Brisbane bis Cairns

Tag 156 – 169 (17. – 30.03.2017)

 

Underwater World

Wir haben schon immer gerne Tierwelten besucht. Und da wir ja auch zum Schnorcheln und vielleicht sogar Tauchen gehen möchten, kann es nicht schaden etwas über die hiesige Unterwasserwelt zu lernen.

Der Eintritt ist nicht günstig, aber verkraftbar. Allerdings haben wir uns die Anlage etwas größer vorgestellt. Als erstes gehen wir zur Robben-Show, die ganz witzig ist und vor allem Dario begeistert, weil er noch nie eine erlebt hat..

Danach begutachten wir ganz gemütlich die anderen Tiere und finden tatsächlich welche, die wir noch nie gesehen haben. Blaue Seesterne, kleine Seedrachen und Nautilusmuscheln.

Nachdem wir alles gesehen haben ist noch etwas Zeit um einen der zauberhaften kleinen Seedrachen zu zeichnen.

 

 

Bambusgarten

An einem Tag folgen wir spontan einem Schild mit der Aufschrift „Bamboo-Garden“ und landen an einem faszinierenden Ort. Hier werden alle Arten von Bambus gezüchtet und verkauft. Ein riesiger Show-Garten lädt zum zum Flanieren ein – und das ganz umsonst. Sozusagen eine Baumschule nur für Bambus.


Riesenschildkröten

Dario hat einige spezielle Ziele für Australien herausgesucht. Eines davon ist „Mon Repos“, ein Forschungszentrum für Schildkröten.

Gegen Nachmittag kommen wir an. Das Zentrum liegt recht abseits und sieht nicht gerade belebt aus. Zwei oder drei Autos und ein Imbisswagen.

Schließlich kommt uns eine Mitarbeiterin entgegen und wir fragen, wie es mit einer Teilnahme am täglichen Programm aussieht. Das sei immer abends, sagt sie, und heute komplett ausgebucht.

Wir machen lange Gesichter und sie sagt, wir sollen doch einfach um sieben kommen und schauen, ob vielleicht jemand nicht kommt.

Also gehen wir erst mal auf einem Parkplatz in der Nähe kochen. Hier können wir auch duschen.

Naja, Dario kocht natürlich. Ich nutze die Zeit um mal wieder das Auto aufzuräumen und wie jeden Tag unser Laken und das Inlay auszuschütteln.

Langsam wird es dunkel und beginnt zu tröpfeln. Wir rechnen uns gute Chancen aus, dass bei diesem Wetter jemand nicht kommt und machen uns wieder auf den Weg zu Mon Repos.

Diesmal ist der Parkplatz rappelvoll. Mindestens fünfzig Autos (eher mehr) sind da! Und tatsächlich sind alle Teilnehmer gekommen, aber der Leiter lässt uns trotzdem teilnehmen. Wir sind ja nur zwei Personen. So werden wir Teil der letzten Gruppe.

Es gibt drei Gruppen und jede besteht aus etwa fünfzig Personen. Gruppe eins kommt gerade vom Strand zurück und ist pitschnass. Es regnet jetzt ganz ordentlich und wir gehen nochmal ans Auto um unsere Regenklamotten und den Schirm zu holen.

Während Gruppe zwei am Strand ist, warten wir in einer Art kleinem Amphitheater und schauen auf einer (Lein)Wand Filme über die Schildkröten an. Wir erfahren, dass die Schildkröten erst mit dreißig Jahren geschlechtsreif werden und bis dahin mehrere Male die Welt umrundet haben. Zum Eierlegen kehren sie an den Strand ihrer Geburt zurück, geführt von einem inneren Kompass, der wohl das Magnetfeld der Erde nutzt.

Und gerade jetzt ist die Zeit, in der die Babyschildkröten schlüpfen.
Kein Wunder, dass es hier so voll ist!

Der Regen wird langsam weniger und wir warten weiter. Vielleicht sind nur genug Schildkröten für zwei Gruppen geschlüpft und wir gehen leer aus? Damit die Kinder nicht einschlafen, holen die Mitarbeiter  sie nach drinnen und beginnen eine Fragerunde zu Schildkröten.

