Bangkok

ES GEHT LOS!
Tag 0 (12.10.2016)

Nun sitzen wir also endlich im Zug und fahren Richtung Frankfurth Flughafen. Norman und haben uns zum Zug gebracht, wie immer alles etwas hektisch aber dank „Weltreisedruck“ sind wir doch so früh los, dass wir dann noch über 20 Minuten am Bahnhof hatten.

 Geschafft haben wir aber nicht alles… Da steht noch der kleine Gefrierschrank im Keller statt auf dem Dachboden, meine Couch ist nicht verkauft, die vor der Feier aus dem Keller geräumten Geräte stehen noch an der Reithalle und vor der Garage liegt noch der Autogepäckträger. Immerhin, unsere Festplatten-backups sind noch in letzter Minute fertig geworden. Nur das Vereinen unserer beiden Festplatten hat leider nicht mehr funktioniert. Jetzt haben wir zwei statt einer dabei.

Ich merke, ich bin immer noch völlig von der Planung gefesselt. Das habe ich auch während des Abschieds gemerkt: Neben dem warmen und herzlichen „auf Wiedersehen“ war da das ständige Nachdenken ob wir noch etwas vergessen haben und das immer stärker werdende Reisegribbeln. Verstärkt wird dieses noch durch den Schlafmangel, denn ich habe in der vergangenen Nacht kein Auge zugetan. Bei Dario macht sich die Nachtschicht nun auch bemerkbar: Er schläft schon tief und fest an meiner Schulter.

Wie ein großer Aufbruch fühlt es sich jetzt aber noch nicht an.

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ANKUNFT IN BANGKOK
Tag 1 (13.10.2016)

Um kurz nach 18 Uhr (Ortszeit) kommen wir in Bangkok Flughafen an. Wir wechseln 100€ in Baht, bibbern bei der Einwanderung ob auch alle Angaben, die wir auf dem Einreiseschein gemacht haben, der Beamtin genügen werden (große Sorge vor allem weil unsere Hoteladresse jetzt doch eine andere als noch bei der Visa-Ausstellung ist) und stehen kurz darauf in der Eingangshalle des Flughafens.

Nun den Zug in die Innenstadt nehmen. Auch das kein Problem, denn am Ticketautomaten stehen freundliche Helfer – Deutsche Bahn hier kannst du was lernen.

In Bangkok City angekommen entscheiden wir uns für ein erstes Abenteuer und laufen die fünf Kilometer bis zum Hotel – bei 32 Grad Celsius. Immer entlang großer Verkehrsstraßen, vorbei an Katzen und Königsbildern (wirklich schick und an jeder Ecke – im Hotel erfahren wir von Mama, dass der König just verstorben ist). Wir erleben viel auf dieser Strecke. Da liegen Menschen einfach auf dem Weg und schlafen, Rikscha-Fahrer bieten ständig ihre Dienste an „Khao San Road? I make you good Price“ und hoch frequentierte Garküchen und große Straßenmärkte fesseln uns. Vollkommen überfordert von der großen Auswahl entscheiden wir uns schließlich für eine Wassermelone als Abendessen. Getreu dem Motto „Cook it, peel it or forget it“.

Zwei mal sprechen uns hilfsbereite Thailänder an, einer davon trägt die Aufschrift „tourist Police“. Beide wollen wissen ob wir eigentlich wissen wo wir hinwollen und lassen uns ziehen, nachdem wir ihnen versichert haben, dass wir – bzw. das I-Phone – sehr gut wissen wo’s lang geht. Schließlich erreichen wir tatsächlich die Khao San Road, die berühmte Backpackermeile, die trotz oder wegen der späten Uhrzeit rappel voll ist. Und sogleich können wir ein bekanntes Phänomen beobachten: Da ist eine junge Touristin, die nur noch durch die Gegend torkelt und weder Polizei noch Soldaten tun etwas. Zum Glück versuchen aber schon andere Touristen ihr zu helfen. Wir gehen weiter. Sind das echte Skorpione da an den Spießen? Und verkaufen die hier allen Ernstes Lachgas? Die Kokosnüsse kosten hier das Doppelte wie auf den anderen Märkten. Einiges Staunen und Wundern später erreichen wir unser Hotel, die „Wild Orchid Villa“, das in einer kleinen und ruhigen Seitengasse liegt. Wir checken ein und duschen ausgiebig. Viel nasser als wir es eh schon sind werden wir dadurch nicht, aber das Wasser fühlt sich im Vergleich zum Schweiß einfach himmlisch an. Erschöpft und Zufrieden lassen wir uns in die Kissen fallen.

