Cancun bis Uxmal

In Cancun
23.02.2018

Wir haben ein sehr schönes AirBnB mit Pool, und obwohl wir früh angekommen sind, bringen wir nicht mehr die Motivation für einen Krankenhausbesuch auf.

Mit dem Argument, dass wir jetzt ja in sicherer Nähe zu Krankenhäusern sind, verpennen wir fast den ganzen restlichen Tag.

 

Ein Besuch im Krankenhaus
24.02.2018

Heute können wir uns nicht mehr drücken. Wir gehen ins Krankenhaus. Als wir davor stehen, mache ich beinahe einen Rückzieher, weil es mir ja eigentlich wieder ganz gut geht.

Aber dann gehen wir doch rein.

Wir müssen ziemlich lange warten, denn ich bin ja kein Notfall. Das sehen wir auch ein, vor allem, als ein junger Mann hereinkommt, der voller Blut ist und anscheinend eine heftige Verletzung am Arm hat. Der Wartesaal wird daraufhin ganz schön eng, denn der hübsche Kerl scheint eine große Familie und viele Freunde zu haben, die ihn am liebsten alle sofort sehen wollen.

Wir warten also, bis sich der Trubel wieder gelegt hat.

Dann nimmt sich der Arzt auch jede Menge Zeit für mich. Allerdings verwirren ihn meine Angaben zusehends. Vor allem, als ich ihm erzähle, wie lange wir schon unterwegs sind und dass ich bisher nie Unverträglichkeiten hatte. Mal abgesehen von ein klein wenig Durchfall.

Er ordnet diverse Labortests an, die wir allerdings erst morgen früh durchführen lassen können.

Also sehen wir zu, dass wir in ein nettes Lokal kommen.
Tacos und flambierter Käse auf Kaktus (Nopales) stehen für uns auf dem Programm.

Langsam habe ich auch eindeutig wieder Appetit.

 

Die Massen stürmen die Strände
25.02.2018

Nachdem wir alle Proben fürs Labor im Krankenhaus gelassen haben (inklusive meines Blutes), lassen wir uns von einem Taxi an den Strand bringen.

Ein Fehler.

Wir haben nicht bedacht, dass Sonntag ist. Und wir sind ja in Cancun. Touristenhochburg Mexikos. Einstimmig befinden wir, dass wir noch nie so einen vollen Strand gesehen haben. Man hat nicht mal Lust baden zu gehen, denn selbst im Meer ist kaum Platz.

Tja, vielleicht gibt es auch ruhigere Strände, aber für uns ist damit klar: Cancun ist nichts für uns! Wie bereits angedacht, werden wir also nur zum Abflug nochmal herkommen.

Nachmittags müssen wir noch einmal ins Krankenhaus, um uns die Ergebnisse anzuhören. Der Arzt erklärt mir, dass die Ergebnisse der Urinprobe für ihn nach irgendeiner Infektion der Blase aussehen. Ein Wert im Blut könnte allerdings auch auf Salmonellen hinweisen. Nicht sehr konkret.

Natürlich will er mir gleich ein Antibiotikum verschreiben.
Ich erkläre ihm meine Einstellung dazu und er schlägt mir vor, es die nächsten Tage erst mal mit viel Vitamin C zu versuchen und dann nochmal einen Test machen zu lassen.

Das finde ich schon besser und so besorgen wir noch eine extra Dosis Vitamin C, bevor wir in den Bus nach Valladolid steigen.

 

Valladolid
26.02.2018

Unser neues AirBnB ist nett und hat vor allem einen gemütlichen Garten mit Küche und Sitzecken. Wir sind auch sehr gemütlich drauf und schaffen es gar nicht, etwas zu unternehmen. Obwohl wir es uns eigentlich vorgenommen hatten.

Wir lernen Alan kennen, einen Franzosen, der mittlerweile in Kanada lebt. Er ist Koch und gerade in Rente gegangen. Jetzt radelt er fünf Monate lang durch Mexiko und steckt voller Geschichten.

 

Chichén Itzá – die bestbesuchte Ruinenstätte Yukatans
27.02.2018

Mit einem Colectivo fahren wir zur Tempelanlage Chichén Itzá, der wohl berühmtesten Anlage hier in Yukatan. Die bestbesuchte ist es auf jeden Fall. Etwas zu voll, für unseren Geschmack.

Also verbringen wir die Mittagszeit im Schatten und wandern erst nachmittags, kurz vor Schließung,  herum.

Abends dinieren wir in einem schönen Restaurant mit einer Terrasse, die auf etwa drei oder vier Meter Höhe um mehrere Bäume herum gebaut ist. 
Das Ambiente ist fantastisch, doch die Speisen sind zu sehr an Touristen angepasst. Mexikanische Gerichte ohne mexikanische Würze.