#Kommentar Dario: Die größten Kinder sind wir. Deswegen lassen wir uns begeistert hineinführen#

Wir lesen die Schautafeln.

 

Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, werden wir an den Strand gebeten. Wir folgen unserem Guide und erfreuen uns am sternenklaren Himmel. Der Regen hat komplett aufgehört.

Die „Hatchlings“ (Schlüpflinge) warten schon auf uns. Die Eier befinden sich im Sand unter einem großen Sonnensegel. Dieses Jahr wurde es so heiß, dass viele Nester hierher verlegt wurden, um die Embryos zu schützen.

Damit die kleinen Schildkröten sich nicht davonmachen, bevor wir bei ihnen sind, wurde eine Netzglocke über das Gelege gestülpt.

Uns wird erklärt, dass die Kleinen immer dem Licht folgen, da normalerweise der Horizont der hellste Punkt ist. Früher fanden sie so unweigerlich ins Meer, doch heute lenken die Lichter von Ortschaften und vor allem Städten sie ab. So irren manche ewig lange am Strand entlang und werden mit großer Wahrscheinlichkeit gefressen. Vor allem Vögel und große Krebse sind ihre Feinde am Land.

Hier in der Gegend sind helle Lichter um diese Jahreszeit verboten (wenn ich das richtig verstanden habe). Trotzdem bekommen die Schlüpflinge auch noch unsere Hilfe bei der Suche nach dem Meer.

Erst mal gehen zwei Mitarbeiter mit je einer Babyschildkröte herum und wir dürfen Fotos (ohne Blitz!) machen und ihre kleinen, starken Flossen (nicht den Kopf!) berühren.

Dann stellen wir uns gegenüber in zwei Reihen auf und alle Schildkröten werden freigelassen. Ein paar auserkorene Freiwillige dürfen sich breitbeinig in die Mitte des so entstandenen Gangs stellen und mit Taschenlampen auf den Boden leuchten.

Die Babyschildkröten folgen brav dem Licht und sollte doch mal eine vom Weg abkommen, dann sind ja jede Menge Leute da, die genau darauf gewartet haben und ihnen helfen.

Wir haben uns absichtlich ganz nah ans Wasser gestellt, um genau zu sehen, wie die Schildkröten das Meer erreichen. Der Anfang einer langen, gefahrvollen Reise.

Wir fühlen uns ihnen sehr verbunden.

Manchmal ist es einfach schön

Wir bleiben spontan einen ganzen Tag in der nächsten Ortschaft, nahe Mon Repos. Weil es dort einfach schön ist. Es gibt eine schattige Wiese mit Esstischen und Blick aufs Meer, einen guten Strand und angenehme Toiletten und Duschen. Wir spielen Poi, zeichnen, hören Hörspiel und Dario schwimmt, während ich knietief durchs Wasser spaziere.

Abseits

Da wir bisher alle Zeit am Meer verbracht haben, schlage ich vor mal ins Inland zu fahren. Also machen wir das und fahren auf abenteuerlichen Straßen zu einem kostenlosen Campground im Wald. Der ist schön angelegt und hat erstaunlich saubere Toiletten. Wir haben ihn ganz für uns, fahren aber trotzdem am nächsten Morgen gleich weiter.

Nun sind wir wirklich in der Ländlichen Pampa.

Als wir gerade aufbrechen kommen zwei Frauen und putzen die WCs. Kein wunder, dass es hier so ordentlich und sauber ist! Wirklich toll.

Wir fahren weiter, verpassen eine Abzweigung, kehren um und bleiben fast im Schlamm stecken. Es hat hier viel geregnet und die unbefestigten Straßen sind teils vollkommen aufgeweicht. Doch wir schaffen es und kommen schließlich auf einen Parkplatz im Cania Gorge National Park. Natürlich hätte man hierher auch auf befestigten Straßen kommen können, aber das wäre weiter gewesen und natürlich nur der halbe Spaß…

Dario kocht mal wieder fantastisch und dann machen wir einen kleinen Spaziergang um uns die Felsen ein wenig anzuschauen.

