftauchen ausstoßen und sobald ein Boot welche entdeckt hat, folgt es ihnen und das bekommt jeder mit.

So fahren wir schon kurze Zeit später zwei Walen hinterher und beobachten sie immer und immer wieder bei Auf- und Abtauchen.
Wir machen einige wenige Fotos und genießen danach nur noch, während die meisten anderen Touristen es bevorzugen, diese fantastischen Wesen ausschließlich durch ihr Handy zu betrachten.

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Einen weiteren Wal entdecken wir an diesem Tag noch, verbringen aber auch viel Zeit mit sinnloser Suche.

Für uns, die wir noch nie zuvor einen Wal in freier Wildbahn gesehen haben, ist das ausgesprochen zufriedenstellend.

Einzig der Ansager des Schiffs sorgt für schlechtere Gefühle, denn er bekundet ohne Ende seine Enttäuschung darüber, dass wir so wenige Wale und keinen einzigen beim Sprung aus dem Wasser gesehen haben.
Hätte er die ganze Zeit bejubelt, wie erfolgreich dieser Ausflug war, wären alle glücklicher von Bord gegangen.

Wir lassen uns den Tag von ihm zum Glück nicht vermiesen und sind trotzdem hoch zufrieden.

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Ausflug in die Blue Moutains

Wandern in den Blue Mountains
02.07.2017

Es ist ein wundervoller, etwas kühler Sonntagmorgen.
Wir stehen für unsere Verhältnisse sehr früh auf (8:00Uhr), packen etwas zu Futtern ein und nehmen den Bus zur Central Station.

Von dort geht es mit Bahn in die Berge.

Wir nutzen die Zeit um noch etwas zu schlafen.

Da es in den Blue Mountains unzählige Wanderrouten gibt, sind wir nicht ganz sicher, wo wir denn eigentlich aussteigen wollen.

Schließlich steigen wir in Leura aus und laufen von dort Richtung “Three Sisters”, einer berühmten Felsformation.

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Dabei kommen wir an einigen kleinen Wasserfällen vorbei.

Wir entscheiden uns für den langen Weg durchs Tal und die Strecke ist wunderschön.

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Das letzte Stück zu den Three Sisters bilden die “Giant Stairways”, eine wahnsinnig lange Treppe, die eine Steilwand hinauf führt.
Sie teils in den Fels geschlagen, teils aus Metall gebaut.

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Es ist wunderschön, sie hinaufzusteigen, denn die Aussicht ist fantastisch.

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Oben angekommen erwartet uns dann der Tourismus-Schock, denn es gibt leider einen zweiten Zugang und der ist auch für Faule einfach genug.
Es ist rappelvoll. Mal wieder schaffen wir es die Fotos trotzdem idyllisch wirken zu lassen.
So viel fake im Internet.

Am schlimmsten sind all die Fotos der Reisbüros.
Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich an etlichen Reklametafeln vorbei, die im Moment Werbung für Neuseeland machen.
Wir kennen all die Orte, aber um so leere Fotos zu machen muss man vermutlich entweder eine Sperrung vornehmen, stundenlang warten oder gleich nach Sonnenaufgang dort sein.

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Da wir ganz schön hungrig sind, machen wir es trotzdem auf einer Bank bequem und futtern erst mal was. Dann sehen wir zu, dass wir schnell weiterkommen.

Wir suchen uns einen neuen Weg abseits der touristischen Pfade, hören Hörspiel, finden ein Autowrack und spielen Poi.

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Als es schon dunkel ist, nehmen wir den Zug von Katoomba aus nach Hause.

Unser Alltag in Sydney

Ab hier verändert sich meine Vorgehensweise ein wenig.

Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass ich manchmal jeden Tag einzeln beschreibe und an anderen Stellen mehrere zusammenfasse.

Für Australien werde ich in diesem Abschnitt rückblickend einfach unseren ganzen Alltag zusammenfassen.

In den weiteren Kapiteln findet ihr dagegen einzelne Highlights unseres Aufenthalts, wie etwa die Reise zum Uluru.

Und in anderen rückblickend meine Meinung zum Arbeiten in Sydney und einige Tipps.

 

In Kürze

Wie unser Alltag in Sydney eigentlich aussieht?
Hier ein kleiner Überblick Winking smile

 

Unsere Bude

Das Reihenhäuschen, in dem sich unsere WG befindet, hat die Adresse 304a Palmer Street. Das ist eine Seitenstraße von Oxford Street.
Oxford Street ist eine sehr belebte Straße und der Abschnitt an dem wir wohnen vor allem für seine homosexuelle Szene bekannt.
Es gibt jede Menge nette Bars und Lokale.
Naja, und etliche Sex-Shops.