Wie so oft spielen wir Karten und genießen eben, was es zu genießen gibt. In diesem Fall den Ort.

 

Cenotes – Wasserlöcher ohnegleichen
28.02.2018

Heute fühlen wir uns schon fitter und mieten ein Tandem. Allerdings stellt sich das liebe Fahrrad ganz schön störrisch an. Die Kette quietscht und die hinteren Pedale sind viel zu niedrig, sodass bei jeder Unebenheit eines aufsetzt und einen Ruck durch mein Bein schickt. BÄNG. Autsch …

Wir fahren zur Cenote Oxman, die Alan uns empfohlen hat. Leider ist der letzte Teil der Straße noch nicht befestigt, und so geht es mindestens einen Kilometer lang: Strampel, BÄNG, Strampel, BÄNG, … Absteigen, weil wir selbst winzige Hügelchen von vielleicht 2m Höhenunterschied nicht hochkommen.

Aber am Ende erwartet uns eine wundervolle Oase.

Ein Restaurant mit Pool bildet den touristischen Teil der Anlage. Recht nett angelegt. Dahinter befindet sich das riesige Loch im Boden. Die Cenote.

Mindestens 15m geht es steil nach unten, in der Tiefe schimmert verwunschen dunkles, kristallklares Wasser. Selbst von hier oben können wir die Fische sehen, die darin schwimmen.
Die Tiefe des Wassers beträgt etwa 35m, wie wir von einem Guide erfahren, der zusammen mit seinen Kunden im kühlen Nass planscht. Die Cenoten sind durch unterirdische Flüsse verbunden und werden so ständig mit Frischwasser versorgt.

Die Wurzeln der Bäume am Rand des Loches reichen teilweise bis hinab ins Wasser. Leguane leben in den Wänden, und an einem Bienennest herrscht emsiges Treiben. Es ist wunderschön.

Nach einer kurzen Ruhepause im Restaurant machen wir uns an den Abstieg. Die Treppe liegt in einem Schacht neben der Cenote. Von unten hören wir immer wieder ein lautes PLATSCH!

An einem langen Seil mit Griff kann man sich mutig bis in die Mitte des Wasserbeckens schwingen. Das müssen wir natürlich ausprobieren. Es macht riesig Spaß.
Und das Wasser hat eine wunderbare Temperatur. Kühl, aber nicht eisig, einfach perfekt.

Ich springe zum ersten Mal in meinem Leben eine Distanz von mehreren Metern in die Tiefe, ohne mir dabei die Nase zuzuhalten. Es gibt schon sehr unpraktische Angewohnheiten. Diese zu besiegen hat mich viele Jahre gekostet.

Während ich also glücklich über meine kleinen Fortschritte bin, wird Dario zum Held der Höhle, als er ein gutes Gefühl für den Strick entwickelt und Köpfer und Saltos hinab ins kühle Blau macht.

So fühlt sich Leben an!

Da die Cenote um fünf Uhr schließt, zuckeln wir noch weiter, zur nächsten.

Unterwegs kommen wir an der örtlichen Müllhalde vorbei und erkennen erst danach, dass es eine Abkürzung gab, die uns diesen Teil erspart hätte.

Die nächste Cenote ist wesentlich bekannter als die erste, aber wir sind so spät dran, dass der Parkplatz leer ist. Es ist kurz nach fünf.

Wir bezahlen den Eintritt für beide Cenoten auf diesem Gelände. Die eine ist sehr groß und hat eine hohe Decke. Nur durch ein kleines Loch fällt Licht. Einige Touristen schwimmen herum, vielleicht sechs oder sieben.

Wir gehen weiter zur zweiten, um einen Vergleich zu bekommen.

Auch diese ist eine Höhle, aber sie gefällt uns noch viel besser als die andere, denn es ist die reinste Tropfsteinhöhle. Und niemand ist da. Wir haben sie ganz für uns alleine!

Schnell in die Badesachen gestiegen und ab ins Wasser. Fasziniert schwimmen wir zwischen den Tropfsteinen umher. Ein wenig gruselig ist es aber auch, denn man hat keine Ahnung, wie tief es im Wasser hinab geht.

Um kurz nach sechs Uhr kommt ein Aufpasser herunter und sagt, dass wir schnell rausgehen sollen. Wir verstehen ihn nicht ganz, kriegen aber mit, dass die Anlage schließt und er noch irgendwas über Moskitos sagt. Und „gefährlich“.

Erst als wir schon draußen sind, wird uns klar, worum es dabei ging: Ein Team läuft mit einer Maschine herum, die ein Insektizid in dicken Nebeln versprüht. Pfui!!!

Wir sehen zu, dass wir Land gewinnen.

Zurück im Ort gehts wieder auf Restaurantsuche, doch diesmal landen wir einen Volltreffer und schwelgen.