#Kommentar Dario: Wir befinden uns mitten auf dem Rückweg, als wir unsere erste Schlange in Australien treffen. Gebannt schauen wir in ihre geschlitzten Augen und bleiben voller Faszination stehen. Kein Käfig schütz uns vor der Schlange. Nach wenigen Momenten entscheidet sie, dass wir wohl ungenießbar sind und schleicht sich davon „that is real life“#

Computer

Wir diskutieren schon lange, ob wir uns nicht doch einen Laptop zulegen sollten. Bisher erschien uns das als zu viel Gewicht und überflüssige Ausgabe. Nun, da wir aber sicher für fünf Monate in Sydney leben und Geld verdienen werden, erscheint es uns durchaus sinnvoll.

Ein Laptop würde vor allem drei wichtige Dinge vereinfachen: Blog schreiben, Recherche und Flüge buchen.

Wir gehen einfach in einen „Officeworks“. Eine Art Schreibwarenladen, der aber auch Computer verkauft. Nach längerem Hin und Her entscheiden wir uns schließlich für ein recht großes Modell. Wenn schon denn schon. Auf dem kann man wenigstens auch gut Bilder sortieren und vielleicht mal einen Film schauen. Zudem hat er genug Speicher um eine weitere Sicherungskopie unserer Fotos anzulegen.

Kurzentschlossen sind wir bald etwa 250 Euro ärmer, dafür aber stolze Besitzer eines Laptops.

Pool für alle

Mittlerweile sind wir in einem Gebiet, in dem es Krokodile gibt. Entsprechend gefährlich ist es einfach im Meer zu schwimmen. Einmal suchen wir in der App (CamperMate) nach einem Ort zum Duschen und ich lese Kommentare zu zwei Stellen in der nächsten Stadt (Mackay). Einer ist so gut, dass wir sofort dort hin fahren.

Und tatsächlich: Hier gibt es eine Anlage mit drei großen Pools, die jeder kostenlos benutzen kann. Da alle Städte weiter Südlich ja ohnehin Bademöglichkeiten haben, scheint eine solche Einrichtung hier nahezu unerlässlich. Die Leute brauchen an heißen Tagen einfach eine Abkühlung. Eine Stadt ohne Bademöglichkeit hat hier an der Küste vermutlich echte Imageprobleme.

Wir planschen bis die Pools schließen, ich genieße wieder ins Wasser zu können (denn endlich geht es dem Ohr wieder richtig gut) und machen dann Abendessen.

Magnetic Island

Nachdem wir aus Zeit- und Kostengründen schon nicht auf Fraser Island waren, wollen wir nun wenigstens Magnetic Island sehen. Für erstere hätten wir wenigstens drei Tage (besser fünf) gebraucht, damit sich eine Tour oder Erkundung auf eigene Faust lohnt.

Für Magnetic Island reicht uns wahrscheinlich ein Tag. Also packen wir einen kleinen Tagesrucksack und nehmen die Fähre von Townsville aus.

Als wir auf der Insel sind, bereuen wir allerdings, dass wir nichts für eine Übernachtung mitgebracht haben. Das Zelt wäre zum Beispiel gut gewesen.

Die Insel ist nämlich sehr idyllisch.

Wir laufen die Küste entlang durch Regenwald und am Strand mit Palmen entlang. Dann versuchen wir schnorcheln zu gehen, denn hier soll es sehr schöne Korallen geben. Ein paar haben wir schon am Strand liegen gesehen.

Doch leider ist die Sicht heute so schlecht, dass wir sofort wieder umkehren. Das trübe Wasser bereitet uns keine Freude.

Zudem sind die für Australien typischen Warnschilder nicht gerade ermutigend.
Bei klarem Wasser würde man die Quallen ja vielleicht noch rechtzeitig sehen, aber bei dieser Brühe hat man da schlechte Chancen.

Dass fallende Kokosnüsse eine Gefahr darstellen leuchtet auch ein, kann uns aber keine Furcht einjagen.

Zum Glück gibt es auf dieser Insel Wallabys, wenigstens eine Süße Spezies neben all den Quallen, Spinnen und anderem Gruselgetier!

