Pai

AUF NACH PAI

Wie vorgenommen laufen wir morgens zum Busbahnhof. Wir schwitzen ordentlich und sind zufrieden mit uns. Der alte rote „Lokal-Bus“ fährt leider nicht mehr, weshalb die schicke Variante mit dem klimatisierten Mini-Bus nehmen müssen.

Wir haben Glück, denn bei uns im Bus sind nur Locals, die fast lden ganzen Weg über schlafen. Keiner dabei dem wegen den vielen Kurven schlecht wird. Die Strecke ist schön, aber die dösenden Locals sind ansteckend und schließlich verschlafen auch wir den größten Teil der Strecke.

HAENGEMATTEN UND MOSKITOS

In Pai angekommen ist es nicht weit bis zum „Pai Zen Jam River Hostel“, wo Kim sich einquartiert hat. Da kein Bett mehr frei ist, hat Kim schon nach einer Alternative für uns gefragt und es gibt eine: zwei Hängematten direkt vor der Rezeption. 50Baht pro Person – also etwa 1,30€.

Gesagt, getan. Wir bauen unser Moskitonetz auf und genießen dann den Grillabend. Kim und Michael (Ein Niederbayer, den Kim bereits aus Chiang Mai kennt) haben ordentlich für uns mit eingekauft. Wir schlemmen.

Vor dem Einschlafen reiben wir uns ordentlich mit Mückenschutzmittel ein. Wir haben es einer Empfehlung folgend im 7/11, dem hier typischen Supermarkt gekauft. Wir verstehen zwar nicht, was auf der Packung steht, aber die Mücke auf dem Fläschchen lässt deutlich den Zweck erkennen. Es nach der Beschreibung zu erkennen. Tatsächlich riecht es gut und hilft. Von den fast dreißig Moskitos, die sich um die Hängematten unter unser Netz schleichen, bekommen wir jeder höchstens einen Stich (wenn überhaupt, der kann auch vom Vorabend sein).

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OM’S GARDEN
Tag 9 (21.10.2016)

Am nächsten morgen nimmt Kim uns mit zu „Om’s Garden“, einem schönen Lokal mit gutem (allerdings westlichem) Essen, welches wir während unseres Aufenthaltes in Pai fast täglich besuchen werden. Nur einmal werden wir „untreu“, bereuen es jedoch sofort.

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HEISSE QUELLEN

Nach dem Frühstück leihen wir unser erstes Moped und düsen hinter Kim her zu den „Secret Hot Springs“. Diese sind wesentlich günstiger als die Quellen direkt bei Pai, wenn auch nicht wirklich „geheim“ – wie logischerweise die meisten Orte, die von Tourenanbietern als „secret“ angepriesen werden. Wunderschön sind sie allerdings tatsächlich und das Wasser hat gerade die richtige Temperatur um stundenlang zu verweilen. Genau das tun wir auch.

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CANYON

Den Sonnenuntergang genießen wir mit Kim und Michael von Canyon aus. Die Gesteinsformationen gefallen uns gut, weisen jedoch überdeutlich die Spuren endloser Touristenströme auf.

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WALKINGSTREET UND ARSCHLOCH

Das Abendessen dehnen wir auf einen Spaziergang über Pais „Walking Street“ aus. Hier gibt es jede Menge zu essen. Von thailändischen Essen bis hin zu Sushi und Crêpes. Wir futtern jede Menge und genießen es sehr.

Zurück im Camp findet sich eine ganze Gruppe Deutschsprachiger zusammen, es findet sich ein Kartenspiel und was spielen wir? Klar, Arschloch. Wir amüsieren uns prächtig. Vor allem mit Jo (eigentlich Joachim), einem älteren Deutschen, der schon etliche Jahre in Thailand gewohnt hat und für den das Spiel neu ist. Schließlich erklärt uns ein Schweitzer auch noch eine neue Regel: Das Arschloch mischt die Karten für die nächste Runde und darf während dessen Fragen stellen. Beantwortet jemand eine seiner Fragen, so ist diese Person ab sofort das Arschloch. Das Spiel eskaliert schließlich, als auf diese Weise während eines Mischvorgangs sämtliche Rollen durcheinander kommen und auch der Schweizer sich schmerzlich mit seiner eigenen Regel konfrontiert sieht. Wir lachen bis es weh tut und erklären das Spiel für beendet.