 

 

Fish Spa in der Cenote
01.03.2018

Wieder mieten wir einen radelbaren Untersatz, diesmal aber zwei getrennte Fahrräder. Wir wählen einfach irgendeine Cenote in MapsMe aus und strampeln los.

Sie ist schön, aber nicht sehr spektakulär und entsprechend untouristisch. Außer uns ist nur eine einheimische Familie da.

Das Tolle: Hier gibt es jede Menge kleine Putzerfische.
Lange lassen wir einfach nur die Beine ins Wasser baumeln und genießen den Fish-Spa. Die kleinen Fischchen merkt man kaum, doch die größeren sind gewöhnungsbedürftig. Es kribbelt ganz schön, wenn sie an der Haut saugen!

 

Weils so schön war…
02.03.2018

Weil es so schön war, radeln wir nochmal zur Cenote Oxman, und diesmal haben wir sogar Schnorchel dabei, um die Fische und die Felsformationen unter Wasser zu bewundern.

Auch den Sprung vom Seil können wir gar nicht oft genug genießen.

Etwas später kommt auch noch eine Familie vorbei, die wir aus der Unterkunft kennen. Sie kommen aus Australien und sind ebenfalls auf Weltreise. Wir haben ihnen diese Cenote empfohlen und sie sind sehr zufrieden.

Am späten Nachmittag nehmen wir einen Bus nach Izamal.

 

Izamal die gelbe Stadt
03.03.2018

Unser Hotel ist ausgesprochen schön und passt zum Rest der Stadt: Es ist gelb gestrichen.

Dieser Anstrich ist sogar der Hauptgrund für unseren Besuch hier, denn die „Gelbe Stadt“ hörte sich wirklich interessant an.

Tatsächlich stellt sich heraus, dass sie sogar noch mehr zu bieten hat.
Etliche Pyramiden verweisen auf eine Geschichte, die bis in die Mittlere Präklassik zurückreicht (700 – 300 v. Chr.). Sie sind über die Stadt verteilt, immer mal wieder entdeckt man plötzlich eine beim Schlendern.

Zuerst besteigen wir die große Pyramide und freuen uns darüber, dass mal nicht so viel restauriert wurde.

Dann gönnen wir uns ein Eis, spazieren noch ein wenig durch die Stadt und dösen anschließend im Bogengang des Convento Franciscano.

 

Celestun, das Fischerdorf
04.03.2018

Weiter geht es nach Celestun, einem verschlafenen Fischerdörfchen an der westlichen Küste Yukatans.

Hier sieht fast alles so aus, als sei es vor mindestens fünfzig Jahren erbaut worden und als habe seitdem nie wieder jemand etwas repariert oder neu gestrichen. Selbst die Karusselle auf dem großen Platz, bei denen munter der Lack abblättert.

Auch unser Hotel stellt da keine Ausnahme dar. Obwohl es teurer ist als uns letztes, das absolut perfekt aussah und ja sogar einen Pool hatte. Tja, aber die Preise sind eben von Ort zu Ort unterschiedlich. Und hier kommen wohl genug Leute her, um solche Preise verlangen zu können.

Wir genießen den Sonnenuntergang am Meer und freuen uns über die kühle Prise, die hier weht.

 

Flamingos, Krokodile und Delfine
05.03.2018

Gleich morgens gehen wir an den Strand, um eine Tour zu den Flamingos zu machen, wegen denen wir hier sind. Allerdings dauert es fast eine Stunde, bis wir endlich sechs Personen sind und das Boot langsam bezahlbar wird. Wobei der Gesamtpreis für das Boot allerdings auch mit jeder Person zu steigen scheint.

Schön, wieder mal auf dem Wasser zu sein!

Wir sehen zwei Krokodile, eines davon liegt mit weit aufgerissenem Maul in der Sonne. Wer findet es im Bild? Die Viecher sind echt gut getarnt.

Bis wir die Flamingos erreichen, sehen wir schon jede Menge andere Vögel. Doch die rosa Berühmtheiten sind hier nicht zu unrecht die Hauptattraktion. Hunderte und aberhunderte von ihnen stehen im Wasser oder fliegen durch die Lüfte.

Sie sehen so filigran aus, mit ihren langen Beinen und ebenso langen Hälsen!

Wenn sie hintereinander fliegen, sehen sie von weitem wie eine rosa schimmernde Kette von Lampions aus.

Eine ganze Weile bewundern wir sie, dann gibt es noch eine kleine Exkursion in den Mangrovenwald, in dem wir auch aussteigen dürfen, um eine Süßwasserquelle zu bewundern.

Davon gäbe es tausende, sagt ein Guide. Wie so oft nutzen wir es aus, wenn jemand anders für einen bezahlt hat, und lauschen einfach mit. In dem Teich kann man schwimmen. Aber leider haben wir nur 20 Minuten. Diese Touren sind einfach immer so eng getaktet.