Obwohl es von unserem Häuschen aus nur etwa 100m zur Oxford Street sind, kriegen wir von dem ganzen Trubel gar nicht so viel mit.

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Es gibt ziemlich viele Graffitis, sogar in unserer WG.

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Besonders lieben wir die kleinen Balkone, die für die hiesigen Reihenhäuschen, die sogenannten “Terrace Houses” typisch sind.

Einer gehört zum Wohnzimmer und liegt an der Palmer Street.

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Der andere ist Teil unseres Zimmers und geht auf einen kleinen Hinterhof hinaus.
Schön ruhig und perfekt um etwas Morgensonne abzubekommen.

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Wir haben das größte Zimmer der vierer WG. Unsere beiden Mitbewohner, ein Spanier und eine Spanierin, haben jeweils ein Einzelzimmer am Flur. Ohne direkte Fenster nach außen.
Unseres dagegen hat ein kleines Zimmer zum freien Nachbargrundstück, auf dem ein wundervoll gelb blühender Baum steht und eben den Balkon.

Das einzige, was wir an unserem möblierten Zimmer auszusetzen haben, ist die ziemlich alte Matratze, deren Sprungfedern wir spüren. Aber wir gewöhnen uns schnell daran.

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Unsere spanischen Mitbewohner sind sehr nett.

Sie verbringt die meiste Zeit in ihrem Zimmer und er vor dem Computer. Bevorzugt schlafend während eines Filmes.
Außer wenn es ums Party machen geht, da sind sie gerne mal unterwegs.

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Hydepark

Abends treffen wir uns häufig am Memorial im Hydepark zum Poispielen.
Der ist nämlich nur fünf Minuten von unserem Zuhause entfernt und liegt für Dario auf dem Heimweg.

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Dario kocht

Dario arbeitet hauptsächlich im Restaurant “Felix”, das zu der bekannten Merivale Group gehört.
Er hat aber auch in einige andere Restaurants Einblicke erhalten.

Ein Artikel von ihm über diese Zeit ist in Arbeit.  

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Auch zuhause

Man sollte ja meinen, der Koch hätte nach der Arbeit erst mal genug vom Kochen.
Aber Dario zaubert für mich immer auf´s Neue auch zuhause die wunderbarsten Leckereien.

Ich werde wirklich furchtbar verwöhnt!

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Ich backe
Aber ab und zu kann ich auch mal etwas zurückgeben, denn immerhin liegt mir das Backen und so gibt es immer mal wieder Kuchen.
Nachdem wir so lange keinen Backofen hatten, lege ich richtig los.
Fast jede Woche gibt es Brownies, Zitronenkuchen oder irgend eine andere Leckerei.

Und zu Dario´s Geburtstag gibt´s dann so was:

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Aber das lässt er natürlich wiederum nicht auf sich sitzen und zu meinem Geburtstag sieht´s dann so aus:

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Im Architekturbüro

Während Dario im Restaurant schuftet, arbeite ich im Architekturbüro LAVA (Laboratory for visionary Architecture), wie ich es so gerne wollte.
Hier kann ich genau das tun, was ich liebe: Gebäude und Räume entwerfen, die alles andere als quadratisch und langweilig sind.

Leider kann ich an dieser Stelle noch nicht viel davon zeigen, denn die Projekte sind alle noch in Arbeit.

Einzig unser Entwurf zum “Garden Island” in Sydney und das Modell eines experimentellen Pavillons, das ich in der ersten Woche zusammengebaut habe, sind schon öffentlich.

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Garden Island by LAVA Architects (Quelle: http://www.l-a-v-a.de/projects/garden-island-concept/)

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Das LAVA-Team ist ganz wundervoll. Wir kommen aus allen Ecken der Welt und verstehen uns einfach prima.
So multikulturell war meine Umgebung zuvor tatsächlich noch nie, denn jetzt verbringe ich den ganzen Tag mit Leuten aus China, Spanien, Italien, Brasilien, Mexiko und natürlich Australien.
Und es ist toll! Klar haben wir alle Vorurteile und viele davon bestätigen sich sogar, aber das tut der kollegialen Freundschaft keinen Abbruch.
Jeder versteht mal was nicht und alle helfen sich gegenseitig.