Statt wieder die Moskitos unter unser Netz einzuladen, hängen wir die Hängematten ab und nutzen unsere Isomatten. Daher auch ohne Mückenmittel eine angenehme Nacht

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MAL ENTSPANNEN…
Tag 10 (22.10.2016)

Michael ist abgereist und wir beschließen mal einen Tag zu entspannen. Also sozusagen uns einen Tag lang vom Entspannen zu erholen.

Tatsächlich starten wir jedoch mit einem kollektiven Workout. Danach halten wir uns aber an unsere guten Vorsätze und abgesehen von Frühstücken, Rumliegen und Abendessen spielen wir nur etwas Poi und sonst nichts.

DER WEISSE BUDDHA
Tag 11 (23.10.2016)

Nach dem Frühstück wandern wir los. Wir schauen uns das Zirkushostel an, von dem wir schon in Deutschland gehört haben. Es scheint leider tatsächlich sehr kommerziell und mehr auf Party als auf Zirkus ausgelegt zu sein.

Wir laufen also weiter, entdecken viele schöne Resorts mit Bungalows in den Reisfeldern, trinken Tee auf einer Terrasse und erklimmen schließlich die vielen Stufen zum weißen Buddha. Von ihm aus bietet sich ein wunderbarer Blick über Pai.

Da der Buddha gerade restauriert wird, bietet sich uns die Gelegenheit mal die Bambusgerüste, die für solche Arbeiten verwendet werden, genauer unter die Lupe zu nehmen. Genagelt und zudem an den Knotenpunkten mit Draht umwickelt, sind Sie erstaunlich stabil. Wir erproben sie vorsichtig und sind begeistert.

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KIMS LETZTER TAG IN PAI
Tag 12 (24.10.2016)

Wir frühstücken nochmal in Om’s Garden, besuchen nochmal die heißen Quellen und während Kim schon mal zurück nach Pai fährt, suchen wir nach einer neuen Unterkunft, in die wir morgen umziehen können.

Wir lernen zwei nette junge Leute kennen, die auf einer Farm namens Tomorrowland wohnen und arbeiten. Sie kommen aus den Niederlanden und lassen uns wissen, dass wir jederzeit willkommen sind. Sie hätten auch ein Zelt für uns. Zwei der vier Bewohner spielen Poi. Hier sollten wir wirklich mal vorbei schauen. Aber nicht morgen. Morgen ist mein Geburtstag und wir wollen mal wieder was Schönes zu zweit.

Das Phu Pai Art Ressort sieht ganz nett aus. Die Hütten sind eher Häuser und der Pool hat eine tolle Aussicht. Aber er ist voller Chinesen und die Preise sind astronomisch.

Schließlich fragen wir in einem Resort in den Reisfeldern nach, welches mir bei unserer Wanderung gestern besonders gefallen hat. Wir haben Glück, es ist absolut bezahlbar. Eigener Bungalow mit Bad, Dachterrasse und sogar einen Pool gibt es. Das Countryside Resort ist einfach schön.

Wir beenden den Tag mit einem netten Grillabend.

MEIN 25. GEBURTSTAG, DIESER TAG IST PRIVAT 🙂
Tag 13 (25.10.2016)

Wir verabschieden Kim und ziehen in das traumhafte Countryside Resort um.

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DER KAPUTT-TAG
Tag 14 (26.10.2016)

Auf einen wundervollen Geburtstag folgt… ein Tag der Katastrophen. Noch vor dem Frühstück geht die Handyscheibe zu Bruch. Wir ärgern uns und beginnen den Tag etwas frustriert.

Nach dem Frühstück fahren wir zum „Land-Split“. Das Navi führt uns allerdings einen Holperweg entlang und wir besichtigen unfreiwillig die schwelenden Mülllöscher Pais. Luft holen, durch Giftwolke fahren, wieder Luft holen, nächste Giftwolke und so fort.