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DER KÖNIG IST TOT!
Tag 2 (14.10.2016)

Wir dachten, wir könnten den Jetlag austricksen, indem wir in der Nacht vor dem Abflug nicht schlafen – aber da haben wir uns geirrt. Wir schaffen es an diesem ersten Morgen nicht vor 16:00Uhr aus dem Bett. Da erreicht die Definition Langschläfer eine ganz neue Dimension.

Gegessen haben wir noch nichts, was sich ganz langsam bemerkbar macht. Doch zuerst erklimmen wir die Stufen unseres Hotels. Unser eigenes Zimmer liegt im Splitlevel. Vier Stufen von der Rezeption nach oben, dann links in einem engen Flur. An dieser Stelle das einzige Zimmer. Aus unseren Fenster sieht man auf eine Betonwand mit aufgesetztem Zaun, dahinter Hecken. Als wir weiter nach oben steigen fangen wir sofort wieder mächtig an zu schwitzen. Es ist so warm! Doch der Aufstieg lohnt sich, denn von der netten Dachterrasse aus (hier liegen wohl die besten Zimmer mit Sitzplatz) entdecken wir den Pool, der sich auf einem Grundstück schräg hinter dem Hotel und Umgeben von anderen Gebäuden befindet. Den werden wir bei Gelegenheit noch testen. Zudem stellen wir fest, dass die Lamellen der Lüftungsfenster aus Glas sind – die in unserem Bad hatte ich nicht genauer unter die Lupe genommen und für Blech gehalten. War aber Schmutz. Nun gut, das Bad ist nicht der Renner.

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Nachdem wir schließlich das Hotel verlassen haben, wandern wir gemütlich Richtung Königspalast. Unsere Mamas haben uns schon informiert, dass der geliebte König Thailands genau am 13.10. verstorben ist. Wir erleben Thailand nun also im Ausnahmezustand. Der König hat 70 Jahre geherrscht und wurde 88. Der Kronprinz ist bereits über 60 und es wird wohl eine ganze Weile bis zur Krönung vergehen. Erst einmal sind 30 Tage Trauer festgelegt worden, in denen keine Feste und Partys stattfinden dürfen und an Thais auch kein Alkohol ausgeschenkt wird. Die gesamte Trauerzeit beträgt ein Jahr. Gut, dass wir keine Partytouristen sind. Aber dass sämtliche Festivitäten abgesagt wurden ist natürlich schade.

Auf dem Weg zum Palast kommen uns Menschenmassen entgegen. Allesamt Thai, alle in schwarz und Weiß gekleidet. So werden sie jetzt einen Monat lang gekleidet sein, statt wie üblich in den Wochenfarben. Wir nähern uns weiter dem Palast und es herrscht ein riesiges Chaos. Auf einer Kreuzung stehen etliche Männer mit und ohne Polizeiuniform und lenken mit Trillerpfeifen, Rufen und Handzeichen den Verkehr ohne für uns erkennbares Muster. Wir überqueren die Kreuzung. Das haben wir schon gelernt – aufpassen ja, aber wenn man versucht zu warten bis alle Autos weg sind steht man vermutlich noch nach Stunden da. Also loslaufen und zwischen Autos, Tuktuks (keine Rickschas, sorry) und Motorrollern hindurch. Wir kommen am Nationalmuseum vorbei, doch es hat leider schon geschlossen. Kurz darauf sehen wir, dass von einem Wagen aus Essen verschenkt wird. Vermutlich für die vielen Helfer, denken wir. Auch Wasserflaschen werden verteilt, jedoch scheinbar an jeden, der aus Richtung Palast kommt. Auf der gigantischen Wiese vor dem Palast hat wohl kurz zuvor eine Veranstaltung stattgefunden, viele Menschen sitzen immer noch im Gras, machen Fotos vom Palast, von sich vor dem Palast und von sich mit einem Bild des Königs vor dem Palast. Auch die Straße zum Palast ist gesäumt von Menschen. Vermutlich noch von der Prozession, die den König vom Krankenhaus zum Palast geleitet hat. Bis zum Palasttor vorzudringen oder den Palast auch nur zu umwandern ist aufgrund der Massen absolut unmöglich.