Es ist unglaublich, wie geschickt sie durch die Gegend springen! Von Felsen zu Felsen und sogar gegen senkrechte Felswände wie bei einem Parcourslauf.

Nachdem wir eine Dusche gefunden haben, beschließen wir nun noch eine Wanderung zu machen. Es gibt nämlich einen Wanderweg durch das Innere der Insel zurück zum Hafen. Munter stapfen wir los und erwarten einen recht gut befestigten Weg, da es einer der wenigen Wanderwege hier ist und es ja viele Touristen gibt.

Doch das ist nicht der Fall. Stattdessen geht es über Stock und Stein und sogar durch Bäche. Das macht die Tour natürlich viel schöner, aber wir kommen nur langsam voran. Vor allem, weil immer wieder Netze mit riesigen Spinnen den Weg versperren. Oft sehen wir sie erst im letzten Moment und schließlich bewaffnen wir uns mit langen Stöcken und wedeln vor uns in der Luft herum.

Und wir halten immer wieder inne, um die schöne Aussicht zu genießen oder eine Pflanze zu bewundern.

 

Irgendwann wird uns klar, dass wir die Strecke vollkommen unterschätzt haben und obwohl wir einen ordentlichen Zahn zulegen, sind wir nicht schnell genug. So holt uns erst die Dämmerung und dann die Dunkelheit ein.

Im letzten Licht haben wir noch ein schönes Erlebnis: Ein ganzer Schwarm weißer Papageien (Gelbhaubenkakadus) fliegt durch das Tal und lässt sich in den Baumkronen zu unseren Köpfen nieder. Es wäre wahrhaft die perfekte Szene, wenn diese Tiere eine etwas schönere Stimme hätten. Ihr kraaah, kraaaah klingt fast wie das eines heiseren Raben.

Die Spinnennetze sind im schummrigen Licht natürlich noch schlechter zu sehen, doch zum Glück haben wir eine Stirnlampe dabei. Vor allem aber werden die Spinnen immer mehr. Noch größere Exemplare sitzen nun auf Felsen und Ästen. Wo immer unser Licht hin fällt, leuchten uns etliche Augenpaare entgegen.

Ein wenig fühlen wir uns wie in den zweiten Teil von Harry Potter versetzt. Nur, dass auf uns zum Glück keine Monsterspinne wartet.

Sehr viel später erreichen wir wieder eine befestigte Straße und sind uns einig: Das war vorläufig genug Wildnis!

Zyklon-Warnung

Wir verbringen noch einen Tag in Townsville, waschen Wäsche und spielen Poi. Nachmittags kommt eine Frau auf uns zu und empfiehlt uns, bald weiter zu reisen („Get the hell out of here!“). Ein Zyklon sei im Anmarsch.

Zum Glück hatten wir eh nicht vor, lange hier zu bleiben. Doch dieser Sturm macht uns natürlich Sorge. Wir wollen eigentlich eine Tour zum Great Barrier Reef von Cairns aus buchen.

Im Internet beginnen wir die Vorhersage für den Zyklon zu verfolgen.

Sperrung zu unseren Gunsten

Wir fahren weiter und machen an einem Aussichtspunkt halt. Von hier aus haben wir einen fantastischen Blick über den Australischen Regenwald. Durch das Tal fließt ein großer Fluss und zum ersten Mal kann ich mir vorstellen, wie gefährlich es hier für die ersten Siedler gewesen sein muss. Dieses Gewässer schreit förmlich: „Krokodile im Anmarsch!“. Und gegenüber diesem Urwald erscheint mir unser Wanderweg auf Magnetic Island plötzlich wie der reinste Spaziergang.

Anzusehen ist es aber sehr schön.

Wir bitten eine Frau, ein Foto von uns zu machen und sie erzählt uns vom letzten Zyklon dieser Größenordnung. „Kaum vorzustellen, dass dieser ganze Wald in ein paar Tagen vielleicht verwüstet sein wird.“, sagt sie.