Aber zu unserer Freude sehen wir ein kleines Krokodil!

Auf der Rückfahrt taucht dann völlig unerwartet ein weiteres Highlight aus den Wogen auf: Delfine. Unser Bootsfahrer wedelt mit einem Lappen im Wasser neben dem Boot herum und klopft auf das Holz des Bootes. Damit versucht er, die Delfine anzulocken.

Ich weiß natürlich nicht, ob das eine wirklich gut funktionierende Methode ist oder nicht. Aber die Delfine kommen jedenfalls zu uns. Sie springen ums Boot herum und fast können wir sie berühren.

Ich kann gar nicht oft genug sehen, wie ihre schimmernden Leiber sich aus den Wogen erheben. Sie sind so anmutig. Delfin sein würde ich gerne mal ausprobieren.

Den Abschluss der Tour bilden dann noch zahlreiche Pelikane.

 

Ruinen unter den Sternen
06.03.2018

Nach dem Frühstück nehmen wir einen Bus bis Merida. Von dort einen anderen nach Uxmal.
Zum Glück kennen wir mittlerweile die Busse zweiter Klasse gut, und so fragen wir einfach, ob der Fahrer uns an unserem Hotel rauslassen kann. Es liegt genau auf der Strecke. Kein Problem.

Das Hotel ist etwas nobler als unsere sonstigen Unterkünfte, weil es so nah an den Ruinen einfach nichts günstigeres gibt. Und wir wollten unbedingt in Laufnähe wohnen.

Das Zimmer ist schick und es gibt einen großen Pool. Obwohl das Hotel riesig ist, sind die Anlagen so gut wie leer. Die meisten Leute bleiben vermutlich nur eine Nacht, um die Ruinen zu besichtigen.

 

Wir machen es uns gemütlich und duschen erst mal. Am Abend machen wir uns auf den Weg zu den Ruinen. Heute steht die Light Show an.

Eigentlich wollen wir die kostenlosen Fahrräder des Hotel nutzen, doch diese werden gerade weggeräumt. Also müssen wir laufen.

So kommen wir ein wenig zu spät, aber das macht nichts. Die Show besteht daraus, dass die Ruinen in verschiedenen Farben beleuchtet werden und Stimmen eine Geschichte aus der Zeit der Maya erzählen. Allerdings auf Spanisch, weshalb es für uns nicht relevant ist, alles mitzubekommen.

Wir machen es uns auf der Tribüne bequem und genießen einfach das Szenario. Dies ist tatsächlich der perfekte Ort für eine solche Inszenierung, denn die Gäste sitzen alle am großen Platz mit Blick auf die imposante Pyramide und mehrere kleine Gebäude im Hintergrund.

Und auch der Sternenhimmel ist heute besonders schön.

 

 

Entspannung ist wichtig
07.03.2018

Weil wir uns beide nicht gerade fit fühlen, verlängern wir unseren Aufenthalt um eine Nacht. Außerdem ist das Restaurant des Hotels gut und nicht teuer. Wir verbringen den Tag am Pool und in einem kleinen Pavillon, der genau die richtige Größe zum Tanzen und Poi spielen hat.

Reisetag
08.03.2018

Wir nutzen die kühlen Morgenstunden, um die Ruinen auch noch bei Tag zu besichtigen. Insbesondere, weil ich die schöne Konstellation der Gebäude zeichnen möchte.

  

Das Hotelpersonal hat uns freundlich Auskunft über die Buszeiten gegeben, und so checken wir kurz vor zwölf Uhr mittags aus und stellen uns an die Straße.

Und warten.

Und warten.

Und warten.

Eine Stunde später laufe ich nochmal zum Hotel und frage, ob sie sicher sind, dass ein Bus kommt. Sie sind sich sicher. Aber der Bus könne natürlich Verspätung haben.

Und so warten wir.

Und warten.

Und warten.

Nochmal eine Stunde. Dann beginnt es exakt nach Wettervorhersage zu tröpfeln. Das war der Grund, warum wir uns für den frühen Bus entschieden haben. Und nicht den um drei Uhr nehmen wollten. Wir stehen nicht gerne im Regen.

Gerade als wir unser Rucksäcke schultern, um Richtung Hotel zu flüchten, kommt der Bus.

Naja, zwei Stunden Verspätung. Kommt halt mal vor, oder?

In Merida müssen wir dann ohnehin bis zum Abend warten. Der Bus nach Belize fährt nur über Nacht. Aber zum Glück haben wir schon bei unserer letzten Durchreise ein nettes Lokal am Busbahnhof entdeckt. Hier lassen wir uns mit Tacos und frischen Säften verwöhnen.