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Auf dem Rückweg wird uns mehrfach Essen und Wasser angeboten, wir können uns jedoch so wenig vorstellen, dass wirklich wir Touristen etwas umsonst bekommen können, dass wir erst mal nichts annehmen. Erst der letzte Versuch einer lächelnden Thai gelingt – sie drückt Dario die Styroporbox quasi in die Hand. Unser erstes Essen in Thailand. Es ist Reis mit einer extrem scharfen Soße, etwas Fleisch und ein gekochtes Ei. Das Fleisch kriegen wir allerdings beim besten Willen nicht runter. Als hätte man ein Schwein einfach in Scheiben geschnitten, sagt Dario.

Aber wir fühlen uns gestärkt und ziehen weiter, überqueren den Fluss und entdecken ein Restaurant wo sich die Gäste an einem Becken selbst ihre Garnelen angeln – ein riesiges all you can eat wo auf den Tischen selbst gebrutzelt wird. Das ist uns aber doch noch etwas zu wild und wir gehen weiter. Ich hätte gerne eine Kokosnuss, doch wir suchen ausgerechnet diesmal vergeblich an den Straßenständen und gehen schließlich zurück Richtung Hotel. Immer der Offline-Map des I-Phone hinterher, die wirklich prima funktioniert.

Wir kommen auch durch etwas weniger gut beleuchtete Gassen, doch überall lächeln die Leute zurück, wenn ich ihnen ein Lächeln schenke. In den Fernsehern sind überall die Zeremonien für den König zu sehen. Wir sind fasziniert von den Familien, die in ihren kleinen Straßenläden schlafen. Auffällig ist, dass selbst hier jeder ein modernes Handy oder Tablet zu besitzen scheint.

Wir finden eine Brücke zurück über den Fluss und setzen uns kurz ans Wasser. Doch nicht lange, denn hier gibt es Stechmücken – also nix wie weg!

Bei der Brückenquerung sehen wir ein Schiff auf den dinniert wird und befinden, dass wir bei Gelegenheit mal schauen werden was ein solcher Genuss kostet.

Auf dem Weg finden wir dann doch noch Kokosnüsse und nehmen jeder eine – lecker! Aber satt sind wir noch nicht ganz. Wir wandern noch einmal die überteuerte Khao San Road entlang. Die Stimmung sei vollkommen down, erklärt uns jemand. Wir suchen uns lieber ein kleines Straßenrestaurant mit Plastiktischen und teilen uns ein Reisgericht für 50BHT – also umgerechnet etwa 1,30€ (etwa ein sechstel des Preises im Vergleich zur Khao San Road). Es schmeckt prima.

Nachts recherchieren wir noch etwas und finden auch ein neues Hotel, wo für den selben Preis noch das Frühstück inklusive ist und welches einen fantastischen Pool mit Aussicht hat. Das testen wir morgen.

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MIT DEM LONGBOAT DURCH BANGKOK
Tag 3 (15.10.2016)

Wir stehen gerade früh genug auf um vor dem Auschecken noch den Pool nutzten und etwas Poi spielen zu können. Der Pool ist klein aber fein und komplett leer. Erst etwas später kommt noch ein Pärchen, auch Deutsche wie sich herausstellt. Wir kommen schnell ins Gespräch und erfahren, dass er schon öfter in Bangkok war. Es endet damit, dass wir zusammen mit ihnen und noch einem weiteren Pärchen eine Longboat-Tour durch die Kanäle machen. Hart verhandeln wir den Preis und bestehen darauf nirgends aussteigen und essen oder kaufen zu müssen. 300 BHT für jeden 1,5Stunden.