 

Die Royal Botanic Gardens

Besonders gerne verbringen wir unsere Freizeit im und um den botanischen Garten, wenn wir nicht gerade größere Ausflüge machen.
Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf das Meer und das Opernhaus.
Von manchen Stellen auch auf die Harbour Bridge.

Wir picknicken, liegen in der Sonne, spielen Poi und zeichnen.

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Was ich mir übrigens vorher noch nie überlegt hatte: Was findet man in einem botanischen Garten am anderen Ende der Welt?
Irgendwie hatte ich nur Kakteen und andere exotische Pflanzen erwartet. Natürlich gibt es die schon auch, aber ebenso
findet man Stiefmütterchen, Flieder und jede Menge andere für Europa typische Blumen.
Eigentlich logisch, oder? 

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Hier feiern ein Kollege und ich auch zusammen unsere Geburtstage mit dem LAVA-Team samt Partnern.

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Auf dem Weg zum Restaurant können wir anschließend noch einige Lichtinstallationen bewundern, die gleich oberhalb des Gartens aufgebaut sind.
In Sydney ist einfach immer was los!

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Manly

Nach Manly fahren wir oft an Sonntagen, denn die Fährfahrt dauert über eine halbe Stunde und ist an allen anderen Tage nicht ganz günstig.

Manly ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel am Wochenende, denn hier gibt es einen wundervoll langen Strand und einen weiteren kleinen, der in einer geschützten Buch liegt.
Vielleicht gibt es sogar noch mehr, aber weiter haben wir die Gegend nicht erkundet.

Meistens kommen wir her, um uns mit den Akrobaten zu treffen.
Das ist eine lustige
Gruppe (hier zu ihrer Facebook-Seite), die sich jeden Samstag und Sonntag trifft und den ganzen Tag zusammen akrobatische Kunststücke trainiert.
Geleitet wird sie von einem unglaublich lieben Menschen namens Duncan, den wir sofort ins Herz geschlossen haben.

 

Obwohl wir meistens einfach nur Poi spielen oder jonglieren, sind wir gerne gesehen.
Einige der Akrobaten fangen sogar an, mit uns zu üben.

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Strand und Party in Sydney

Das sind wohl die beiden beliebtesten Aktivitäten hier.

Gerne wird auch beides verknüpft, wobei man aber gut aufpassen muss.
Denn Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten. Ein paar Bier haben die meistens Leute aber trotzdem am Strand dabei.

Ein paar Mal gehen wir mit dem LAVA-Team an den Strand. 
(Foto by Luca Alessi)

(Foto by Luca Alessi)

Und einmal auch mit Darios Kollegen aus der Küche. Das ist wirklich etwas besonderes, denn das Restaurant hat an diesem Tag zu und so sind wirklich alle da.
Dank der vielen anwesenden Köche ist das Essen natürlich ganz prima! 
 

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Noch beliebter als der Strand sind aber wohl die zahllosen Bars Sydneys.

Ich bin zugegebener Maßen noch nie so oft ausgegangen wie hier.
Immer mal wieder nach der Arbeit mit den Kollegen, denn die Bars liegen ja quasi auf dem Heimweg.

Auch mal mit unseren Mitbewohnern und zuhause wird natürlich ebenso gefeiert.

Einmal hatte unser Mitbewohner eine Party, bei der endlich unsere Ohropax zum Einsatz kamen.
Die schleppen wir schon die ganze Zeit und haben sie vorher nie gebraucht.

Am öftesten gehen wir eindeutig mit dem LAVA-Team aus.

Die wohl spektakulärste Party erleben wir an Halloween.
Eine Biermarke nutzt die Veranstaltung zu Werbezwecken, deshalb sind Eintritt, Essen und Bier umsonst.
Das ganze Gebäude ist rappelvoll und die Schlange davor lang.
Sogar eine Schlangentänzerin ist engagiert.
Da wir noch immer kein Bier mögen, gehen wir recht früh, denn alle um uns herum werden langsam so besoffen, dass man es nur noch betrunken lustig finden kann.

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Noch mehr ist nur los, als die “Same-sex marriage” erlaubt wird.
Das ist ganz Sydney in Oxford Street unterwegs und
Hyde Park wird zur Tanzfläche.

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Am letzten Abend haben wir vier WG-Bewohner dann zuhause zusammen gefeiert.
Und festgestellt, dass man sich in fünf Monaten ganz schön aneinander gewöhnen kann.
Wir werden sie vermissen!

Fotos von Sira (7)