Der „Land-Split“ ist ein Riss in der Erde. Verursacht durch Erdbeben. Viel gibt es eigentlich nicht zu sehen, der Riss ist sogar schon recht zugewachsen. Aber die Aussicht ist ganz nett und zudem wächst hier jede Menge Hibiskus, dessen Blüten man in einem gekühlten Tee genießen kann. Ebenso wie die Früchte, die hier geerntet werden. Alles auf Spendenbasis.

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Wir wollen weiter und ich parke aus. Dario steigt auf und ich gebe Gas, muss nach links auf die Straße (ja, in Thailand ist Linksverkehr angesagt). Leider gelingt mir die Kurve nicht eng genug und ich will das Gas wegnehmen, um mich vorsichtig neu auszurichten. Gas gibt man durch Drehen am rechten Lenkergriff. Ich drehe aber in die falsche Richtung und statt anzuhalten düst das Moped los. Es geht alles wahnsinnig schnell. Dario springt nach hinten ab, ich reiße das Moped wieder auf die Straße, um nicht in den Zaun am oberen Ende der Böschung zu rasen. Aber unter Kontrolle kriege ich es nicht mehr und schwups liege ich bäuchlings auf der Straße, das Moped neben mir. Zum Glück war ich nicht so schnell, trotzdem bin ich nun geziert mit Schürfwunden. Je eine an der rechten Hand, der rechten Ellbeuge und der rechten Hüfte. Es blutet und natürlich liegen Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial zu Hause. Wir geben den netten Thai, die bereits herbeigeeilt sind zu verstehen, dass alles in Ordnung ist, sammeln den Mopedspiegel auf und machen uns auf den Heimweg.

Als wir Pai erreichen, geraten wir prompt auch noch in eine Polizeikontrolle. Ich presse meinen blutenden Arm an die Seite. Macht sicher keinen guten Eindruck, so eine Verletzung. Wir versuchen dem Mann in Uniform gelassen entgegen zu blicken und hoffen, dass er uns einfach durchwinkt. Doch er verlangt den Führerschein. Den internationalen haben wir im Bungalow gelassen, also versucht Dario es mit dem deutschen. Der Polizist schaut kaum einen Wimpernschlag darauf, dann lässt er uns passieren. Puh.

Im Bungalow angekommen wird erst mal Dreck ausgewaschen, desinfiziert und schließlich zugepflastert.

Den Rest des Tages verbringen wir (zumindest bis der Hunger uns auf den Markt treibt) sicherheitshalber im Bett. Noch mehr Katastrophen wollen wir nicht erleben.

QUER FELD EIN UND BAMBUSBRUECKE
Tag 14 (27.10.2016)

Wir lassen uns von der gestrigen Misere nicht beeindrucken und beginnen erneut die Tour vom Vortag.

Wir fahren am Landsplit vorbei und halten am Wasserfall. Dieser liegt viel zu gut erreichbar und ist dementsprechend reich mit westlichen Badegästen gesegnet. Ich könnte mit meinen Pflastern ohnehin nicht sehr weit ins Wasser, aber auch Dario hat angesichts des Gedränges keine Lust aufs kühle Nass. In der Hoffnung eine nettere, verlassenere Stelle am Flüsschen zu finden, steigen wir einen Trampelpfad hinauf. Tatsächlich finden wir eine solche Stelle, doch nun sind wir Entdeckungsfieber. Wir steigen weiter und weiter, bis wir plötzlich merken, dass da gar kein Pfad mehr ist.

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Die Offlinenavigation funktioniert tadellos und lässt uns erkennen, dass wir nach Überquerung des Hügels wieder auf der Straße ankommen werden. So machen wir es denn auch. Dario nimmt ein Stöckchen zur Hand um die Spinnennetze zu entfernen, die uns den Weg versperren. Zumindest die kleineren, die richtig großen umgehen wir lieber.