Die Tour ist tatsächlich sehr interessant. Wir fahren vorbei an Baracken, Tempeln, Hunden, schwimmenden Kindern, riesigen Fischen (1m?) und sogar kleineren Waranen. Immer wieder spritzt das dreckige Wasser zu uns ins Boot. Wir lachen und versuchen nichts in den Mund zu bekommen. Einmal haben wir sogar den Verdacht, dass sich zwei Fahrer absprechen, um ihre Gäste extra nass zu spritzen, während die Boote aneinander vorbeisausen. Wir nehmen es gelassen, lachen dem Fahrer zu und kommen wohlbehalten wieder an.

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Die anderen gehen essen und wir holen unser Gepäck aus dem Luggage Room des Hotels und checken im neuen ein.

SCHICKES NEUES HOTEL? NICHT GANZ…

Die Enttäuschung folgt prompt, denn auf das schicke und viel zu kühle Foyer folgt die Entdeckung unseres kleinen, fensterlosen Zimmers (gut, diesmal kein Schimmel im Bad) und die Tatsache, dass das ganze Hotel gerade eine Baustelle ist. Na super, vom schicken Lift aus geht’s direkt in staubbedeckte Flure voller Lärm und Farbgerüche. Der Pool ist auch nicht ganz wir erwartet, obwohl er tatsächlich auf dem Dach liegt und der Blick prima ist. Hört sich doch gut an? Schon, aber er ist voller Bier saufender Touris, seine Farbe ist grün, die Fliesen schleimig und zu guter Letzt entdecken wir auch noch dass kleine beißende Käfer darin schwimmen. Da reicht es uns dann doch.

ABENTEUER TUKTUK

Wir ziehen lieber los um etwas zu Essen finden, nehmen eine neue Straße und sind plötzlich in einem kleinen Kloster mit Tempel. Unser erster Tempel – wir bestaunen ihn ausgiebig. Als wir wieder herauskommen, spricht uns ein sehr hilfsbereiter Thai an, der sagt er arbeite im Tempel und wissen will woher wir kommen und was wir vorhaben. Auf meine Fragen zur Kultur geht er leider nicht ein, sondern erklärt uns stattdessen es gäbe „gute“ und „böse“ Tuktuks, welche wir an den Nummernschildern unterscheiden könnten. Zudem könne man gerade heute den großen Buddha berühren, morgen nicht mehr, ob wir wüssten warum. Wir tippen auf den Tod des Königs und er bejaht. Er ruft einen Kollegen und der bringt uns eine Karte „for free, we work for your safety“). Dieser informiert uns dann weiter, während der andere auf Toilette geht. Auch der neue preist uns den großen Buddha an, hat aber das Problem, dass wir die Geschichte des ersten Mannes mit unserer Vermutung zum Tod des Königs kaputt gemacht haben und nun natürlich skeptisch (bzw. noch skeptischer als wir es ohnehin schon sind, da wir zumindest einige warnende Berichte ihm Ohr haben). Als er uns gar vor den Tempel mitnimmt, selbst ein Tuktuk für uns anhält und sagt zum Laufen sei keine Zeit weil der Buddha schliessen würde, verabschieden wir uns freundlich.

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Stattdessen suchen wir uns selbst ein Tuktuk, denn erleben wollen wir das ja doch mal. Wir erklären ein Thai hätte uns gesagt wir könnten (großer Buddha, Touristinfo für Infos zu unserer Fahrt nach Chiang Mai, goldener Berg und zurück) für 40Baht machen. Später wird uns klar, dass die alle die gleichen Geschichten benutzen und sofort wissen, dass man schon einem von ihnen auf den Leim gegangen ist.