Das „Vielleicht“ kommt daher, dass es noch nicht ganz sicher ist, ob und wo der Zyklon auf die Küste treffen wird. Da der Sturm sich ständig verändert, werden die Prognosen zwei Mal pro Tag aktualisiert.

Die Frau kommt aus der Nähe von Townsville, also der Stadt die wir gerade verlassen haben und die der Zyklon nach momentaner Voraussicht voll erwischen wird. Sie ist gerade auf dem Weg zu einer Essensmesse, die sich auch für uns ganz interessant anhört. Eventuell wird sie dort bei Freunden unterkommen, falls sie wegen dem Zyklon nicht zurückfahren kann.

Sie verabschiedet sich, denn sie möchte noch das heutige Event der Messe sehen: Das längste Banana Split der Welt. Es soll ins Guinnessbuch der Weltrekorde aufgenommen werden.

Wir lassen uns das Eis egal sein und machen stattdessen einen Abstecher zu einem Wasserfall.

Unterwegs telefonieren wir mit zwei verschiedenen Anbietern für die Tour zum Riff. Der erste ist verhältnismäßig billig und will uns überzeugen, unbedingt zu buchen. Der zweite wurde uns empfohlen, ist teurer und lässt uns wissen, dass die Touren wegen des Zyklons vorläufig gecancelt sind.

Soso, denken wir uns. Das ist natürlich ein großer Unterschied. Von dem zweiten Anbieter erfahren wir auch, dass die Sicht später im Jahr ohnehin viel besser ist.

So entschließen wir uns schweren Herzens nicht zu buchen. Wenn wir von Juni bis November in Sydney sind, wollen wir es nochmal versuchen.

Die nächste Enttäuschung ist, dass der Weg zum Wasserfall gesperrt ist. Es währen mehrere Kilometer zu laufen. Frustriert sitzen wir im Auto, geben uns aber schließlich einen Ruck und laufen einfach los.

Der Weg ist ganz nett und schließlich erreichen wir einen vollkommen leeren Campground. Dementsprechend ist auch niemand am Wasserfall.

Was zuerst nach Pech aussah, entpuppt sich nun als großes Glück.

Vollkommen alleine erkunden wir den Wasserfall und ignorieren geflissentlich das eine oder andere Verbotsschild zum Betreten der Felsen. Natürlich mit größter Vorsicht.

Es ist absolut magisch.

Das Wasser ergießt sich in ein großes Becken und strömt in etlichen Kaskaden durch die Felsen den Hang hinab.

Schussel ohne Empfang

Als wir wir wieder ins Auto steigen und den Schlüssel drehen, folgt eine geräuschvolle Stille. „Scheiße!“

Wir haben das Licht angelassen.

Ein Blick auf´s Handy zeigt, dass es uns keine Hilfe bringen kann. Kein Empfang.

„Wie weit waren nochmal die nächsten Häuse weg?“, frage ich Dario.

Er zuckt die Schultern.

„Weit“

Wir packen etwas Wasser und Essen in den kleinen Rucksack und marschieren los.

Ganz so weit ist es dann zum Glück doch nicht. Zwei aufgestelzte Hütten etwas abseits der Straße geben uns Hoffnung. Wir rufen, bis ein Aboriginal den Kopf aus dem Fenster streckt.

Wir schildern unsere Lage. Drinnen wird diskutiert und schließlich kommt eine stämmige Frau aus dem Haus. Sie packt sofort Überbrückungskabel in ihren Wagen und auf gehts.

Wir haben auch noch ziemlich blöd am Wegesrand geparkt, mit der Schnauze von der Straße weg und neben einem Felsen. Aber sie schafft es nah genug kommen und wir können unser Vehikel kurz darauf wieder starten.

Wir bedanken uns sehr, während sie schon wieder abfährt. Sie nickt nur. Dann ist sie weg.

# Nachträglicher Kommentar: Wir hätten uns gerne noch mehr bedankt, daher schicken wir Monate später eine Postkarte aus Indonesien. Mit dem ungefähren Namen der Frau und einer ungefähren Adresse aus Google Maps. Hoffentlich kommt sie an. #

Wasserfall

Wir haben auf einem schönen kostenlosen Campground übernachtet und ganz in der Nähe gibt es einen weiteren Wasserfall. Da wir ungewöhnlich früh wach sind, fahren wir direkt dort hin und haben ihn ganz für uns alleine. Wir frühstücken gemütlich.