Ein bisschen Abenteuerfeeling können wir so tatsächlich aufbauen, doch ich bin auch froh, als wir schließlich die Straße erreichen, da diese Kletterei doch recht anstrengend und mit Wunde auch unangenehm ist.

Wir gehen unser Moped holen und fahren zur weiter zur Bambusbrücke. Sie ist sehr schön und viel länger als erwartet. Der Blick über die Reisfelder ist wunderschön.

Außer uns sind nur einige Einheimische und ein einziges anderes Touristenpärchen unterwegs. Die beiden sind so nett uns beim Poispielen zu filmen.

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EIN TAG VOLLER FLOPS
Tag 15 (28.10.2016)

Wir frühstücken Haferflocken, Obst und Milch auf dem Dach unseres Bungalows. Danach machen wir noch eine kleine Tour, bevor wir das Moped zurückgeben.

Wir sehen die Elefanten, auf denen Ritte angeboten werden und beschließen so etwas hier nicht zu machen.

Auch besichtigen wir den „Stone Forest“, der sich allerdings als Flop herausstellt. Hier liegen einfach nur viele große Steine im Wald.

Auch die Memorial-Bridge finden wir nicht überwältigend.

Wir geben das Moped ab und jonglieren am Pool bis abends. Da gehen wir mal wieder auf den Markt, treffen Jo und machen aus, dass wir bei ihm übernachten können. Wir möchten Poi spielen, während auf dem Keyboard musiziert.

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ENTSPANNUNG PUR
Tag 16 (29.10.2016)

Wieder ein entspannter Tag den wir mit Dachfrühstück beginnen. Nur jonglieren, etwas Sport und für Dario gilt es den Pool zu genießen. Ich begnüge mich damit, die Beine ins Wasser baumeln zu lassen.

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BEI JO
Tag 17 (30.10.2016)

Wir checken kurz vor 11:00Uhr aus und lassen einen unserer zwei Rucksäcke im Resort.

Wir frühstücken im Ort. Leider hat Om Garden geschlossen und die Alternative schmeckt nur halb so gut.

Danach leihen wir uns ein neues Gefährt – diesmal etwas stärker (125cc) als die letzte Maschine und fahren zu Jo. Tatsächlich finden wir seine Hütte sogar, sie ist jedoch verlassen und wir beschließen spontan gleich noch zum Mittagessen zu gehen.

Beim zweiten Versuch treffen wir Jo an und beginnen recht bald mit den Poi zu hantieren. Eine Weile spielen wir zu unserer eigenen Musik aus dem Lautsprecher, dann zu Jo’s schöner, fast meditativer aber doch rhythmischer Musik.

Zum Abendessen fahren wir in Jo’s Stammlokal, eines von denen die an der Straße liegen uns hauptsächlich Plastikstühle haben. Da Sonntag ist, gibt es etwas das wir schon häufiger gesehen haben: eine Blechschale mit Erhebung in der Mitte, welche auf Kohlen in einer Schale gestellt wird und in und auf der man dann Fleisch, Fisch und Gemüse gart. Es schmeckt gut und wir essen sehr langsam und lange. Am Ende verfeuert Dario sogar noch unsere Essstäbchen.

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ANEKDOTE: DER HALBE HELM

Jo erzählt uns, wie er mal von der Polizei angehalten wurde, weil er ohne Helm Motorrad fuhr. Hier in Thailand gilt nämlich Helmpflicht. Inoffiziell allerdings nur für Touristen, denn man sieht kaum Einheimische mit einem solchen und die Polizisten selbst tragen zwar welche, lassen jedoch meist den Verschluss offen. Sehr sinnvoll. Nun, er wurde also erwischt und das kostet normalerweise 500BHT (etwas über 13€). Nun hatte er jedoch seinen ledernen Cowboyhut auf. Also fragte er den Polizisten, ob er nicht auch fände, dass ein Hut ein halber Helm sei. Also besser als nichts. Tatsächlich stimmte ihm dieser zu und sie einigten sich entsprechend auf die Hälfte der Gebühr. Halber Helm, halbe Strafe. Hier ist alles relativ.