Wir genießen jedenfalls die Fahrt, bewundern den großen Buddha ein wenig und Dario folgt der Empfehlung die rechte Hand auf dessen Fuß zu legen. Im Anschluss verlangt es ihn zum ersten Mal nach einem Desinfektionstuch – „sowas ekliges – da kleben Schweiß und Fett von Unmengen von Menschen drauf“. Der Andachtsort ist übrigens fast leer. Das bestärkt unsere Vermutung, dass nicht nur heute, sondern immer Buddha-Tag ist.

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Wir gönnen uns eine Kokosnuss und besteigen wieder das Tuktuk. Als nächstes geht’s ins Reisebüro, dass angeblich staatlich anerkannt ist, aber nicht ganz so wirkt. Nun gut, die Nette Dame versichert uns dass Infos kostenlos seien, nur ein Lächeln hätte sie gerne. Wir schenken ihr mehr als eines, doch es nützt nichts: wir kriegen keine vernünftige Information von ihr, nur Angebote zur Reise nach Chiang Mai mit Jungeltrip. Für 3.700BHT pro Person, vier Tage mit Essen – der Zug alleine würde ja schon 1.300 kosten. Zufällig kenne ich die Zugpreise – sie betragen kaum die Hälfte. Und Tschüss.

Unser Fahrer ist sehr enttäuscht, dass wir nichts gebucht haben und wir erklären ihm, dass wir very Löw budget reisen und auch wirklich nichts kaufen wollen. Er ist so verzweifelt, dass er uns sogar erklärt, dass er von den Läden Spritcoupons bekommt, wenn er Touristen abliefert und bittet uns, uns wenigstens an einem Kleiderladen absetzen zu dürfen. Wir sollten uns nur etwas umsehen, etwa 5-10 Minuten. Wir schaffen allerdings kaum zwei Minuten, denn es ist eine Maßschneiderei und die wollen verkaufen und kriegen schnell raus, dass wir eher keine Kundschaft sind – wir werden zu unserer Freude quasi vor die Tür gesetzt, entschuldigen uns bei unserem Fahrer und sagen dass es jetzt zum Goldenen Berg gehen soll. Er versichert uns wir würden nicht vor Schließung dort ankommen, aber er kenne einen tollen anderen Tempel. Ich habe auch dazu eine Geschichte in seichter Erinnerung und wir entscheiden: wir wollen trotzdem zum Berg, der Fahrer muss dort auch nicht mehr auf uns warten. Wir bezahlen ihn und besteigen den natürlich noch geöffneten Tempelberg. Es war eine gute Tour, nur haben wir tatsächlich etwas Mitleid mit dem Fahrer.

SCHWARZMARKT BIS CHINATOWN

Nach dem Berg wandern wir Richtung Fluss, um uns die Dinnerboote anzuschauen. Wieder 5km zu Fuß quer durch Bangkok. Essenstände, Katzen, Hunde, schlafende Thai. Plötzlich finden wir uns auf einem Markt der etwas anderen Art wieder. Hier werden gebrauchte Dinge verkauft – vom Schuh bis zum Handy und der Golduhr. Zudem Lose und erotische Bilder. Wir laufen durch, bleiben aber nirgends stehen. Vermutlich ein Schwarzmarkt.

Nach langem Weg erreichen wir das Shoppingcenter am Fluss, doch die Dinnerboote sind ziemlich teuer und mehr Luxus als wir dachten – mindestens 35€ pro Person – bei einem gemeinsamen Tagesbudget von kaum 40€ keine so prima Idee. Zudem sind wir so verschwitzt, dass wir eine solche Investition nun kaum genießen könnten.