 

Essensmesse

Wir folgen der Empfehlung von gestern und besuchen die „Food Fair“. Sie ist allerdings nicht so groß und auch nicht so spannend.

Ein paar interessante Dinge gibt es aber doch.

An einem Stand kann man kostenlos alle nur erdenklichen tropischen Früchte kosten. So finden wir endlich heraus, dass die Durian (von uns nur „Stinkfrucht“ genannt) uns nicht mundet. Einige andere Früchte aber ganz lecker sind.

Und es gibt einen Stand mit Karton-Kunst. So etwas haben wir noch nie gesehen. Ich kenne Möbel aus Karton, aber eine solche Kunstfertigkeit mit den braunen Pappen habe ich noch nicht gesehen.
Eine prima Idee. Vor allem um mit etwas älteren Kindern zu basteln.

Außerdem probiere ich Passionsfrucht-Wein. Mjam, mjam!

3 mal Wasserfall

Wir sind ziemlich auf den Wasserfall-Geschmack gekommen und beschließen noch ein paar weitere anzuschauen. Als erstes den Millaa Millaa Wasserfall. Er ist wie aus einem Bilderbuch und ergießt sich in ein großes Becken, dass zum Schwimmen einlädt. Wir sind nicht die einzigen Touristen, andere planschen schon herum.

Wir gesellen uns dazu. Stellt man sich hin, beginnen kleine Fische abgestorbene Hautpartikel von Beinen und Füßen zu futtern. Ein witziges Gefühl. Wir haben schon öfter mal überlegt, uns eine „Fish Spa“ zu gönnen, aber hier in der Natur ist das natürlich noch viel schöner.

Zudem können wir auch hinter den Wasserfall. Davon haben wir schon immer geträumt. Einvernehmlich streichen wir mal wieder einen Punkt von unserer inneren „To-Do-Liste-des-Lebens“.

Als schließlich ein ganzer Bus mit jungen Backpackerinnen ankommt, ziehen wir weiter.

Zu den nächsten Wasserfällen, den „Zillie Falls“. Sie sind auch schön und laden Dario zum Klettern ein. Dafür aber nicht zum Schwimmen.

   

Die dritten Wasserfälle, die „Ellinjaa Falls“ liegen ziemlich im Schatten und wir verweilen nur kurz. Zum Schwimmen ist uns zu kalt.

Curtain Fig Tree

Wir fahren weiter zu einem ganz besonderen Feigenbaum. Seine Entstehung ist sehr interessant. Feigen sind Ranken und hier standen zwei Bäume mit Feigenranken. Einer von ihnen kippte schließlich gegen den anderen und die Feigenwurzeln wuchsen immer weiter dem Boden entgegen. Wie ein Vorhang. Mittlerweile sind die Bäume im inneren wohl beide tot, doch der riesige, vereinigte Feigenbaum steht.

Ein wahres Wunder der Natur.

3 + 1 = 4

Selbst unser Abendessen nehmen wir an diesem Tag an einem Wasserfall ein. Drei Wasserfälle plus ein Wasserfall macht vier Wasserfälle an einem Tag! Wir sind sehr zufrieden und finden auch noch einen schönen kostenlosen Campingplatz.

Die größten von allen – die Barron Falls

Die letzten Wasserfälle, die wir in Australien sehen wollen, sind angeblich die größten. Die Bilder sehen wahrhaft sehr beeindruckend aus.

Irgendwie ist uns aber entgangen, dass die Bilder sämtlich in der Regenzeit aufgenommen wurden und müssen feststellen, dass wir im Vergleich eher ein Rinnsal sehen. So ziehen wir bald weiter und suchen uns stattdessen ein schönes Örtchen am Strand in der Nähe von Cairns.

Dario macht Burger am Straund und schon ist die Welt in Ordnung.