Ich würde mich am liebsten an Ort und Stelle hinlegen. Zum Hotel sind es 6km. Wir beschließen ein Taxi zu nehmen, geben die Idee jedoch schnell wieder auf – hier an dieser Luxuseinrichtung ein günstiges Taxi zu bekommen ist schwierig, sagt uns die nette Dame am Eingang der Shoppingmall mit den fast europäischen Preisen. Tuktuk ist natürlich noch schlechter und mit den Mopedtaxis kennen wir uns noch nicht aus. Also beschließen wir erst mal wieder los zu laufen und laufen am Ende doch noch fast die kompletten sechs Kilometer. Es ist einfach ein wundervolles Gefühl nachts durch diese belebte Stadt zu spazieren.

Wir sehen einen Essenstand um den sich Thai drängen und beschließen zu probieren. Wir fragen jemanden was das ist und lernen ein junges Paar kennen, die uns alles erklären und sogar unser Essen bestellen. Sie waren vor uns aber wir bekommen zuerst etwas weil wir Ausländer sind. Alle freuen sich, dass wir uns interessieren. Wir bedanken uns auf Thailändisch, unsere einzige Vokabel bisher, die dafür im Dauergebrauch ist. Wir setzen uns zu einem älteren Paar und loben das Essen, woraufhin der Mann uns noch etwas von seinem frischen Teller zum Probieren. Das Gericht besteht aus allem Möglichen, von Bohnen über Stärkechips und was weiß ich nicht noch und darüber: Crusheis.

Wir kommen dann noch auf die Idee, das junge Paar zu fragen, ob es eigentlich eine Gegend in Bangkok gibt, wo wir lieber nicht hingehen sollten. Sie deuten genau auf die Straße mit dem Schwarzmarkt.

Erfrischt ziehen wir weiter, landen in Chinatown und bewundern dort die Stände, genießen dampfend kaltes Kokoseis.

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UNSERE ERSTE ROLLERFAHRT

Als es schon nicht mehr weit ist, hören wir plötzlich Megafone und der Bürgersteig ist voller Menschen und Motorroller. Zuerst der Gedanke „oh je, was ist denn hier los, eine Demo? Nix wie weg hier!“, doch da bemerkt ein junger Thai unsere skeptischen Blicke und erklärt, dass die Fahrer alle freiwillig etwas Gutes zu Ehren des Königs tun möchten und einen überall kostenlos hinbringen. Wir sehen eine Weile zu, Dario begeistert, ich noch immer skeptisch. Auf so was in ich noch nie gefahren. Wir beobachten die Thai, alle nehmen das Angebot an, selbst junge Damen in Abendgarderobe steigen geübt hinter die Fahrer und sitzen dort wie im Damensattel mit beiden Beinen auf einer Seite. Ich entdecke eine junge Frau auf einem der Bikes, mit der würde ich schon eher fahren… Der nächststehende Helfer bemerkt meinen Wunsch und sorgt dafür, dass ich tatsächlich mit ihr fahren kann und der Junge der Dario mitnimmt in unserer Nähe bleibt. Es ist nicht weit, nur ein Stück die Straße runter und einmal schräg über die sechs Spuren. Wir schlängeln uns geschickt zwischen den stehenden Autos hindurch. Es macht großen Spaß und wir bedanken uns herzlich.

NATIONALMUSEUM UND FEIERLICHKEITEN VOR DEM PALAST
Tag 4 (16.10.2016)

Das Frühstücksbüffet ist richtig gut und wir futtern Spiegelei, Toast und Wassermelone.

Als wir das Hotel verlassen regnet es zum ersten Mal – gut, dass wir heute weiterfahren.

Wir retten noch kurz einen Deutschen und seinen Sohn vor dem schlechten Hotel und bringen die beiden zur Wild Orchid Villa.

Danach wandern wir zum Nationalmuseum und bewundern dort die schönen Gebäude, Figuren und Kutschen.

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Direkt gegenüber dem Museum beginnt die große Wiese des Königspalastes. Es ist heute Mittag noch voller als bei unserem letzten Besuch und überall werden Essen und Getränke verteilt. Wir sind froh, passend dunkel gekleidet zu sein und lassen uns treiben. Die meisten Angebote lehnen wir ab, nehmen nur was uns regelrecht aufgedrängt wird. Es herrscht eine unglaubliche Stimmung. Trauer, Respekt, Dankbarkeit. Gleichzeitig ist es laut, weil überall etwas angepriesen wird. Lächeln wird erwidert. Immer wieder teilt uns jemand nochmal extra mit, dass alles for free ist. Wir treffen nur drei andere Touristen-Pärchen und werden von einer Gruppe junger Thai für einen Touristensender interviewt.

Schließlich, tief beeindruckt von dieser Kultur, machen wir uns langsam wieder auf, um den Nachtbus noch zu erreichen.

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BUS IN BANGKOK

Wir quälen uns eine Weile mit den Geldautomaten, müssen mehrfach das Internet konsultieren, bis wir herausgefunden haben, dass wir auf „Go on WITHOUT conversion“ drücken müssen, um den echten Wechselkurs und nicht den schlechteren der thailändischen Bank bekommen.

Daher sind wir etwas spät dran für den Bus. Der erste der kommt ist dann auch noch so voll, dass wir gar nicht mehr reinpassen. Und beim nächsten meint der Schaffner auch noch dass wir einen anderen Bus nehmen müssen. Völlig verwirrt stehen wir da.

Schließlich spreche ich einen jungen Thai an, ob er uns helfen kann. Sein Englisch ist zwar sehr schlecht, seine Hilfsbereitschaft dafür umso größer. Es müsse auch in die Richtung, wir sollen ihm einfach folgen. Just in dem Moment wird die Straße gesperrt und es kommen gar keine Busse mehr, doch in unserer Verwirrung merken wir es gar nicht und er schafft es nicht uns zu erklären was los ist. Schließlich ruft er laut auf Thailändisch ob irgendwer gut Englisch kann und zwei junge Frauen stoßen zu uns, die zum Glück sogar auch in die selbe Richtung müssen. Die drei bringen uns bis eine Station vor den Fernbusbahnhof. Sie suchen im Internet und telefonieren sogar um herauszufinden, ob es noch einen späteren Bus gibt, falls wir unseren verpassen. Wir verabschieden uns herzlich und mit viel Winken von ihnen.

Dann haben wir sogar nochmal Glück und treffen eine junge Thai die sogar besser Deutsch als Englisch spricht und mit uns das Ticket nach Chiang Mai (das günstigste das es für diese Strecke gibt) kauft und uns bis zu Bus bringt. Wie geplant fahren wir um 21:00Uhr ab. Ohne Hilfe wäre das heute nichts mehr geworden.

Über Nacht fahren wir also über 700km nach Chiang Mai. Es holpert, schüttet von oben und spritzt von unten bis das Wasser im Flur des Busses steht.

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4 Gedanken zu „Bangkok

  1. Hab‘ jetzt alles gelesen, ausführlich die Fotos goutiert (ein Video ist ja auch dabei!).und finde alles wunderbar lebendig dargestellt. So lebendig und farbenfroh, dass man mit euch durch die Straßen und an den Palästen vorbei läuft und Statuen ebenso bewundert wie Imbissbuden. Die Fotos, die bei der Longboat-Tour entstanden sind, sind besonders beeindruckend … – großartig!!! Ich freu‘ mich schon auf die nächsten Berichte!
    Danke euch beiden! Und dir, Lisale, einen lieben Kuss.
    Mama

  2. Hallo Ihr Zwei,
    auch mich freut es, dass es Euch gut geht!
    Mit großer Freude habe ich Euren Bericht gelesen und bin beeindrucktt von den Fotos.
    Ich warte schon gespannt auf den nächsten Bericht und sende Euch ganz, ganz liebe Grüße aus der Eifel!! 🙂
    Danke, dass wir an Eurer Weltreise, in einer Art und Weise, dran teilnehmen dürfen!!

    Alles Liebe,
    Lisa =)

  3. Hallo Ih Lieben,
    Wunderbar geschrieben und ich bin schon ganz neugierig auf Eure nächsten Erlebnisse. Man lebt so richtig Eure Reise mit
    Liebe Grüße
    Eure Marina/Mama

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