 

 

Das Ohr

Der Zyklon soll heute aufs Land treffen, doch da er noch etwas weiter in den Süden gewandert ist, fühlen wir uns in Cairns sicher und fahren nicht weiter in Norden. Wir bleiben an dem schönen Strand.

Jetzt, etwa drei Wochen nach meinem Unfall, probiere ich mal einen Druckausgleich der Ohren. Schließlich überlegen wir noch immer, vielleicht für morgen spontan nach einer Tagestour zum Riff zu fragen.

Die ersten zaghaften Versuche gehen ganz gut. Ich probiere einen etwas kräftigeren Ausgleich.

Pfffffffffffff….“, macht mein Ohr.

Scheiße!

Mir ist sofort ziemlich klar, was das bedeutet. Auch wenn ich es nicht wahrhaben möchte.

So gehen wir am nächstens Morgen gleich ins Krankenhaus. Zu einem normalen Arzt zu gehen, wäre vermutlich preiswerter, aber nach meiner letzten Erfahrung möchte ich lieber in eine Einrichtung, die gegebenenfalls wenigstens Gerätschaften hat um den einen oder anderen Test durchzuführen.

Von einem Arzt in einem australischen Krankenhaus begutachtet zu werden kostet 500$.

Still danken wir den Daheimgebliebenen für die gute Auslandskrankenversicherung. Ein Freund von Darios Familie hat sie uns verkauft und meine Mami bezahlt sie. Der Aufschlag für das operierte Ohr hat sich gelohnt – ich hätte jetzt ein echtes Problem wenn dieses Ohr ausgeschlossen wäre.

Der Arzt ist sehr nett, aber mal wieder nur begrenzt hilfreich. Er kann mir lediglich versichern, dass ich mit dem Riss im Trommelfell recht habe, dieser aber so klein sei, dass er ihn nur erahnen könne.

Er teilt mir mit, dass ich erst wieder in einem halben Jahr tauchen sollte. Jetzt, wo es raus ist, fühle ich mich richtig mies. Drei Monate Meer liegen vor uns. Ich wollte endlich meinen Tauchschein machen. Dario freut sich schon so lange aufs Tauchen mit mir. Die Tränen sind nur schwer zurückzuhalten.

Selbst die Krankenschwester, die mir erzählt, dass ihr längster Urlaub drei Wochen lang war, kann mich nicht aufheitern. Dario bleibt bewundernswert gelassen.

Nach einem kurzen Telefonat kommt dann die gute Nachricht vom Arzt: Schnorcheln ist in Ordnung, solange ich das Ohr vor Wasser schütze.

Frustriert verlassen wir das Krankenhaus.

Ein Spaziergang am Meer beruhigt uns und wir beschließen zur weiteren Ablenkung ins Kino zu gehen.

Danach baden wir noch in dem öffentlich Pool von Cairns, der sogar noch schöner als die letzte Anlage ist, die wir gesehen haben. Vor allem schön illuminiert und bis spät abends geöffnet.

 

Abflug

Auch am letzten Morgen in Australien gehen wir nochmal baden.

Dann besorgen wir Ohrstöpsel und Badekappe für mich, damit wir in Indonesien wirklich schnorcheln gehen können. Und dort nicht suchen müssen.

Wir putzen den Wagen, bringen unsere überflüssigen Habseligkeiten in einen der Secondhandläden und trennen uns von unserem fahrenden Untersatz. Die Rückgabe läuft problemlos und der nette Angestellte empfiehlt uns die App „Uber“, um zum Flughafen zu kommen.

Über Uber kann man einen Wagen rufen. Wie ein Taxi, nur dass der Fahrer eine Privatperson ist. Alles läuft über die App, wenn man möchte sogar die Bezahlung. Der Preis für die Fahrt zum Flughafen ist etwa die Hälfte vom normalen Taxipreis. Genial.

Unser Chauffeur ist sehr nett und so sind wir kurze Zeit später am Flughafen. Hier ist nicht viel Betrieb, in der riesigen Halle hat noch lange kein Schalter offen und außer uns sind nur ein paar andere Reisende da. Man kann sie an einer Hand abzählen.

Wir machen Musik an und spielen Poi.

Und schließlich geht es auf nach Indonesien.